
Ende einer Ära: USA verweigern Neuauflage des Atomabkommens mit Russland

Das letzte große nukleare Abrüstungsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ist Geschichte. Der New-Start-Vertrag, einst als Meilenstein der internationalen Rüstungskontrolle gefeiert, ist am Donnerstag offiziell ausgelaufen. Doch anstatt über eine Verlängerung oder Neuauflage zu verhandeln, schlägt Washington einen völlig anderen Kurs ein – einen, der die geopolitischen Karten neu mischen könnte.
Rubio erteilt klassischem Abkommen eine klare Absage
US-Außenminister Marco Rubio ließ keine Zweifel aufkommen: Eine simple Neuauflage des bisherigen Vertrages kommt für die Trump-Administration nicht in Frage. „New Start erfüllt seinen Zweck nicht mehr", verkündete er unmissverständlich auf der Plattform X. Was zunächst wie eine diplomatische Bankrotterklärung klingen mag, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als strategisches Kalkül der Amerikaner.
Denn Rubio schwebt etwas weitaus Ambitionierteres vor: Ein trilaterales Abkommen, das neben Russland auch China an den Verhandlungstisch zwingen soll. In einer „neuen Ära" brauche es eben auch einen „neuen Ansatz", so die Argumentation des Außenministers. Präsident Donald Trump, der bekanntlich keine halben Sachen macht, hatte sich bereits früher für diese Linie ausgesprochen.
Chinas rasante Aufrüstung als Hauptargument
Die Zahlen, die Rubio präsentiert, sind durchaus alarmierend – sofern sie denn stimmen. Seit dem Inkrafttreten von New Start habe China sein Atomwaffenarsenal von bescheidenen 200 auf mittlerweile über 600 Sprengköpfe aufgestockt. Bis 2030 rechnet Washington mit mehr als 1.000 chinesischen Nuklearsprengköpfen. Ein Rüstungsvertrag, der diese aufstrebende Atommacht ausklammere, würde die Vereinigten Staaten „zweifellos weniger sicher" machen, warnte Rubio eindringlich.
Der ursprüngliche New-Start-Vertrag, 2010 zwischen Washington und Moskau geschlossen, begrenzte die Zahl der strategischen Nuklearsprengköpfe auf jeweils 1.550 Stück pro Seite. Die einsatzbereiten Abschussvorrichtungen wurden auf 700 limitiert. Ein Rahmenwerk, das in einer bipolaren Welt durchaus Sinn ergab – doch die Zeiten haben sich geändert.
Moskau zeigt Verständnis für Pekings Zurückhaltung
Interessanterweise äußerte der Kreml zwar Bedauern über das Auslaufen des Vertrages, zeigte jedoch gleichzeitig Verständnis für Chinas ablehnende Haltung gegenüber möglichen Verhandlungen. Das chinesische Arsenal reiche schlichtweg nicht an das russische oder amerikanische Potenzial heran, so die Argumentation aus Moskau. Eine bemerkenswerte Solidaritätsbekundung zwischen den beiden Rivalen des Westens.
Jahrelange Verhandlungen in Aussicht
Wer nun auf schnelle Ergebnisse hofft, dürfte enttäuscht werden. Rubio selbst dämpfte die Erwartungen erheblich: Selbst frühere Abkommen, an denen lediglich zwei Großmächte beteiligt waren, hätten jahrelange Verhandlungen erfordert. Mit drei Atommächten am Tisch – von denen eine, nämlich China, bislang keinerlei Interesse an einer Teilnahme signalisiert hat – dürfte der Weg zu einem neuen Abkommen steinig und lang werden.
Die Welt steht damit vor einer Phase erhöhter nuklearer Unsicherheit. Ohne verbindliche Obergrenzen und Kontrollmechanismen droht ein neues Wettrüsten, das die ohnehin angespannte geopolitische Lage weiter verschärfen könnte. Ob Trumps ambitionierte Strategie, China an den Verhandlungstisch zu zwingen, aufgeht, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die alte Ordnung der nuklearen Rüstungskontrolle ist endgültig Geschichte.
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