
Cannabis-Clubs boomen: Über 400 Anbauvereine zeigen das ganze Ausmaß der deutschen Kifferpolitik
Zwei Jahre ist es nun her, dass die damalige Ampelregierung eines ihrer ideologischen Lieblingsprojekte durchdrückte: die Teillegalisierung von Cannabis. Was Kritiker damals als gesellschaftspolitischen Irrweg brandmarkten, hat inzwischen eine bemerkenswerte Eigendynamik entwickelt. Laut einer aktuellen Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland existieren mittlerweile 413 genehmigte Cannabis-Anbauvereine im gesamten Bundesgebiet. Man reibt sich die Augen.
Niedersachsen als Kiffer-Hochburg der Republik
Besonders eifrig wird offenbar in Niedersachsen angebaut. Mit 85 genehmigten Cannabis-Clubs und einer Quote von 1,06 Vereinigungen pro 100.000 Einwohner führt das Bundesland das bundesweite Ranking an. Hamburg folgt mit 0,91 auf dem zweiten Platz, Brandenburg liegt mit 0,82 auf Rang drei. Dass ausgerechnet der Norden der Republik sich als Vorreiter der staatlich sanktionierten Drogenproduktion hervortut, dürfte manchen Beobachter überraschen – andere hingegen kaum.
Am anderen Ende der Skala steht Bayern. Der Freistaat hat gerade einmal neun Clubs genehmigt, was einer Quote von mageren 0,07 pro 100.000 Einwohner entspricht. Drei davon hätten den Anbau zwischenzeitlich sogar wieder eingestellt, wie ein Sprecher mitteilte. Bayern zeigt damit einmal mehr, dass konservative Landespolitik durchaus in der Lage ist, ideologischen Experimenten aus Berlin zumindest Grenzen zu setzen.
864 Anträge – und die Bürokratie mahlt
Insgesamt seien deutschlandweit 864 Anträge auf Gründung einer Cannabis-Anbauvereinigung gestellt worden. Nordrhein-Westfalen führt diese Statistik mit 219 eingereichten Anträgen an, von denen 118 bewilligt wurden. Niedersachsen folgt mit 136 Anträgen. Am wenigsten Interesse besteht offenbar in Bremen mit sieben und im Saarland mit acht gestellten Anträgen.
Die erhebliche Differenz zwischen gestellten und genehmigten Anträgen bedeute allerdings nicht automatisch, dass die übrigen abgelehnt worden seien. Viele Verfahren befänden sich noch in Bearbeitung, einige Antragsteller hätten ihre Gesuche auch wieder zurückgezogen. Die deutsche Bürokratie – sie funktioniert eben auch beim Kiffen mit gewohnter Gründlichkeit.
Ein fragwürdiges Erbe der Ampel-Ära
Die Teillegalisierung trat am 1. April 2024 in Kraft – ein Datum, das angesichts der Tragweite des Gesetzes fast schon wie ein schlechter Scherz anmutet. Seitdem dürfen Volljährige Cannabis konsumieren und in begrenzter Menge zu Hause anbauen. Abstandsregelungen zu Schulen und Spielplätzen sollen den Jugendschutz gewährleisten. Seit dem 1. Juli 2024 können Vereine Anträge für den gemeinschaftlichen Anbau stellen, wobei sie nachweisen müssen, dass sie Cannabis mit begrenztem THC-Gehalt ausschließlich an volljährige Mitglieder abgeben.
Während die Politik sich also mit der Regulierung von Hanfpflanzen beschäftigt, warten die wirklich drängenden Probleme dieses Landes weiterhin auf Lösungen. Die Infrastruktur bröckelt, die Kriminalität steigt, die Wirtschaft schwächelt – aber immerhin kann man jetzt in über 400 Vereinen ganz legal sein Kraut anbauen. Ob das wirklich die Prioritätensetzung ist, die Deutschland braucht, darf bezweifelt werden. Psychiater berichten bereits von einer Zunahme cannabisbedingter Psychosen, und der Zoll meldet wachsende Mengen illegalen Cannabis aus Kanada und den USA. Die Teillegalisierung scheint also weder den Schwarzmarkt ausgetrocknet noch die gesundheitlichen Risiken gemindert zu haben. Ein Erbe der Ampel-Koalition, das die neue Regierung unter Friedrich Merz nun verwalten muss – ob sie will oder nicht.

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