
BSW im freien Fall: Nächster Abgeordneter wirft in Brandenburg hin

Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Oliver Skopec hat am Dienstag seinen Austritt aus Partei und Fraktion des BSW erklärt. Der Politiker, der seit 2024 dabei war, will sein Mandat künftig als unabhängiger, fraktions- und parteiloser Abgeordneter weiterführen. Damit schrumpft die einst 14 Köpfe starke BSW-Fraktion in Potsdam auf nur noch acht Mitglieder.
Vom „Dagegensein“ zum „Bessermachen“ – ein Versprechen, das nicht einlösbar war
Skopec begründet seinen Schritt mit inhaltlichen Differenzen. Aus seiner Sicht habe die Partei den Sprung von der Protestbewegung zur Gestaltungskraft nicht geschafft. Irgendwann müsse sich das „Dagegensein“ in ein „Bessermachen“ verwandeln, erklärte er – genau das sei jedoch ausgeblieben.
Er sei dem BSW beigetreten, weil er darin eine Kraft gesehen habe, die die Gesellschaft zusammenführen und verkrustete Strukturen aufbrechen wolle. Nach dem Ende der Regierungsbeteiligung habe er versucht, die Partei konstruktiv weiterzuentwickeln.
„Ich kann das BSW nicht in eine Partei verwandeln, die ich bei seiner Gründung in ihm gesehen habe“
Eine Chronik der Selbstzerlegung
Der Fall Brandenburg ist ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn eine Partei schneller in Regierungsverantwortung gerät, als sie ein Programm formulieren kann. 2024 zog das BSW mit 14 Abgeordneten in den Landtag ein und ging anschließend eine Koalition mit der SPD ein. Schon 2025 eskalierten die internen Konflikte, die Regierung zerbrach.
Was danach folgte, liest sich wie eine Abwanderungsliste:
- Der frühere Landeschef Robert Crumbach trat Anfang 2026 aus Partei und Fraktion aus – und wechselte später zur SPD.
- Auch Jouleen Gruhn schloss sich der SPD an.
- Drei weitere Ex-BSW-Abgeordnete gründeten die Parlamentarische Gruppe „Wir für Brandenburg“.
- Nun also Skopec – als sechster Abgang.
Sechs von 14 Mandatsträgern haben der Partei den Rücken gekehrt. Für die Wähler, die 2024 ihr Kreuz beim BSW setzten, bedeutet das: Die Fraktion, die sie gewählt haben, existiert in dieser Form nicht mehr.
„Eigene Agenda“? Die Reaktion aus der Fraktionsspitze
BSW-Fraktionschef Niels-Olaf Lüders reagierte spitz. Dass der Austritt wenige Tage vor wichtigen Wahlen erfolge, lege den Verdacht nahe, „dass da jemand mit einer eigenen Agenda unterwegs ist“. Gleichzeitig betonte er, die Partei sei bundesweit im Aufwind und werde durch den Abgang nicht geschwächt.
Ein Referenzpunkt für diesen Optimismus: Auch der Austritt weiter Teile des Thüringer BSW kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt habe der Partei nicht geschadet – dort gelang mit 5,3 Prozent der Einzug ins Parlament. Am kommenden Sonntag, dem 20. September, wählen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Ob die Rechnung erneut aufgeht, entscheiden die Wähler.
Was Bürger daraus mitnehmen können
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Brandenburger Scherbenhaufen vor allem eines: Protest allein ist kein Regierungsprogramm. Eine 2024 aus dem Boden gestampfte Partei, bei der Bundestagseinzug (4,97 Prozent) und Koalitionsbruch im Wochentakt wechselten, war für Verantwortung im Land offensichtlich nicht gerüstet. Die Zeche zahlen Wähler, die auf Veränderung gehofft hatten – und Steuerzahler, die parlamentarische Kleingruppen mitfinanzieren.
Politische Verlässlichkeit ist knapp geworden. Wer sein Vermögen unabhängig von Koalitionslaunen und Parteitaktik absichern will, findet in physischen Edelmetallen seit Jahrhunderten einen bewährten, staatsfernen Baustein – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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