
Handelskrieg der Supermächte: China schlägt zurück – und trifft die deutsche Rüstungsindustrie mitten ins Herz

Es ist der nächste Akt in einem geopolitischen Schauspiel, dessen Rechnung am Ende – wie so oft – der europäische und ganz besonders der deutsche Steuerzahler bezahlen dürfte. Peking hat am vergangenen Freitag zurückgeschlagen: Vierzehn europäische Unternehmen und Institutionen setzte das chinesische Handelsministerium kurzerhand auf seine Exportkontrollliste. Prominentestes Opfer dieser handelspolitischen Retourkutsche: der deutsche Rüstungsriese Rheinmetall.
Auge um Auge, Zoll um Zoll
Was war geschehen? Brüssel hatte einmal mehr die Sanktionskeule geschwungen und in seiner mittlerweile 21. Sanktionsrunde gegen Russland ganze 51 Unternehmen mit Exportverboten für sogenannte Dual-Use-Güter belegt – also Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch nutzbar sind. Darunter befanden sich 14 Firmen aus dem chinesischen Festland und Hongkong. China reagierte prompt und, so muss man es nennen, mit chirurgischer Präzision.
Das Reich der Mitte bezeichnete das Vorgehen der Europäischen Union in einer offiziellen Stellungnahme als „ungeheuerlich“. Man könnte fast meinen, in Peking sitzen die besseren Diplomaten – zumindest solche, die genau wissen, wo Europa der Schuh drückt.
Wer mit dem Feuer spielt, sollte sich über verbrannte Finger nicht wundern – und in Brüssel spielt man derzeit mit einem ganzen Flächenbrand.
Seltene Erden als schärfste Waffe
Die Anordnung trat mit sofortiger Wirkung in Kraft. Fortan ist der Export von Dual-Use-Gütern aus China an die genannten Unternehmen untersagt – darunter fallen ausdrücklich auch bestimmte seltene Erden. Und genau hier liegt der wunde Punkt: China kontrolliert den Weltmarkt für diese strategisch unverzichtbaren Rohstoffe nahezu vollständig. Neben Rheinmetall traf es auch den italienischen Elektromotorenhersteller Lafert sowie den französischen Drohnenentwickler Cavok UAS.
Deutschlands gefährliche Abhängigkeit
Was uns dieser Vorgang schonungslos vor Augen führt, ist die selbstverschuldete Verwundbarkeit unserer heimischen Industrie. Jahrzehntelang hat die deutsche Politik zugesehen, wie sich das Land in eine fatale Rohstoffabhängigkeit manövrierte. Statt eigene Lieferketten zu sichern und strategische Reserven aufzubauen, verlor man sich in Genderdebatten und ideologischen Nebenkriegsschauplätzen. Nun zeigt sich, wie teuer diese Versäumnisse werden können.
Rheinmetall, ausgerechnet jenes Unternehmen, das im Zuge der Aufrüstungsbestrebungen zum Aushängeschild deutscher Wehrfähigkeit avanciert ist, wird nun von Peking als Faustpfand missbraucht. Ein Schelm, wer dabei denkt, dass eine kluge und souveräne Außenpolitik solche Erpressbarkeit von vornherein hätte vermeiden können.
Und die Lehre für den Anleger?
Dieser Handelskonflikt offenbart einmal mehr die Zerbrechlichkeit einer globalisierten Wirtschaftsordnung, in der ein einziger Federstrich in Peking ganze Industriezweige lahmlegen kann. Wer sein Vermögen in Papierwerten, Aktien von Rüstungskonzernen oder komplexen ETF-Konstrukten wähnt, sollte sich bewusst machen, wie schnell geopolitische Verwerfungen solche Buchwerte pulverisieren können.
Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen dagegen keine Exportkontrolllisten und keine Sanktionsdekrete. Sie sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker in stürmischen Zeiten – ein Wert, der nicht von der Laune eines Handelsministeriums abhängt. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie zur Vermögenssicherung beitragen, wenn die politischen Kartenhäuser einmal mehr ins Wanken geraten.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für getroffene Entscheidungen wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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