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21.01.2026
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Corona-Aufarbeitung: Renommierter Statistiker wirft Politik vor, das RKI mundtot gemacht zu haben

Corona-Aufarbeitung: Renommierter Statistiker wirft Politik vor, das RKI mundtot gemacht zu haben

Was viele kritische Bürger seit Jahren vermuteten, findet nun auch in offiziellen Gremien seinen Widerhall: Der Corona-Untersuchungsausschuss des thüringischen Landtags fördert brisante Erkenntnisse zutage, die das Versagen der deutschen Corona-Politik in ein grelles Licht rücken. Der renommierte Medizinstatistiker Gerd Antes, einer der Wegbereiter der evidenzbasierten Medizin in Deutschland, erhob am Dienstag schwere Vorwürfe gegen die damalige Bundesregierung.

Das RKI als Maulkorb-Institut

Die Aussagen des Mathematikers und Statistikers haben es in sich: Das Robert Koch-Institut sei durch die Politik regelrecht „stummgestellt" worden. Dabei hätten die mittlerweile veröffentlichten RKI-Protokolle gezeigt, dass die Behörde auf Arbeitsebene durchaus kritische Punkte diskutiert und „richtig gut Arbeit gemacht" habe. Nur nach außen kommunizieren durfte das Institut diese Erkenntnisse offenbar nicht.

Man stelle sich das einmal vor: Eine Gesundheitsbehörde, die eigentlich die wissenschaftliche Grundlage für politische Entscheidungen liefern sollte, wird zum Schweigen verdonnert. Antes formulierte es pointiert: Der damalige RKI-Chef Lothar Wieler hätte eigentlich in jeder Pressekonferenz neben dem Gesundheitsminister sitzen und mit dem Nationalen Pandemieplan winken müssen. Stattdessen wurde dieser Leitfaden schlichtweg ignoriert – aus „politischen Gründen", wie der Sachverständige betonte.

Impfung als einzige „propagierte" Therapie

Besonders brisant erscheint die Kritik an der einseitigen Ausrichtung der Corona-Strategie. Statt eine breite Forschung zu Therapiemöglichkeiten gegen COVID-19 zu fördern, habe man sich auf die Vermarktung von Diagnostikinstrumenten wie Corona-Tests konzentriert. Die logische Konsequenz dieser Fehlentscheidung: Das Impfen wurde als einzige Therapie „propagiert".

Auch die übermäßige Abhängigkeit von Modellrechnungen kritisierte Antes scharf. Modellierung könne zwar Teil der Krisenbewältigung sein, doch von einem Modell abzuleiten, dass man abends ab 20 Uhr einen Lockdown brauche – das sei „natürlich absurd".

Der schwedische Weg: Besser als sein Ruf

Während der Virologe Christian Drosten einen Vergleich zwischen Deutschland und Schweden stets als problematisch darstellte, sieht Antes die Sache völlig anders. Mit einem Urbanisierungsgrad von fast 89 Prozent – deutlich höher als Deutschlands 78 Prozent – hätte Schweden eigentlich schlechtere Voraussetzungen für die Eindämmung des Virus gehabt. Dennoch sei das skandinavische Land, wenn man die Schäden der Pandemie-Maßnahmen im vollen Umfang berücksichtige, „einfach eindeutig besser" weggekommen.

Virologe Streeck zwischen Kritik und Versöhnung

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Virologe Hendrik Streeck schlug vor dem Ausschuss sowohl kritische als auch versöhnliche Töne an. Seine zentrale Botschaft: Es stehe nicht immer der Schutz vor einem Virus an erster Stelle, sondern die Würde des Menschen. Eine Aussage, die während der Pandemie von vielen Entscheidungsträgern offenbar vergessen wurde.

Streeck erneuerte seine Kritik an der mangelnden Begleitforschung und den zu eng aufgestellten Expertengremien. Zudem stellte er das von Drosten und Wieler gezeichnete Bild infrage, wonach unter Wissenschaftlern wichtige Daten zur Einschätzung der Pandemie allgemein bekannt gewesen seien.

Allerdings fielen bei der Befragung auch Streecks wiederkehrende Erinnerungslücken auf. So gab der Virologe an, nicht einmal zu wissen, wer während der Corona-Pandemie Ministerpräsident von Thüringen war. Die AfD-Politikerin Wiebke Muhsal zeigte sich entsprechend ernüchtert: „Mein Eindruck war, dass er die Situation in Thüringen gar nicht kennt."

Deutschland hat nichts gelernt

Das vernichtendste Urteil des Medizinstatistikers Antes betrifft die Lernfähigkeit der deutschen Politik: Deutschland habe aus der Corona-Pandemie „leider nichts gelernt". Die Pandemie sei eigentlich nur eine Wiederholung der Schweinegrippe von 2009 in größerem Rahmen gewesen. Und auch jetzt gebe es „kein Konzept" und nicht die Personen, die eine künftige Pandemiebewältigung in die Hand nehmen könnten.

Für die Einrichtung des Untersuchungsausschusses hatten sich die Landtagsfraktionen von AfD und BSW sowie Teile der CDU eingesetzt. Die nächste Sitzung findet am 24. Februar statt, dann sollen weitere Fachexperten gehört werden, bevor politische Entscheidungsträger als Zeugen geladen werden. Man darf gespannt sein, welche weiteren unbequemen Wahrheiten dann ans Licht kommen.

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