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Kettner Edelmetalle
08.06.2026
09:34 Uhr

Industrie im Sinkflug: Deutschlands Auftragsbücher leeren sich dramatisch

Industrie im Sinkflug: Deutschlands Auftragsbücher leeren sich dramatisch

Es ist ein Schlag in die Magengrube der einst so stolzen deutschen Industrie: Die Auftragslage bricht im April fast doppelt so stark ein, wie selbst pessimistische Ökonomen prognostiziert hatten. Um satte 3,8 Prozent sackte das Neugeschäft gegenüber dem Vormonat ab, wie das Statistische Bundesamt am Montag offiziell vermeldete. Die von Reuters befragten Experten hatten mit einem Minus von gerade einmal 2,0 Prozent kalkuliert. Wieder einmal liegt die Realität weit unter den ohnehin schon bescheidenen Erwartungen.

Wenn das Herz der Wirtschaft stottert

Besonders bitter trifft es jene Branchen, die einst das Rückgrat des deutschen Wohlstands bildeten. Die Automobilindustrie – Sinnbild deutscher Ingenieurskunst – verzeichnete einen Rückgang von 5,3 Prozent. Noch dramatischer sieht es bei den Herstellern elektrischer Ausrüstung aus, deren Bestellungen geradezu kollabierten: ein Minus von erschütternden 16,3 Prozent. Und auch der Maschinenbau, jahrzehntelang das Aushängeschild „Made in Germany“, musste ein Minus von 7,4 Prozent hinnehmen.

Man fragt sich unweigerlich: Wie konnte es so weit kommen? Eine Wirtschaft, die einst die Welt mit ihren Produkten belieferte, ringt nun mit jedem Auftrag.

Der Nahost-Konflikt als Brandbeschleuniger

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer fand deutliche Worte. Der Nahost-Krieg fordere seinen Tribut, so der Ökonom. Zwar sei der Einbruch teilweise eine Gegenbewegung zum starken März, als viele Unternehmen aus Angst vor kriegsbedingten Lieferproblemen ihre Bestellungen vorgezogen hätten. Doch eine baldige Erholung sei nicht in Sicht.

Vielmehr dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal etwas schrumpfen, warnte Krämer mit Blick auf die düsteren Stimmungsindikatoren.

Der eingebrochene Ifo-Geschäftsklimaindex spreche eine eindeutige Sprache. Von Aufbruchstimmung keine Spur.

Die Euro-Zone als Sorgenkind

Während die Auslandsaufträge insgesamt um 4,2 Prozent nachgaben, offenbart sich beim genaueren Hinsehen ein erschreckendes Bild: Die Bestellungen aus der Euro-Zone brachen um geradezu beängstigende 11,1 Prozent ein. Ein Hilferuf aus dem europäischen Binnenmarkt, der eigentlich der sichere Hafen deutscher Exporte sein sollte. Immerhin: Aus dem übrigen Ausland gab es ein bescheidenes Plus von 0,8 Prozent. Die Inlandsaufträge schrumpften derweil um 2,9 Prozent.

Lieferketten unter Dauerstress

Als wäre das nicht genug, verschärfen die geopolitischen Spannungen die Lage zusätzlich. Die explodierenden Energiepreise und Lieferengpässe setzen den Betrieben weiter zu. Laut Ifo-Institut berichteten im Mai bereits 15,9 Prozent der Unternehmen von Engpässen bei Vorprodukten – im April waren es noch 13,8 Prozent. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe stellte nüchtern fest, die Lieferketten blieben angespannt. Vor allem energieintensive Branchen spürten die Folgen.

Eine hausgemachte Misere?

So sehr der Nahost-Konflikt auch als Sündenbock herhalten mag: Wer ehrlich ist, erkennt, dass die deutsche Industrie längst durch eine verfehlte Wirtschafts- und Energiepolitik geschwächt wurde. Hohe Energiekosten, erdrückende Bürokratie und eine ideologiegetriebene Klimapolitik haben den Standort über Jahre hinweg ausgehöhlt. Der Krieg im Nahen Osten trifft eine Wirtschaft, die bereits auf wackligen Beinen steht. Ein gesunder Industriestandort hätte solche Schocks weitaus besser verkraftet.

In Zeiten, in denen Aktiendepots und Konjunkturzahlen Achterbahn fahren und politische Verwerfungen ganze Lieferketten zerreißen, suchen kluge Anleger seit jeher nach Stabilität. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie in Krisenzeiten ihren Wert bewahren – unabhängig von Auftragsbüchern und geopolitischen Erschütterungen. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen behaupten sie ihren festen Platz.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel dargestellten Informationen und Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Für eigene Anlageentscheidungen trägt jeder Leser die alleinige Verantwortung.

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