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Kettner Edelmetalle
20.05.2026
05:02 Uhr

Der Stromexport-Schwindel: Wie Berlin die Energiewende schönrechnet

Es ist ein altes Spiel: Die Politik feiert sich, die Mainstream-Medien klatschen Beifall, und der wahre Preis bleibt im Kleingedruckten verborgen. So auch jetzt wieder. Die Bundesnetzagentur verkündete stolz, dass Deutschland im ersten Quartal 2026 erstmals seit Ende 2023 wieder mehr Strom exportiert als importiert habe. 17,9 Terawattstunden hinaus, 15,3 Terawattstunden herein – auf dem Papier ein Triumph. Der Spiegel jubelte, andere Medien zogen artig nach. Doch ein Blick hinter die schöne Fassade entlarvt das Ganze als das, was es ist: eine sorgsam inszenierte PR-Show.

Mengenbilanz hui, Kostenbilanz pfui

Wer den Marktdaten nachgeht – und das tun die wenigsten, weil die Bundesnetzagentur diese Zahlen gut versteckt zum Download bereitstellt –, stößt auf eine unbequeme Wahrheit. Der Saldo der Stromhandelsbilanz liegt bei minus 141,6 Millionen Euro. Ein dreistelliger Millionenverlust binnen drei Monaten. Doch davon liest man in den Erfolgsmeldungen kein Wort. Warum auch? Eine positive Schlagzeile lässt sich besser verkaufen als die nüchterne Erkenntnis, dass Deutschland seinen Strom verramscht und ihn anschließend teuer zurückkaufen muss.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Exporte spülten rund 1,60 Milliarden Euro in die Kassen. Die Importe kosteten dagegen 1,74 Milliarden Euro. Der gewichtete Exportpreis lag bei mageren 96,47 Euro je Megawattstunde, während für jede importierte Megawattstunde stolze 117,03 Euro fällig wurden. Eine simple Rechnung, die jeder mittelständische Unternehmer in seinem Geschäft sofort als Warnsignal erkennen würde – nur in der deutschen Energiepolitik gilt offenbar: Hauptsache, die Erzählung stimmt.

Das Geschäftsmodell der Energiewende: Billig verkaufen, teuer einkaufen

Dahinter steckt ein systemisches Problem, das man kaum erfinden könnte. Wenn die Sonne scheint und der Wind bläst, produzieren die deutschen Wind- und Solaranlagen mehr Strom, als das Land verbrauchen kann. Die Folge: Die Börsenpreise stürzen ab, und das Ausland nimmt dankend ab, was bei uns übrig bleibt. Bei Flaute und nachts dreht sich das Spiel um. Dann muss Deutschland teuren Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Polen einkaufen – jene Energiequellen, die man hierzulande politisch korrekt als Teufelszeug verteufelt.

Das Ergebnis ist ein Geschäftsmodell, das in jeder ordentlich geführten Volkswirtschaft als Misswirtschaft gelten würde. Doch in der Republik der Energiewende-Apologeten wird daraus eine Erfolgsstory gestrickt. Die Zeche zahlen die Bürger und der Mittelstand – über Stromrechnungen, die längst zu den höchsten in ganz Europa zählen.

Negative Preise: Wenn Strom zur Last wird

Besonders absurd wird es bei den Negativpreisen. Stolze 1,252 Terawattstunden exportierte Deutschland im ersten Quartal 2026 zu negativen Preisen ins Ausland. Im Klartext: Wir haben den Nachbarn Geld dafür bezahlt, dass sie uns unseren überschüssigen Ökostrom abnehmen. Macht unterm Strich nochmal 30,8 Millionen Euro Belastung. Zwar wurden auch kleinere Mengen zu negativen Preisen importiert, was die Bilanz minimal entlastete – doch netto bleibt ein Verlust von 18,0 Millionen Euro allein aus diesen kuriosen Handelsperioden.

Insgesamt gingen 7,55 Prozent der gesamten Exportmenge zu null oder negativen Preisen über die Grenze. Mehr als jede dreizehnte exportierte Megawattstunde war wirtschaftlich gesehen ein Verlustgeschäft. Die Energiewende, dieses Vorzeigeprojekt deutscher Klimapolitik, produziert offenbar im großen Stil Strom, der niemandem etwas wert ist – außer den Anlagenbetreibern, die ihre garantierten Einspeisevergütungen aus den Taschen der Verbraucher kassieren.

Die fehlende Bilanz ist die eigentliche Nachricht

Das eigentlich Skandalöse an der ganzen Geschichte ist nicht einmal das Minus von 141,6 Millionen Euro. Skandalös ist, dass diese Zahl der Öffentlichkeit vorenthalten wird. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht zwar Mengen und Preise – aber keine Quartalsbilanz mit Exporterlösen, Importkosten und Saldo. Wer es genau wissen will, muss sich durch Viertelstundendaten quälen und selbst rechnen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wäre die Kostenbilanz positiv ausgefallen, sie wäre vermutlich auf jeder Titelseite gelandet. Da sie negativ ist, schweigt man sich aus. Das ist keine seriöse Informationspolitik – das ist Propaganda durch Auslassung.

Es passt ins Bild einer Politik, die sich seit Jahren weigert, die Realität der Energiewende anzuerkennen. Anstatt ehrlich zu bilanzieren, werden ausgewählte Kennzahlen herausgepickt, die in die gewünschte Erzählung passen. Die Stromexporte sind das jüngste Beispiel dieser Strategie. Doch jeder Buchhalter, jeder Kaufmann und jeder mit gesundem Menschenverstand erkennt: Eine Bilanz, die die Kostenseite ausblendet, ist keine Bilanz – sie ist eine Inszenierung.

Was bleibt für den Bürger?

Der deutsche Stromverbraucher zahlt die Zeche – wie immer. Während die Politik sich mit Mengenbilanzen schmückt, klettern die Strompreise weiter, fliehen energieintensive Industrien ins Ausland und verlieren ganze Branchen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die deutsche Industrie steht unter Druck wie nie zuvor, und die Energiewende, die einst als großes Versprechen verkauft wurde, entpuppt sich immer mehr als ökonomischer Sargnagel des Wirtschaftsstandorts.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Schönfärberei gewinnt eines an Bedeutung: solide, krisenfeste Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten seit Jahrtausenden einen verlässlichen Schutz gegen Inflation, Währungsverfall und politische Fehlentscheidungen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio können sie helfen, die eigene finanzielle Souveränität auch dann zu wahren, wenn die nächste Erfolgsmeldung aus Berlin wieder einmal nur die halbe Wahrheit erzählt.

Hinweis: Die in diesem Artikel dargestellten Inhalte spiegeln die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und für seine Anlageentscheidungen selbst Verantwortung zu übernehmen. Eine Haftung für wirtschaftliche Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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