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07.05.2026
07:11 Uhr

Ein Jahr Merz: Die Bauindustrie zieht eine vernichtende Bilanz

Ein Jahr Merz: Die Bauindustrie zieht eine vernichtende Bilanz

Es sollte der große Aufbruch werden. Friedrich Merz, der Mann mit dem Versprechen, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen, trat im Mai 2025 mit einem Koalitionsvertrag an, der vor wohlklingenden Absichtserklärungen nur so strotzte. Ein Jahr später folgt die Ernüchterung – und sie kommt aus einer Branche, die wie kaum eine andere als Seismograf für den Zustand der deutschen Wirtschaft taugt: der Bauindustrie.

Ankündigungsweltmeister statt Umsetzungsturbo

Pünktlich zum Tag der Bauindustrie meldet sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mit einer schonungslosen Abrechnung zu Wort. Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller fand bemerkenswert deutliche Worte: Schwarz-Rot stecke nach wie vor im Ankündigungsmodus fest, von einem Umsetzungsmodus könne keine Rede sein. Die Signale aus Berlin, so Müller, klängen ja gut. Man wolle sie auch glauben. Doch die Regierung mache es einem schwer.

Diese diplomatisch verpackte Frustration hat es in sich. Wenn ein Branchenverband, der traditionell um gute Beziehungen zur Politik bemüht ist, derart unverblümt redet, dann brennt die Hütte. Müller spricht von einer Regierung, die "wie gelähmt" wirke – und das, obwohl im Koalitionsvertrag so viele gute Dinge vereinbart worden seien. Der versprochene Reformturbo? Lasse weiter auf sich warten.

500 Milliarden Sondervermögen – und kein Bagger rollt

Besonders pikant wird die Kritik vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung mit einem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen für die Infrastruktur an den Start gegangen ist. Eine Summe, die Generationen von Steuerzahlern noch beschäftigen wird. Schulden in historischer Dimension – und das von einem Kanzler, der im Wahlkampf wortreich versprochen hatte, eben keine neuen Schulden machen zu wollen. Die Realität sieht anders aus: Die Milliarden sind verbucht, doch auf den Baustellen der Republik bewegt sich kaum etwas.

Müller bringt es auf den Punkt: Die Branche habe zu wenige Aufträge im Infrastrukturbereich. Gleichzeitig wachse bei den Maßnahmenträgern wieder die Sorge, ob die Finanzierung überhaupt gesichert sei. Wie kann das sein, wenn doch ein halbes Billion Euro auf Abruf bereitsteht? Die Antwort liefert das altbekannte Bild der deutschen Bürokratie, die jeden gut gemeinten Impuls in Anträgen, Prüfverfahren und Zuständigkeitsdebatten erstickt.

Wohnungsbau in der Dauerkrise

Während die Politik in Sonntagsreden den Wohnungsbau zur Priorität erklärt, bleibt die Bautätigkeit auf einem historisch niedrigen Niveau. Die Folgen sind in jeder Großstadt zu besichtigen: explodierende Mieten, verzweifelte Familien auf Wohnungssuche, eine ganze Generation, für die Eigentum ein unerreichbarer Traum geworden ist. Die Versprechen, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu errichten, sind Makulatur – ein Schicksal, das sie schon mit der Vorgängerregierung teilen.

Die bittere Erkenntnis nach zwölf Monaten

Die Enttäuschung der Bauindustrie steht stellvertretend für ein größeres Problem: Die schwarz-rote Koalition hat es bislang nicht vermocht, die hochgesteckten Erwartungen ihrer Wähler einzulösen. Große Teile der Bevölkerung, so Müller, hätten den großen Reformturbo erwartet. Bekommen haben sie ein Berlin, das sich in Selbstblockade übt, während die Substanz des Landes weiter erodiert. Brücken, Schulen, Schienen – die Infrastruktur dieses einst stolzen Industrielandes verfällt im Zeitlupentempo, während die Verantwortlichen Pressemitteilungen verfassen.

Die Frage, die sich aufdrängt: Wofür wurde diese Regierung eigentlich gewählt? Die Wähler hatten 2025 ein deutliches Signal gesendet, dass sie einen Kurswechsel wollten. Bekommen haben sie eine Fortsetzung des bekannten Stillstands – nur diesmal mit anderen Beteuerungen.

Was bleibt für den Bürger?

In Zeiten, in denen politische Versprechen reihenweise zerbröseln, in denen Sondervermögen in Milliardenhöhe aufgelegt werden, ohne dass sich für den Bürger etwas zum Besseren wendet, gewinnen handfeste Werte wieder an Bedeutung. Wer sein Vermögen nicht der Inflation und den Folgen einer unsoliden Haushaltspolitik überlassen will, sucht nach Anlageformen, die unabhängig von politischen Lippenbekenntnissen Bestand haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie auch dann noch Wert besitzen, wenn Regierungen scheitern und Währungen schwächeln. Sie taugen als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio, gerade in einer Zeit, in der das Vertrauen in staatliches Handeln aus guten Gründen weiter schwindet.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Meinung unserer Redaktion dar und ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor jeder Investition eigenständig recherchieren oder einen qualifizierten Berater konsultieren.

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