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Kettner Edelmetalle
19.06.2026
08:59 Uhr

Erzeugerpreise explodieren: Die Inflation kehrt mit Wucht zurück – und die Politik schaut tatenlos zu

Es ist das altbekannte Spiel: Kaum gerät die geopolitische Lage ins Wanken, kletter die Preise in schwindelerregende Höhen. Die deutschen Erzeugerpreise sind im Mai so kräftig gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Um satte 2,2 Prozent mussten die Hersteller gewerblicher Güter – von der Milch bis zur Maschine – mehr verlangen als noch ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Einen vergleichbaren Sprung hatte es zuletzt im Mai 2023 gegeben.

Der Iran-Krieg und das Spiel mit den Ölpreisen

Auslöser dieser Preisrallye ist vor allem der eskalierte Konflikt im Nahen Osten, der die Ölpreise nach oben katapultiert hat. Wenn im Persischen Golf die Raketen fliegen, zahlt am Ende der deutsche Verbraucher die Rechnung – an der Tankstelle, beim Heizen, beim Einkauf. Die Preise für Vorleistungsgüter zogen mit einem Plus von 4,2 Prozent besonders stark an, während die Energiekosten um 2,5 Prozent kletterten. Von April auf Mai verteuerten sich die Erzeugerpreise um weitere 0,3 Prozent.

Warum das uns alle angeht? Ganz einfach: Erzeugerpreise sind das Frühwarnsystem der Inflation. Was heute die Hersteller mehr berappen müssen, landet morgen mit Aufschlag im Regal des Einzelhandels. Wer also glaubt, die Teuerung sei besiegt, der sitzt einem gefährlichen Trugschluss auf.

Tankrabatt als Beruhigungspille für das Volk

Bei den Verbraucherpreisen gab es im Mai zwar eine kleine Verschnaufpause: Statt 2,9 Prozent wie im April stiegen die Preise „nur" noch um 2,6 Prozent. Doch dieser scheinbare Erfolg ist erkauft – mit dem Tankrabatt, einem klassischen Pflaster auf eine offene Wunde. Statt die strukturellen Probleme der deutschen Energiepolitik anzupacken, greift der Staat erneut in die Trickkiste und subventioniert kurzfristig, was man durch eine vernünftige Politik längst hätte verhindern können.

Wer die Symptome behandelt, statt die Ursachen zu bekämpfen, der wird die Krankheit niemals los.

Die EZB und ihr zaghafter Kampf gegen die Geldentwertung

Die Europäische Zentralbank versucht derweil, mit höheren Zinsen gegenzuhalten. Der Einlagensatz wurde zuletzt von 2,0 auf 2,25 Prozent angehoben – die erste Erhöhung seit fast drei Jahren. Doch reicht das? Angesichts einer Inflation, die durch geopolitische Verwerfungen und eine ausufernde Schuldenpolitik immer neue Nahrung erhält, wirken diese Trippelschritte beinahe rührend hilflos.

Denn vergessen wir nicht: Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz plant ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur – auf Pump, versteht sich. Dieselbe Regierung, deren Kanzler im Wahlkampf hoch und heilig versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen. Solche gigantischen Ausgabenprogramme heizen die Inflation zusätzlich an und belasten kommende Generationen mit einer Zinslast, die durch immer höhere Steuern und Abgaben finanziert werden muss.

Was bleibt dem Bürger?

Die bittere Wahrheit lautet: Während Politiker mit Milliarden jonglieren, als gäbe es kein Morgen, schmilzt das Ersparte des fleißigen Bürgers wie Schnee in der Sonne. Geldwerte verlieren in Zeiten galoppierender Inflation rapide an Kaufkraft. Wer sein Vermögen schützen will, sollte sich nicht auf die Versprechen der Politik verlassen.

Gerade in solchen Zeiten haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als wertstabiler Anker bewiesen. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, das eigene Vermögen vor den Folgen einer entfesselten Geldentwertung zu bewahren – unabhängig davon, welche neuen Schuldenrekorde in Berlin oder Brüssel gerade gebrochen werden.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen qualifizierten Berater. Jeder Anleger ist selbst verpflichtet, ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich. Eine Haftung für etwaige Verluste wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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