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Kettner Edelmetalle
01.04.2026
16:51 Uhr

BSW-Mitgründerin Nastic rechnet gnadenlos mit Wagenknecht-Partei ab – und trifft einen wunden Punkt

Es ist ein politisches Erdbeben, das die ohnehin schon angeschlagene Partei von Sahra Wagenknecht in ihren Grundfesten erschüttert: Zaklin Nastic, Mitgründerin des Bündnis Sahra Wagenknecht und Trägerin der Mitgliedsnummer elf, hat am Dienstag ihren sofortigen Austritt aus der Partei erklärt und ihr Amt im Bundesvorstand niedergelegt. Was sie in ihrem Abschiedsschreiben offenbart, liest sich wie ein politischer Obduktionsbericht – und wirft ein vernichtendes Licht auf die inneren Zustände einer Partei, die einst angetreten war, alles anders zu machen.

Vom Hoffnungsträger zum Hofstaat

Die ehemalige Hamburger Bundestagsabgeordnete, die 2024 maßgeblich am Aufbau des BSW beteiligt war, spart in ihrer Abrechnung nicht mit drastischen Worten. Die Partei habe sich von einem demokratischen Aufbruchsprojekt in einen regelrechten „Hofstaat" verwandelt, in dem ein kleiner Führungsklüngel über Aufnahmen und Karrieren entscheide wie einst römische Kaiser über Gladiatoren – Daumen hoch oder Daumen runter. Besonders brisant: Nastic wirft der Parteiführung vor, potenzielle Mitglieder nach einem zutiefst elitären Klassensystem sortiert zu haben. Professoren, Doktoren und Prominente seien intern als „Pralinen" und „Diamanten" bezeichnet worden, während normale Arbeitnehmer verächtlich als „Ameisen" eingestuft worden seien.

Man muss kein politischer Analyst sein, um zu erkennen, welch verheerendes Signal diese Enthüllungen senden. Eine Partei, die sich den Kampf für die „kleinen Leute" auf die Fahnen geschrieben hat, betreibt hinter verschlossenen Türen offenbar genau jene elitäre Selektion, die sie bei den etablierten Parteien stets angeprangert hat. Die Ironie könnte kaum bitterer sein.

Sechs Wahlniederlagen – und keinerlei Konsequenzen

Nastić zeichnet das Bild einer Partei, die nach sechs aufeinanderfolgenden Wahlniederlagen mit Ergebnissen um die ein Prozent jede Form der Selbstkritik verweigere. Keine ehrliche Analyse, keine strategische Kurskorrektur, keine personellen Konsequenzen – stattdessen drehe sich im BSW alles nur noch um den Erhalt der „dahinschwindenden Posten und Pöstchen". Besonders hart geht sie mit der Co-Vorsitzenden Amira Mohamed Ali ins Gericht, die sie als „grandiose Strippenzieherin" mit einer „Lizenz zur Einlasskontrolle" charakterisiert, die jedoch für katastrophale Wahlergebnisse und miserable Außenwirkung stehe.

Wer die Geschichte deutscher Parteigründungen kennt, dem dürfte bei dieser Schilderung ein Déjà-vu-Erlebnis beschert werden. Die Grünen, die SPD, die PDS, die Linkspartei – sie alle durchliefen ähnliche Zyklen von anfänglichem Idealismus, schleichender Bürokratisierung und schließlich vollständiger Verbonzung. Dass das BSW diesen Prozess offenbar im Zeitraffertempo durchlaufen hat, spricht Bände über die Lernfähigkeit der deutschen Parteienlandschaft.

Die Friedensfrage als Lackmustest

Besonders aufschlussreich sind Nastics Ausführungen zur Außenpolitik. Sie kritisiert scharf, dass Wagenknecht Putin öffentlich als „Kriegsverbrecher" bezeichnet habe – offenbar um sich bei den großen Medien anzubiedern. Gleichzeitig habe das BSW jede Zusammenarbeit mit der AfD in Friedensfragen kategorisch abgelehnt, obwohl gerade dort Politiker wie Tino Chrupalla den Mut aufbrächten, den Abzug amerikanischer Soldaten aus Deutschland zu fordern. Stattdessen sei man Koalitionen mit SPD und CDU eingegangen – also ausgerechnet mit jenen Parteien, die Nastic als „extremistische Aufrüster" bezeichnet.

Hier trifft die Austretende einen Nerv, der weit über die Parteigrenzen des BSW hinausreicht. Denn die Frage, ob man in existenziellen Fragen wie Krieg und Frieden über ideologische Lagergrenzen hinweg zusammenarbeiten sollte, ist eine, die das gesamte politische Deutschland umtreibt. Dass ausgerechnet eine Partei, die mit dem Friedensversprechen groß geworden ist, diese Zusammenarbeit aus taktischem Kalkül verweigert, entlarvt den hohlen Kern ihrer Rhetorik.

Ein Symptom des deutschen Parteiensystems

Der Fall Nastic ist mehr als nur eine innerparteiliche Personalie. Er ist ein Symptom jener tiefen Krise, in der sich das deutsche Parteiensystem insgesamt befindet. Neue Parteien werden gegründet mit dem hehren Versprechen, alles besser zu machen – und enden binnen kürzester Zeit als Kopien genau jener Strukturen, gegen die sie angetreten sind. Die Bürger, die „kleinen Leute", bleiben dabei stets auf der Strecke. Sie werden als Stimmvieh gebraucht, als Legitimationskulisse für Parteitage und Wahlkämpfe, aber ihre tatsächlichen Sorgen – bezahlbarer Wohnraum, sichere Arbeitsplätze, eine funktionierende Infrastruktur, innere Sicherheit – verschwinden hinter den Kulissen des Machtpokers.

Nastić beschreibt in ihrem Schreiben, wie kampferprobte Mitstreiter Wagenknechts „hin- und herausgehalten" worden seien, während gleichzeitig Delegiertenstimmen organisiert wurden, um von oben Mehrheiten für bestimmte Netzwerke und Posten zu sichern. Gewerkschafter seien mit einer Haltung behandelt worden, die „nicht nur distanziert, sondern geradezu verächtlich" gewesen sei. Schwarze Listen hätten über Aufnahme oder Ablehnung entschieden – ein Verfahren, das nach Nastićs Einschätzung kaum mit Artikel 21 des Grundgesetzes und dem Parteiengesetz vereinbar sei.

Die verpasste historische Chance

Was bleibt, ist das Bild einer verpassten historischen Chance. Im Sommer 2024, als das BSW in Umfragen noch beeindruckende Werte erzielte, keimte an Stammtischen und Arbeitsplätzen die Hoffnung auf, dass eine neue politische Kraft den verkrusteten Berliner Betrieb aufbrechen könnte. Diese Hoffnung ist nun endgültig begraben – nicht durch äußere Feinde, sondern durch die innere Verkommenheit einer Parteiführung, die den Kontakt zur Basis verloren hat, noch bevor sie ihn jemals wirklich hatte.

Nastic kündigt an, sich künftig außerhalb der Parteistrukturen für eine breite Friedensbewegung einzusetzen – „ohne Kontaktsperren und Brandmauern". Ob ihr das gelingt, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Ihr Abgang markiert einen Wendepunkt für das BSW. Die Partei, die einst als frischer Wind in der deutschen Politik gefeiert wurde, steht nun vor der unbequemen Frage, ob sie überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat – oder ob sie, wie Nastic es formuliert, „historisch zunehmend überflüssig" geworden ist.

„Hoffnungen der sogenannten kleinen Leute – mögen sie zunächst noch so naiv und ‚bildungsfern' erscheinen – bloß nicht zu verachten!"

Diese Mahnung Nastićs sollte nicht nur dem BSW, sondern dem gesamten politischen Establishment in Deutschland zu denken geben. Denn wenn selbst jene Parteien, die explizit für die Vergessenen und Abgehängten antreten, diese am Ende verachten, dann hat die repräsentative Demokratie ein Problem, das weit über einzelne Parteiaustritte hinausgeht. Die Bürger dieses Landes haben es verdient, von Politikern vertreten zu werden, die ihre Versprechen auch einhalten – und nicht nur als Sprungbrett für die eigene Karriere missbrauchen.

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