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Kettner Edelmetalle
01.04.2026
14:16 Uhr

Führungswechsel bei der Marine: Kann ein neuer Inspekteur retten, was Jahrzehnte der Vernachlässigung angerichtet haben?

Die deutsche Marine bekommt einen neuen Chef – und die Frage, die sich jeder sicherheitspolitisch denkende Bürger stellen muss, lautet: Wird das irgendetwas ändern? Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Konteradmiral Wilhelm Tobias Abry als künftigen Inspekteur der Marine ausgewählt. Der 58-jährige Karriereoffizier soll im Herbst dieses Jahres die Nachfolge von Admiral Jan Christian Kaack antreten, der mit 63 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geht. Die offizielle Bekanntgabe der Personalie stehe allerdings erst in einigen Monaten an.

Ein erfahrener Mann für eine fast unmögliche Aufgabe

Abry ist kein Unbekannter in den Fluren des Verteidigungsministeriums. Derzeit dient er als Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters Streitkräfte – eine Position, die ihm zumindest einen umfassenden Überblick über den desolaten Zustand der Bundeswehr verschafft haben dürfte. In seiner bisherigen Laufbahn war er auf diversen nationalen wie internationalen Posten eingesetzt, darunter bei der Auslandsmission „Atalanta" zur Bekämpfung der Piraterie vor Somalia. Erfahrung bringt der Mann also mit. Ob das reicht?

Denn was Abry erbt, ist nichts weniger als das Ergebnis eines jahrzehntelangen Sparkurses, der die einst stolze deutsche Marine auf ein Niveau heruntergewirtschaftet hat, das man nur noch als beschämend bezeichnen kann. Die vorhandenen Kriegsschiffe reichen kaum aus, um die hochgesetzten NATO-Verpflichtungen zu erfüllen. Deutschland, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, ist auf See faktisch ein Zwerg.

Der Preis der „Friedensdividende"

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Seit dem Ende des Kalten Krieges wurde die Bundeswehr systematisch kaputtgespart. Die sogenannte „Friedensdividende" – jenes trügerische Versprechen, man könne Verteidigungsausgaben endlos kürzen, weil der große Krieg ja vorbei sei – hat sich als einer der folgenschwersten strategischen Irrtümer der deutschen Nachkriegsgeschichte erwiesen. Während andere NATO-Partner ihre Streitkräfte modernisierten, wurde in Berlin lieber über Gendersternchen in Dienstvorschriften debattiert als über einsatzfähige Fregatten.

Der scheidende Marineinspekteur Kaack hat immerhin einen ambitionierten Aufrüstungsplan vorgelegt, der einen massiven materiellen wie personellen Aufwuchs bis zum Jahr 2035 vorsieht. Dieser Plan wird auch für seinen Nachfolger Abry wegweisend sein. Doch Pläne auf Papier und schwimmende Kriegsschiffe auf dem Wasser – das sind bekanntlich zwei sehr verschiedene Dinge.

Geld allein löst das Problem nicht

Mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz auf den Weg gebracht hat, stehen theoretisch mehr Mittel zur Verfügung. Doch wer glaubt, dass Geld allein die Marine retten wird, der verkennt die strukturellen Probleme. Die Beschaffungsprozesse der Bundeswehr sind legendär ineffizient, die Bürokratie erdrückend, und qualifiziertes Personal – vom Ingenieur bis zum Matrosen – ist in Zeiten des Fachkräftemangels schwerer zu finden denn je. Hinzu kommt: Jeder Euro, der in Schulden finanzierte Sondervermögen fließt, muss von künftigen Generationen durch Steuern und Abgaben zurückgezahlt werden.

Die geopolitische Lage duldet jedoch keinen weiteren Aufschub. Der Ukraine-Krieg tobt weiter, die Spannungen im Nahen Osten eskalieren, und die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt – steht unter zunehmendem Druck. Eine handlungsfähige Marine ist keine Luxusausgabe, sondern eine existenzielle Notwendigkeit für eine Exportnation wie Deutschland.

Konteradmiral Abry übernimmt also ein Kommando, das gleichzeitig Chance und Bürde ist. Ob er die Marine tatsächlich wieder auf Kurs bringen kann, wird nicht zuletzt davon abhängen, ob die Politik endlich bereit ist, Verteidigung nicht nur als Lippenbekenntnis zu behandeln, sondern als das, was sie ist: die erste Pflicht eines souveränen Staates.

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