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Kettner Edelmetalle
29.01.2026
06:36 Uhr

Großbritannien auf Kuschelkurs mit Peking: Starmer biedert sich bei Xi an

Während die westliche Welt zusehends zersplittert und die transatlantischen Beziehungen unter der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ächzen, sucht der britische Premierminister Keir Starmer sein Heil ausgerechnet in den Armen des kommunistischen Chinas. Bei seinem viertägigen Staatsbesuch in Peking – dem ersten eines britischen Regierungschefs seit acht Jahren – warb Starmer am Donnerstag unverblümt für engere Beziehungen zur Volksrepublik.

Ein Premierminister auf Geschäftsreise

Die Botschaft des Labour-Politikers könnte kaum deutlicher sein: Großbritannien wolle sich mit China um „globale Stabilität" bemühen und beim Klimawandel sowie anderen wichtigen Themen zusammenarbeiten, erklärte Starmer zum Auftakt seines Treffens mit Staatschef Xi Jinping. Dass er dabei mehr als 50 Top-Manager britischer Unternehmen im Schlepptau hat, offenbart die wahren Prioritäten dieser Reise. Es geht ums Geschäft, nicht um Prinzipien.

Xi Jinping seinerseits gab sich staatsmännisch und räumte ein, dass das Verhältnis zu Großbritannien „nicht immer einfach" gewesen sei. Es sei „dringend erforderlich", Dialog und Zusammenarbeit zu stärken, so der chinesische Machthaber. Eine bemerkenswerte Aussage angesichts der Tatsache, dass Peking systematisch Bürgerrechte in Hongkong unterdrückt, Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt und mutmaßlich Spionageaktivitäten auf britischem Boden betreibt.

Die Flucht vor Trump treibt Europa in Chinas Arme

Starmer ist keineswegs der einzige westliche Regierungschef, der derzeit in Peking antichambriert. Vor ihm pilgerten bereits der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premierminister Mark Carney in die chinesische Hauptstadt. Der Grund liegt auf der Hand: Die aggressive Zollpolitik der Trump-Administration – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren – zwingt traditionelle US-Verbündete zur Suche nach Alternativen.

Carney sprach nach seinem Treffen mit Xi von „berechenbaren" Beziehungen – ein kaum verhüllter Seitenhieb auf Washington. Macron erklärte beim Weltwirtschaftsforum in Davos gar: „China ist willkommen." Man reibt sich verwundert die Augen: Dieselben europäischen Politiker, die noch vor kurzem vor der systemischen Rivalität mit China warnten, rollen nun den roten Teppich aus.

Wirtschaftliche Not frisst politische Moral

Die britische Wirtschaft wächst nur schleppend, und Starmer steht innenpolitisch unter erheblichem Druck. Da erscheint der chinesische Markt mit seinen 1,4 Milliarden potenziellen Konsumenten verlockend. Doch zu welchem Preis? Die Probleme, die das Verhältnis zwischen London und Peking belastet haben – Spionage, Hongkong, die Unterstützung für Russland – sind keineswegs gelöst. Sie werden lediglich unter den Teppich gekehrt.

„Das lag nicht im Interesse unserer beiden Länder", kommentierte Xi die vergangenen Spannungen – als wäre China nicht der Hauptverursacher dieser Verwerfungen.

Eine neue Weltordnung formiert sich

Was wir derzeit beobachten, ist nichts weniger als eine tektonische Verschiebung der geopolitischen Platten. Die sogenannten „Mittelmächte" – Kanada, Frankreich, Großbritannien und andere – suchen ihren Platz in einer Welt, in der die amerikanische Führungsrolle zunehmend in Frage steht. Carney sprach in Davos von einem „Bruch" der alten Weltordnung und rief zur Kooperation auf.

Doch ist China wirklich der richtige Partner für demokratische Staaten? Ein Land, das Uiguren in Lagern interniert, Taiwan bedroht und systematisch geistiges Eigentum stiehlt? Die Antwort sollte eigentlich auf der Hand liegen. Stattdessen erleben wir, wie wirtschaftliche Interessen einmal mehr über Werte triumphieren.

Deutschland sollte genau hinschauen

Für die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz bietet das britische Beispiel eine Warnung. Die Versuchung, angesichts amerikanischer Unberechenbarkeit in chinesische Abhängigkeiten zu flüchten, ist groß. Doch wer glaubt, Peking sei ein verlässlicherer Partner als Washington, der hat die Natur des chinesischen Regimes nicht verstanden. Die Geschichte lehrt: Wer sich mit autoritären Mächten einlässt, zahlt am Ende immer einen hohen Preis – wirtschaftlich, politisch und moralisch.

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