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Kettner Edelmetalle
16.02.2026
16:00 Uhr

Einbürgerungsrekord in Deutschland: Über 290.000 neue Pässe – und ein massiver Betrugsskandal

Die Zahlen sind atemberaubend, und sie sollten jeden Bürger dieses Landes aufhorchen lassen: Mehr als 290.000 Menschen wurden im Jahr 2024 in Deutschland eingebürgert. Das sind über 90.000 mehr als noch im Vorjahr. Für 2025 zeichnet sich ein weiterer Anstieg ab. Und als wäre diese Entwicklung nicht schon besorgniserregend genug, erschüttert nun ein handfester Betrugsskandal um gefälschte Sprachzertifikate das ohnehin fragile Vertrauen in die deutschen Einbürgerungsverfahren.

Syrer bilden die größte Gruppe – Berlin vervierfacht seine Zahlen

Die größte Gruppe der frisch Eingebürgerten stammte 2024 aus Syrien: Sage und schreibe 83.150 Menschen erhielten den deutschen Pass. Dahinter folgten ehemalige Staatsangehörige der Türkei, des Irak, Russlands und Afghanistans. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, wohin die Reise geht.

Besonders drastisch fällt der Blick auf einzelne Bundesländer aus. Berlin – ohnehin nicht gerade als Leuchtturm effizienter Verwaltung bekannt – registrierte im laufenden Jahr bereits 39.034 Einbürgerungen. Das ist nahezu eine Verdopplung gegenüber 2024, als es 21.811 waren. Und gegenüber 2023 mit gerade einmal 9.041 Fällen hat sich die Zahl mehr als vervierfacht. Auch Hamburg meldet mit 11.532 Einbürgerungen einen historischen Höchststand. Man fragt sich unwillkürlich: Wird hier noch sorgfältig geprüft – oder wird am Fließband gestempelt?

Gefälschte Sprachzertifikate: Ein Angriff auf die Integrität des Rechtsstaats

Die Antwort auf diese Frage liefert der Betrugsskandal um mutmaßlich manipulierte Sprachtests gleich mit. Offenbar haben zahlreiche Einbürgerungsbewerber mit gefälschten Sprachzertifikaten die Behörden getäuscht – und damit eine der grundlegendsten Voraussetzungen für die deutsche Staatsbürgerschaft schlicht umgangen. Wer nicht einmal die Sprache des Landes beherrscht, dessen Bürger er werden möchte, der hat den deutschen Pass schlichtweg nicht verdient. So sieht es auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, der eine umfassende Überprüfung aller zweifelhaften Fälle fordert. Laufende Verfahren sollten für die Dauer der Aufklärung ausgesetzt werden, so seine klare Forderung.

Noch deutlicher wird der CDU-Spitzenkandidat aus Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters. Er verlangt die Aussetzung sämtlicher Einbürgerungsverfahren. Wer den Sozialstaat betrüge, dürfe nicht mit dem deutschen Pass belohnt werden. Das sei ein Angriff auf Solidarität und Fairness. Harte Worte – aber sind sie hart genug?

Das neue Staatsangehörigkeitsrecht als Brandbeschleuniger

Man muss die Ursachen dieser Entwicklung klar benennen. Seit dem 27. Juni 2024 gilt das von der damaligen Ampelregierung durchgedrückte neue Staatsangehörigkeitsrecht. Es verkürzte die Wartezeit für eine Einbürgerung von acht auf fünf Jahre. Bei sogenannten „besonderen Integrationsleistungen" – was auch immer darunter im Einzelfall zu verstehen sein mag – ist der deutsche Pass sogar schon nach drei Jahren möglich. Dieses Gesetz war eines der letzten ideologischen Geschenke der gescheiterten Ampelkoalition an eine Politik der offenen Schleusen, die von einem Großteil der Bevölkerung längst nicht mehr mitgetragen wird.

Die Koalition aus CDU/CSU und SPD hat zwar bereits beschlossen, dass Täuschungen im Einbürgerungsverfahren künftig zu einer zehnjährigen Sperre führen können. Doch reicht das wirklich aus? Solange die grundsätzlichen Erleichterungen des neuen Staatsangehörigkeitsrechts bestehen bleiben, wird der Ansturm auf den deutschen Pass nicht abreißen. Und solange die Kontrollmechanismen derart löchrig sind, dass gefälschte Sprachzertifikate massenhaft durchgewunken werden, bleibt die deutsche Staatsbürgerschaft ein Ramschprodukt auf dem Basar der Beliebigkeit.

Fehlender Respekt vor der Staatsbürgerschaft

Alexander Throm brachte es auf den Punkt: „Fehlender Respekt vor der deutschen Staatsbürgerschaft darf nicht mehr folgenlos bleiben." Dem ist nichts hinzuzufügen – außer vielleicht die bittere Erkenntnis, dass dieser Respekt über Jahre hinweg systematisch untergraben wurde. Von einer Politik, die Integration mit Einbürgerung verwechselte. Von Behörden, die offenbar weder personell noch strukturell in der Lage waren, die Flut an Anträgen ordnungsgemäß zu bearbeiten. Und von einem Zeitgeist, der jeden, der auf Einhaltung von Regeln pochte, reflexartig in die rechte Ecke stellte.

Deutschland braucht keine Einbürgerung im Schnellverfahren. Deutschland braucht eine Einbürgerungspolitik, die den Wert der Staatsbürgerschaft wieder ernst nimmt. Die sicherstellt, dass nur diejenigen den deutschen Pass erhalten, die sich tatsächlich integriert haben, die Sprache beherrschen und die Werte dieses Landes teilen. Alles andere ist ein Verrat an jenen Millionen Bürgern, die seit Generationen die Grundlagen dieses Gemeinwesens tragen – und an jenen Zuwanderern, die den ehrlichen Weg gegangen sind.

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