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Kettner Edelmetalle
27.02.2026
09:15 Uhr

Doppelt zahlen für den „Fernsehgarten": Wie das ZDF seine eigenen Geldgeber zur Kasse bittet

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: 46 Millionen deutsche Haushalte überweisen Monat für Monat brav ihre 18,36 Euro an den Beitragsservice – ob sie wollen oder nicht. Über acht Milliarden Euro jährlich fließen so in die Kassen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ein gewaltiger Batzen Geld, von dem ein erheblicher Anteil beim ZDF landet. Und was macht der Mainzer Sender mit dieser beispiellosen Finanzierungsgarantie? Er bittet dieselben Bürger, die das alles erst möglich machen, gleich noch einmal zur Kasse.

30 Euro für die Ehre, Statist zu sein

Ab dem 2. März startet der Vorverkauf für den legendären ZDF-„Fernsehgarten" – jene Sonntagsunterhaltung, die seit Jahrzehnten vom Lerchenberg in Mainz gesendet wird und deren gesamte Produktion aus dem Beitragstopf finanziert wird. Moderation, Technik, Regie, die Gagen der auftretenden Künstler – alles bezahlt vom deutschen Gebührenzahler. Doch wer dieser Sendung einmal live beiwohnen möchte, der muss tief in die Tasche greifen. 30 Euro kostet ein Tischplatz, 25 Euro ein Sitz auf der Tribüne, und selbst für einen schnöden Stehplatz werden noch 15 Euro fällig.

Nun mag man einwenden, dass diese Beträge im Vergleich zu einem Konzertbesuch oder einem Abend im Theater geradezu bescheiden wirken. Das stimmt. Doch darum geht es nicht. Es geht um ein grundsätzliches Prinzip, das hier mit Füßen getreten wird.

Zwangsabgabe und Zusatzgebühr – ein fragwürdiges Geschäftsmodell

Der Rundfunkbeitrag ist keine freiwillige Spende. Er ist keine Mitgliedschaft, die man kündigen könnte, wenn einem das Programm nicht gefällt. Er ist eine gesetzlich verankerte Pflichtabgabe, die jeder Haushalt in Deutschland entrichten muss – der begeisterte ZDF-Zuschauer ebenso wie derjenige, der seinen Fernseher seit Jahren nicht mehr eingeschaltet hat. Aus dieser Zwangsfinanzierung ergibt sich eine besondere Verantwortung. Die Programme, die aus diesem Geld entstehen, gehören im übertragenen Sinne allen Bürgern. Sie sind die Auftraggeber, die Finanziers – und nun sollen sie auch noch zahlende Gäste sein?

Befürworter des Eintrittsmodells ziehen gerne Parallelen zu staatlich subventionierten Museen oder Schwimmbädern, die ebenfalls Eintritt verlangen. Doch dieser Vergleich hinkt gewaltig. Ein Museum bietet ein Erlebnis, das ausschließlich vor Ort stattfindet. Wer ein Gemälde von Caspar David Friedrich bewundern will, muss in die Alte Nationalgalerie gehen – es gibt keine Alternative. Beim „Fernsehgarten" hingegen wird die komplette Sendung kostenlos im Fernsehen und in der ZDF-Mediathek übertragen. Der Besuch vor Ort ist ein Zusatzangebot, kein exklusiver Zugang zum Inhalt.

Unbezahlte Statisten, die auch noch zahlen müssen

Besonders pikant wird die Angelegenheit, wenn man sich vergegenwärtigt, welche Rolle das Live-Publikum eigentlich spielt. Die jubelnden, klatschenden, schunkelnden Zuschauer auf dem Lerchenberg sind kein bloßes Beiwerk – sie sind integraler Bestandteil der Produktion. Ohne sie wäre der „Fernsehgarten" nicht der „Fernsehgarten". Die Gäste vor Ort liefern die Atmosphäre, die Stimmung, die Kulisse. Sie sind, nüchtern betrachtet, unbezahlte Statisten. Und diese Statisten erhalten nicht nur keinen Lohn für ihre Mitwirkung – sie müssen für das Privileg, Teil der Show zu sein, auch noch bezahlen. Eine bemerkenswerte Geschäftsidee, die in der freien Wirtschaft wohl als genial gelten würde.

Symptom eines größeren Problems

Letztlich ist die Ticketpreisdebatte um den „Fernsehgarten" nur ein Symptom eines viel größeren Problems. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland hat längst jedes Maß verloren – sowohl was seinen Umfang als auch was sein Selbstverständnis betrifft. Mit über acht Milliarden Euro jährlich verfügt er über das größte Budget aller öffentlich-rechtlichen Mediensysteme weltweit. Und dennoch reicht das Geld offenbar nicht aus, um den eigenen Geldgebern wenigstens den Zugang zu einer Eigenproduktion kostenfrei zu ermöglichen.

In einer Zeit, in der die Bürger unter steigenden Lebenshaltungskosten ächzen, in der die Inflation die Kaufkraft auffrisst und die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die nächsten Generationen belastet, mutet es geradezu zynisch an, dass eine gebührenfinanzierte Anstalt ihre eigenen Finanziers noch einmal extra abkassiert. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie weit sich die öffentlich-rechtlichen Sender von den Menschen entfernt haben, für die sie eigentlich da sein sollten.

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Politik endlich eine grundlegende Reform des Rundfunksystems angeht – eine Reform, die den Beitragszahler wieder in den Mittelpunkt stellt und nicht die aufgeblähten Strukturen eines Apparats, der sich selbst genug zu sein scheint. Doch solange der Zwangsbeitrag munter weiter fließt, wird sich am Lerchenberg wohl kaum jemand Gedanken darüber machen, ob 30 Euro für einen Tischplatz bei einer bereits finanzierten Sendung wirklich angemessen sind.

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