
Jahrelang ohne Brandschutzprüfung: Behördenversagen in Kehler Disco offenbart erschreckende Zustände
750 Menschen feiern ausgelassen in einer Diskothek im badischen Kehl – und plötzlich steht das gesamte Gebäude in Flammen. Dass in jener Nacht niemand sein Leben verlor, grenzt an ein Wunder. Doch was nun ans Licht kommt, ist ein Skandal, der tief blicken lässt: Seit 2017 wurde der Brandschutz in dem Club nicht mehr kontrolliert. Acht Jahre lang. In einem Bundesland, das eine Überprüfung alle fünf Jahre vorschreibt.
Fachkräftemangel als Ausrede für Behördenversagen?
Die Stadt Kehl liefert eine Erklärung, die man inzwischen aus nahezu jedem Bereich der öffentlichen Verwaltung kennt: Personalmangel. Es fehle schlicht an Fachkräften, um die vorgeschriebenen Brandverhütungsschauen im gesetzlich vorgesehenen Rhythmus durchzuführen, so eine Stadtsprecherin. Man müsse „Prioritäten setzen" – und diese lägen bei Schulen und Kindertagesstätten.
Nun mag man einwenden, dass der Schutz von Kindern selbstverständlich Vorrang genießen sollte. Doch rechtfertigt das, einen Nachtclub mit Hunderten von Besuchern jahrelang ohne Kontrolle zu lassen? Eine Versammlungsstätte, in der regelmäßig Menschenmassen zusammenkommen, oft unter dem Einfluss von Alkohol, bei dröhnender Musik und in einem Zustand, der eine geordnete Evakuierung im Ernstfall erheblich erschwert? Die Antwort kann nur lauten: Nein.
Mängel bereits 2017 festgestellt – und dann?
Besonders brisant: Bei der letzten Überprüfung im Jahr 2017 wurden durchaus Mängel festgestellt. Diese seien, so die Stadt, bis 2022 vom Betreiber behoben worden. Welcher Art diese Mängel waren, darüber hüllt sich die Verwaltung in Schweigen. Der Betreiber selbst war nach dem verheerenden Brand nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Der Schaden wird auf einen Betrag im unteren einstelligen Millionenbereich geschätzt. Das Feuer fraß sich durch beide Stockwerke des Gebäudes unweit der französischen Grenze und hinterließ nichts als eine Ruine. Dass sich alle 750 Besucher eigenständig ins Freie retten konnten und niemand schwer verletzt wurde, ist dem Zufall und der Geistesgegenwart der Anwesenden zu verdanken – nicht etwa einem funktionierenden staatlichen Sicherheitssystem.
Ein symptomatisches Versagen des deutschen Verwaltungsstaates
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Er ist symptomatisch für einen Staat, der sich in ideologischen Debatten verliert, während die grundlegendsten Aufgaben der Daseinsvorsorge auf der Strecke bleiben. Deutschland leistet sich eine Bürokratie, die ihresgleichen sucht – und schafft es dennoch nicht, elementare Sicherheitskontrollen durchzuführen. Für Gender-Beauftragte und Diversitätsmanager scheint stets Geld vorhanden zu sein. Für Brandschutzprüfer offenbar nicht.
Man stelle sich vor, was hätte geschehen können: Ein verstopfter Fluchtweg, eine blockierte Notausgangstür, eine defekte Sprinkleranlage. Aus dem glimpflichen Ausgang hätte binnen Sekunden eine Katastrophe werden können, die an die schlimmsten Diskotheken-Brände der europäischen Geschichte erinnert hätte. Man denke nur an die Tragödie von Göteborg 1998, bei der 63 junge Menschen in einer Diskothek ihr Leben verloren.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat versprochen, Deutschland wieder handlungsfähig zu machen. Fälle wie dieser zeigen, wie dringend notwendig das wäre. Denn ein Staat, der seine Bürger nicht einmal vor vermeidbaren Brandgefahren schützen kann, hat ein fundamentales Problem – eines, das sich nicht mit schönen Worten und Koalitionsverträgen lösen lässt, sondern nur mit konsequentem Handeln und einer Rückbesinnung auf die Kernaufgaben staatlicher Verwaltung.
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