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Kettner Edelmetalle
16.07.2026
10:01 Uhr

Der Westen verspielt sein Ansehen: Erstmals seit zwei Jahrzehnten schlägt China die USA in der weltweiten Sympathie

Es ist ein Datum, das man sich merken sollte. Eine am 15. Juli 2026 veröffentlichte Erhebung des Pew Research Center dokumentiert einen bemerkenswerten Bruch: Zum ersten Mal seit rund zwanzig Jahren, in denen die Washingtoner Denkfabrik die globale Stimmung gegenüber den beiden Supermächten misst, blicken die Menschen in der Mehrheit der befragten Länder freundlicher auf China als auf die Vereinigten Staaten. Befragt wurden zwischen dem 8. Februar und dem 13. Mai 2026 gut 42.000 Erwachsene in 36 Ländern und Territorien. Ein Ergebnis, das man getrost als Ohrfeige für die westliche Selbstgewissheit lesen darf.

25 von 36 Ländern kehren Washington den Rücken

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. In 25 der 36 untersuchten Nationen überwiege inzwischen die positive Meinung über China gegenüber jener über die USA – und zwar ausgerechnet bei jahrzehntelang treuen Verbündeten wie Kanada, Frankreich, Großbritannien und, man höre und staune, auch Deutschland. Nur noch sechs Staaten bewerten die USA günstiger als das Reich der Mitte: Indien, Japan, die Philippinen, Südkorea, Polen und Israel. Allesamt Länder, die aus geopolitischen Gründen ein handfestes Interesse daran haben, sich an Washington zu binden.

Bemerkenswert ist auch das Vertrauen in die jeweiligen Staatslenker. Insgesamt bringen mehr Befragte dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Vertrauen entgegen als Donald Trump – wobei das Vertrauen in beide Herren auf niedrigem Niveau verharre. In Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Großbritannien liege Xi zweistellig vor dem US-Präsidenten.

Der Wendepunkt entsteht überwiegend durch sinkende Sympathie für die USA – nicht durch eine gleichermaßen wachsende Zustimmung zu China.

Kanada als Sinnbild des Absturzes

Wie dramatisch die Verschiebung verläuft, zeigt der Blick auf unseren transatlantischen Nachbarn im Norden. Noch 2023 hätten 57 Prozent der Kanadier positiv über die USA geurteilt, gegenüber mageren 14 Prozent für China. 2026 sehen nun 44 Prozent China wohlwollend, die USA nur noch 33 Prozent. Eine Verschiebung von über zwanzig Prozentpunkten in gerade einmal drei Jahren. Ähnliche Bewegungen registriert Pew in zahlreichen weiteren Staaten.

Wenn das Aushängeschild bröckelt

Besonders schmerzhaft dürfte für die selbsternannte Führungsmacht der freien Welt ein anderer Befund sein. Jener Wert, der die USA stets vom autoritären China abhob – die wahrgenommene Achtung persönlicher Freiheiten –, zerbröselt zusehends. In Schweden fiel der Anteil derjenigen, die den USA diese Achtung zuschreiben, seit 2021 von 61 auf 27 Prozent. Rückgänge von 25 Prozentpunkten oder mehr verzeichnet Pew auch für Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Südkorea und Spanien. Der einstige Vorsprung schmilzt dahin wie Schnee in der Frühlingssonne.

Die unbequemen Wahrheiten hinter der Umfrage

Man muss diese Zahlen richtig einordnen. Der Erhebungszeitraum fiel mit einer Phase besonders aggressiver US-Außenpolitik zusammen: dem von Washington und Israel geführten Krieg gegen den Iran, Trumps Forderungen nach Kontrolle über Grönland sowie der Festnahme des venezolanischen Ex-Präsidenten Maduro durch US-Streitkräfte. Wie stark solche Einzelereignisse kurzfristig durchschlagen, lässt die Studie klugerweise offen.

Und noch etwas verdient Beachtung: In Ländern mit mittlerem Einkommen sagen im Median 75 Prozent, die USA mischten sich stark in die Angelegenheiten anderer Staaten ein – über China behaupten dies nur 45 Prozent. In Südafrika gilt China für 72 Prozent als verlässlicher Partner, die USA lediglich für 46 Prozent. Wer sich als moralische Instanz aufspielt, während er selbst weltweit interveniert, darf sich über solche Ergebnisse nicht wundern.

Was uns dieser Umbruch lehren sollte

Für den nüchtern denkenden Beobachter offenbart diese Studie vor allem eines: Vertrauen ist eine flüchtige Währung. Ganze Nationen können binnen weniger Jahre umschwenken, Bündnisse erodieren, geglaubte Gewissheiten lösen sich in Luft auf. In einer Welt, in der selbst die Sympathie zwischen Großmächten so rasant kippt, in der geopolitische Verwerfungen, Kriege und Handelskonflikte zum Alltag gehören, sollte sich jeder verantwortungsbewusste Bürger fragen, worauf er sein Vermögen eigentlich baut.

Wenn ganze Machtblöcke ins Wanken geraten und das Vertrauen in Regierungen weltweit schwindet, bewährt sich seit Jahrtausenden ein zeitloser Anker: physisches Gold und Silber. Edelmetalle kennen keine geopolitischen Loyalitäten, keine Propaganda und keine Umfragestürze. Sie sind weder auf das Wohlwollen Washingtons noch Pekings angewiesen. Als solides Fundament eines breit gestreuten Vermögens bieten sie genau jene Stabilität, die die politische Weltbühne derzeit vermissen lässt.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben ausdrücklich keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt für seine Entscheidungen die alleinige Verantwortung. Ziehen Sie im Zweifel einen unabhängigen Fachberater hinzu.

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