
Goldpreis durchbricht 5.000-Dollar-Marke: Schnäppchenjäger nutzen historischen Einbruch
Was für ein Comeback am Edelmetallmarkt! Nach einem der heftigsten Kurseinbrüche seit über einem Jahrzehnt zeigt sich Gold wieder von seiner glänzenden Seite. Das gelbe Metall kletterte im frühen Handel um beachtliche 2,8 Prozent auf 5.085 US-Dollar je Unze – und demonstriert damit einmal mehr seine Widerstandsfähigkeit in turbulenten Zeiten.
Dip-Käufer greifen beherzt zu
Die Erholung kommt nicht von ungefähr. Clevere Anleger haben den dramatischen Kursrückgang der vergangenen Tage als willkommene Einstiegsgelegenheit genutzt. Bereits den zweiten Tag in Folge verzeichnet Gold deutliche Zugewinne, nachdem das Edelmetall in der vorherigen Sitzung bereits mehr als sechs Prozent zulegen konnte. Ein schwächerer US-Dollar und eine wieder zunehmende Risikobereitschaft an den Märkten befeuern die Aufwärtsbewegung zusätzlich.
Zum Handelsschluss am Dienstag notierte Gold zwar noch rund zehn Prozent unter seinem Allzeithoch vom 29. Januar, doch die Bilanz seit Jahresbeginn kann sich sehen lassen: Fast 15 Prozent im Plus – eine Performance, von der Aktienanleger derzeit nur träumen können.
Historischer Einbruch erschütterte die Märkte
Die vergangene Woche hatte es wahrlich in sich. Silber verzeichnete den größten Tagesverlust seiner gesamten Geschichte, während Gold den stärksten Einbruch seit 2013 erlebte. Was war geschehen? Chinesische Fonds und westliche Privatanleger hatten zuvor massive Positionen aufgebaut. Gehebelte börsengehandelte Produkte und eine regelrechte Welle an Call-Optionskäufen hatten die Kurse in schwindelerregende Höhen getrieben.
„Die erzwungenen Verkäufe im Edelmetallsektor dürften inzwischen abgeschlossen sein"
So die Einschätzung von Daniel Ghali, Senior Commodity Strategist bei TD Securities. Gleichzeitig warnt er jedoch, dass die extreme Volatilität der vergangenen Woche Privatanleger zunächst zurückhaltend machen könnte – eine wichtige Käufergruppe falle damit vorübergehend weg.
Silber und andere Edelmetalle profitieren ebenfalls
Nicht nur Gold erholt sich eindrucksvoll. Silber legte zeitweise auf über 88 US-Dollar zu und verzeichnete zuletzt ein Plus von mehr als drei Prozent. Auch Platin und Palladium konnten von der allgemeinen Erholung im Edelmetallsektor profitieren. Die Diversifikation innerhalb der Edelmetalle zeigt sich einmal mehr als sinnvolle Strategie für konservative Anleger.
Banken bleiben langfristig optimistisch
Trotz der jüngsten Turbulenzen halten die großen Investmentbanken an ihren bullischen Prognosen fest. Die Bank of America betont, dass Gold eine deutlich stärkere langfristige Investmentstory besitze als Silber. Niklas Westermark, Leiter des EMEA-Rohstoffhandels bei BofA, ist überzeugt: Zwar könnten überhöhte Preise und Marktturbulenzen die Positionsgrößen beeinflussen, das generelle Anlegerinteresse werde aber nicht nachlassen.
Besonders bemerkenswert ist die Prognose der Deutschen Bank, die am Montag ihre Einschätzung bekräftigte: Gold könnte mittelfristig auf 6.000 US-Dollar je Unze steigen. Eine Aussicht, die in Zeiten grassierender Inflation, geopolitischer Spannungen und einer zunehmend fragwürdigen Geldpolitik der Notenbanken durchaus realistisch erscheint.
Warum physische Edelmetalle gerade jetzt Sinn machen
Die jüngsten Ereignisse führen eindrucksvoll vor Augen, wie schnell sich Papiergold und gehebelte Produkte in Luft auflösen können. Während spekulative Anleger mit Knock-out-Derivaten und gehebelten ETPs herbe Verluste einfuhren, blieb der Wert physischer Edelmetalle unverändert bestehen. Ein Goldbarren im Tresor verliert nicht über Nacht 30 Prozent seines Wertes – er bleibt, was er ist: ein Stück echtes, greifbares Vermögen.
In einer Welt, in der Zentralbanken weiterhin fleißig Gold kaufen – allein im Dezember waren es 19 Tonnen – und die Staatsverschuldung weltweit neue Rekordstände erreicht, erscheint die Beimischung physischer Edelmetalle zum Portfolio vernünftiger denn je. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz plant bekanntlich ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen, das die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Schulden belasten wird. Wer sein Vermögen schützen möchte, sollte auf bewährte Werte setzen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Kauf von Edelmetallen oder anderen Anlageprodukten eine eigenständige Recherche durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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