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Kettner Edelmetalle
01.02.2026
12:37 Uhr

Grönland-Streit: Dänische Rentenkassen spielen mit dem Dollar-Feuer

Grönland-Streit: Dänische Rentenkassen spielen mit dem Dollar-Feuer

Was auf den ersten Blick wie eine mutige Geste nordischer Unabhängigkeit erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als gefährliches Spiel mit dem eigenen Vermögen. Die dänische Rentenkasse AkademikerPension hat verkündet, ihre gesamten Bestände an US-Staatsanleihen in Höhe von 100 Millionen Dollar abstoßen zu wollen. Der Zeitpunkt? Ausgerechnet inmitten des schwelenden Konflikts um Grönland, jene arktische Eisinsel, die US-Präsident Donald Trump so gerne in amerikanischen Besitz bringen möchte.

Ein symbolischer Akt mit fragwürdiger Wirkung

Offiziell hat der Verkauf natürlich nichts mit dem Grönland-Streit zu tun – so beteuern es zumindest die Verantwortlichen. Doch wer glaubt schon an solche Zufälle? Fast zeitgleich kündigten mehrere andere dänische Rentenkassen ähnliche Schritte an, wenngleich die meisten einräumten, dass ein vollständiger Ausstieg aus US-Staatsanleihen unrealistisch sei. Die Botschaft ist dennoch klar: Dänemark zeigt Trump die kalte Schulter.

Die nackten Zahlen sprechen allerdings eine völlig andere Sprache als das politische Säbelrasseln. Im November erreichten die Anlagen von Ausländern in US-Staatsanleihen einen neuen Rekordwert von 9,4 Billionen Dollar – ein monatliches Plus von 113 Milliarden. Selbst China, das seine direkten Bestände offiziell um sechs Milliarden reduzierte, schichtet offenbar lediglich in Drittländer wie Belgien um, wo die Bestände um zwölf Milliarden stiegen.

Europas gefährliche Illusion der Stärke

George Saravelos, Währungsstratege der Deutschen Bank, goss mit einer provokanten Analyse Öl ins Feuer: „Europa besitzt Grönland, aber auch viele US-Staatsanleihen." Europäische NATO-Mitglieder allein kämen auf Staatsanleihen von 2,8 Billionen Dollar. Doch diese Rechnung hat gleich mehrere Schönheitsfehler.

Nicht Staaten besitzen diese Vermögenswerte, sondern Rentenkassen, Lebensversicherungen, Banken, Fonds und Privatpersonen. Diese optimieren auf Rendite, nicht auf wechselnde politische Prioritäten. Um einen koordinierten Verkauf von US-Anlagen durchzusetzen, bräuchte es erhebliche staatliche Eingriffe in Vermögensrechte – die Verabschiedung entsprechender Gesetze würde Jahre dauern.

Die unbequeme Frage: An wen verkaufen?

Selbst wenn ein koordinierter Ausstieg möglich wäre, bliebe die entscheidende Frage: An wen verkaufen, wenn man selbst die größte Anlegergruppe ist? Erhebliche Abschläge müssten die Verkäufer hinnehmen. Man würde Trump bestrafen, indem man sich selbst Verluste zufügt – während amerikanische und asiatische Anleger die Gewinne dieses Nullsummenspiels einstreichen würden.

Die Umschichtung in alternative Anlagen stellt ein weiteres Problem dar. In Asien und Europa sind Anleihen ähnlicher Bonität rar, wenn man Billionen platzieren will. Die Volumen würden die Preise treiben. Erst ein Abschlag beim Verkauf der US-Papiere, dann ein Aufschlag bei der Umschichtung – Verluste auf beiden Seiten des Geschäfts.

Die USA sitzen am längeren Hebel

Im Falle eines echten Finanzkriegs hätten die USA ohnehin die besseren Karten. Trumps Wirtschaftsberater Steve Miran hat bereits im Herbst 2024 ein drastisches Szenario skizziert: die Verlängerung der Laufzeit von Ausländern gehaltener Anleihen auf 100 Jahre. Das käme zwar einem Zahlungsausfall gleich, doch wer am längeren Hebel sitzt, braucht sich darüber keine Gedanken zu machen.

Die möglichen US-Gegenmaßnahmen sind vielfältig und schmerzhaft:

Einschränkungen der Dollar-Finanzierung europäischer Unternehmen könnten ganze Wirtschaftszweige lahmlegen. Die Streichung der Swap-Linien der Fed, die im Krisenfall Zentralbanken Zugang zu Dollar gewähren, würde Europas Bankensektor vor den Zusammenbruch stellen. Selbst die Goldreserven, die in New York lagern, könnten enteignet werden – die Blaupause dafür hat die EU mit der Diskussion zur Nutzung russischer Devisenreserven für die Ukraine selbst geliefert.

Die Lehren aus der Geschichte

Man sollte niemals die Verantwortungslosigkeit der Politik unterschätzen. Den Effekt der Selbstkasteiung gab es bereits mit den Russlandsanktionen, bei denen westliche Anleger Milliardenverluste erlitten, während russische Anleger westliche Vermögen zu Spottpreisen erwerben konnten.

Auch vor dem Ersten Weltkrieg herrschte die Meinung vor, die Volkswirtschaften seien so eng miteinander verflochten, dass ein großer Krieg unmöglich wäre. Bekanntlich kam es anders.

Für Anleger bedeutet das: Geopolitische Risiken sind nur eine Facette der Gefahren für ihr Vermögen. Die Reaktion der Politik im eigenen Land darauf kann ein wesentlich größeres Risiko darstellen. In Zeiten, in denen politische Entscheidungsträger bereit sind, das Vermögen ihrer eigenen Bürger als Spielball geopolitischer Machtspiele zu missbrauchen, gewinnt die Frage nach sicheren Häfen für das eigene Kapital an Bedeutung.

Physische Edelmetalle als Stabilitätsanker

In diesem Kontext erscheinen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung. Anders als Staatsanleihen oder digitale Vermögenswerte können sie nicht per Federstrich entwertet, eingefroren oder mit verlängerten Laufzeiten versehen werden. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Anlageportfolio bieten sie einen Schutz vor genau jenen politischen Risiken, die der Grönland-Streit so deutlich vor Augen führt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung ausreichend recherchieren sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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