
DAX im Sinkflug: Deutschlands Leitindex scheitert erneut an der magischen 25.000er-Marke
Es ist ein Trauerspiel, das sich am deutschen Aktienmarkt mittlerweile mit ermüdender Regelmäßigkeit wiederholt: Der DAX schafft es einfach nicht, die psychologisch bedeutsame Schwelle von 25.000 Punkten nachhaltig zu überwinden. Am Dienstag setzte der deutsche Leitindex seine Talfahrt vom Vortag fort und notierte bereits im vorbörslichen Handel deutlich schwächer. Was zunächst nach einem vielversprechenden Ausbruch aussah, entpuppte sich einmal mehr als Strohfeuer.
Fehlende Impulse aus Übersee
Zum Wochenauftakt hatte der DAX ohne die richtungsweisenden Signale der US-Börsen nur lustlos vor sich hin gedümpelt. Zwar gelang es dem Index kurzzeitig, die 25.000-Punkte-Marke zu erklimmen – doch die Anschlussdynamik blieb aus wie ein Regenschauer in der Sahara. Das Ergebnis: ein ernüchterndes Minus von 0,5 Prozent bei 24.800 Zählern. Bereits in den vergangenen Wochen waren mehrere Ausbruchsversuche kläglich gescheitert, und so drängt sich die Frage auf, ob der deutsche Aktienmarkt überhaupt noch die Kraft für neue Höhen besitzt.
Die Abhängigkeit von den amerikanischen Börsen offenbart dabei ein grundsätzliches Problem: Deutschlands Wirtschaft und seine Aktienmärkte hängen am Tropf der Wall Street. Eigenständige Impulse? Fehlanzeige. In Zeiten, in denen Donald Trumps aggressive Zollpolitik mit 20 Prozent auf EU-Importe die transatlantischen Handelsbeziehungen belastet, ist diese Abhängigkeit mehr als nur ein kosmetisches Problem – sie ist ein strukturelles Risiko.
Charttechnik: Zwischen Hoffen und Bangen
Aus technischer Sicht steuert der DAX direkt auf die erste Unterstützungszone bei 24.714 bis 24.700 Punkten zu. Sollte sich der Index dort stabilisieren können, wäre eine technische Gegenbewegung in Richtung 24.800 und darüber hinaus bis 24.898 Punkte denkbar. Doch spätestens in diesem Bereich dürften die Bären wieder zuschlagen, denn kurzfristige Widerstände machen die Luft nach oben dünn wie auf einem Himalaya-Gipfel.
Fällt der DAX hingegen signifikant unter die 24.700er-Marke, würde sich das charttechnische Bild deutlich eintrüben. Anschlussverkäufe bis in den Bereich um 24.620 Punkte wären dann wahrscheinlich, und die zentrale Horizontale bei 24.500 bis 24.475 Punkten rückte als maßgebliche Entscheidungsmarke in den Fokus. Erst ein dynamischer Sprung über 25.100 Punkte würde neues Aufwärtspotenzial freisetzen – ein Szenario, das angesichts der aktuellen Gemengelage eher Wunschdenken als realistische Prognose sein dürfte.
ZEW-Daten als möglicher Katalysator
Einen Hoffnungsschimmer könnten die am Dienstag veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen liefern. Dieser bedeutende Frühindikator gibt Aufschluss darüber, wie Finanzmarktexperten die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den kommenden sechs Monaten einschätzen. Angesichts der Tatsache, dass die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz ein gigantisches 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht hat, könnte die Stimmung durchaus positiv überraschen. Ob diese schuldenfinanzierte Wachstumsstrategie allerdings nachhaltig trägt oder lediglich die Inflation weiter anfacht und kommende Generationen mit Zinszahlungen belastet, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Wenn Aktien schwächeln, glänzt das Gold
Während der DAX orientierungslos zwischen Unterstützungen und Widerständen pendelt, zeigt sich einmal mehr, warum kluge Anleger nicht ausschließlich auf Aktien setzen sollten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich in unsicheren Zeiten stets als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung erwiesen. Wer sein Portfolio breit aufstellt und Edelmetalle als strategische Beimischung versteht, ist gegen die Launen der Aktienmärkte deutlich besser gewappnet.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere oder sonstige Finanzinstrumente. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, seine Investitionsentscheidungen auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines qualifizierten Anlageberaters zu treffen. Eine Haftung für etwaige Verluste wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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