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Kettner Edelmetalle
23.04.2026
21:55 Uhr

Hormus-Blockade: Hapag-Lloyd-Schiffe sitzen fest – Millionenkosten pro Woche

Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten schlägt mit voller Wucht auf die deutsche Wirtschaft durch. Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd muss derzeit tatenlos zusehen, wie ihre Handelsschiffe im Persischen Golf festsitzen – ohne jede Aussicht auf eine baldige Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Vorstandschef Rolf Habben Jansen bestätigte, dass es momentan schlichtweg keine Möglichkeit gebe, die gefährliche Meerenge zu passieren. Man warte auf eine günstige Gelegenheit. Wann diese kommen werde? Das weiß derzeit niemand.

Sechs Schiffe in der Falle – 50 Millionen Dollar Zusatzkosten pro Woche

Die nüchternen Zahlen zeichnen ein dramatisches Bild. Laut Konzernangaben sitzen sechs Handelsschiffe der Hamburger Reederei im Golf fest. Und jede Woche, die der Iran-Krieg andauert, kostet Hapag-Lloyd zusätzlich rund 50 Millionen US-Dollar – umgerechnet etwa 42,8 Millionen Euro. Als Hauptgrund nennt Jansen die explodierten Treibstoffpreise, die unmittelbare Folge der Eskalation zwischen Israel und dem Iran sind.

Um diese enormen Mehrkosten aufzufangen, verlangt die Reederei von ihren Kunden Zuschläge. Immerhin: Diese würden laut Jansen „gute Akzeptanz“ finden. Was nichts anderes heißt, als dass am Ende der Verbraucher die Zeche zahlt. Denn steigende Frachtkosten werden unweigerlich auf die Preise importierter Waren durchschlagen – eine weitere Inflationswelle, die auf die ohnehin gebeutelten deutschen Haushalte zurollt.

Wenn Granatsplitter Handelsschiffe treffen

Dass die Lage im Golf längst nicht mehr nur ein wirtschaftliches Problem ist, sondern ein handfestes Sicherheitsrisiko, zeigt der Vorfall aus dem März: Das Hapag-Lloyd-Containerschiff „Source Blessing“ wurde von einem Granatsplitter getroffen. Ein Feuer brach aus, das die Besatzung glücklicherweise löschen konnte. Man stelle sich einen Moment vor, was geschehen wäre, wenn die Flammen außer Kontrolle geraten wären. Deutsche Seeleute geraten ohne eigenes Zutun zwischen die Fronten eines Krieges, dessen strategische Dimension weit über die Region hinausreicht.

Die Straße von Hormus – jene strategisch bedeutsamste Meerenge der Welt, durch die unter normalen Umständen rund ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt – ist derzeit praktisch blockiert. Der Iran bedroht die freie Schifffahrt, was nach einhelliger Einschätzung von Völkerrechtlern einen klaren Verstoß gegen das internationale Seerecht darstellt. Der Verkehr ist weitgehend zum Erliegen gekommen.

Iran verschärft die Lage – Schiffe beschlagnahmt

Die Eskalation nimmt weiter Fahrt auf. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass iranische Streitkräfte nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor der Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht haben. Zwei davon wurden beschlagnahmt, darunter die „MSC Francesca“ der Schweizer Reederei Mediterranean Shipping Company. Das Mullah-Regime in Teheran demonstriert einmal mehr, wie wenig es internationale Regeln respektiert.

Deutschland spürt die Folgen – und ist kaum vorbereitet

Während in Berlin die Politik sich in Sonntagsreden über „wertebasierte Außenpolitik“ verliert, zeigt sich im Golf die harte Realität: Deutschland ist als Exportnation wie kaum eine andere Volkswirtschaft auf funktionierende Handelsrouten angewiesen. Wenn diese blockiert werden, bröckelt das Fundament unseres Wohlstands. Die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft – geschwächt durch Jahre verfehlter Energiepolitik, steigender Abgabenlast und einer Industrieabwanderung historischen Ausmaßes – kann sich derartige externe Schocks eigentlich nicht leisten.

Die Lage um die Straße von Hormus ist ein Lehrstück darüber, wie verwundbar globalisierte Lieferketten sind. Ein einziger regionaler Konflikt reicht aus, um Millionenschäden pro Woche zu verursachen und ganze Handelsströme zum Erliegen zu bringen. In solch unsicheren Zeiten zeigt sich einmal mehr, warum physische Werte wie Gold und Silber seit Jahrtausenden als Fels in der Brandung gelten. Während Containerschiffe in Kriegszonen festsitzen, Frachtraten explodieren und Währungen unter geopolitischem Druck geraten, behalten Edelmetalle ihre universelle Werthaltigkeit – unabhängig davon, welches Regime gerade welche Meerenge blockiert.

Was nun?

Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Solange der Iran die Meerenge als geopolitisches Druckmittel missbraucht, werden die Kosten weiter steigen – für die Reedereien, für die Wirtschaft und am Ende für jeden einzelnen Verbraucher. Die Bundesregierung unter Kanzler Merz täte gut daran, endlich eine strategische Antwort auf diese Herausforderung zu finden, die über symbolische Gesten hinausgeht. Denn eines ist sicher: Die nächste Krise kommt bestimmt.

Hinweis: Die in diesem Beitrag enthaltenen Einschätzungen stellen die Meinung der Redaktion dar und sind ausdrücklich keine Anlageberatung. Anlageentscheidungen erfordern eine eigene gründliche Recherche sowie gegebenenfalls die Konsultation eines unabhängigen Fachberaters. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich.

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