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20.02.2026
09:16 Uhr

Berliner Kliniken am Limit: Wenn der Winter die Hauptstadt in die Knie zwingt

Berliner Kliniken am Limit: Wenn der Winter die Hauptstadt in die Knie zwingt

Was sich in den vergangenen Wintermonaten in Berlins Krankenhäusern abspielte, liest sich wie das Drehbuch einer Katastrophenübung – nur dass es bittere Realität war. Sechsmal so viele Patienten wie üblich nach Glätteunfällen, Löschfahrzeuge als improvisierte Krankenwagen, Polizeistreifen, die Verletzte in Notaufnahmen chauffieren. Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, unfähig, ihre Bürgersteige von Eis zu befreien. Man möchte lachen, wenn es nicht so tragisch wäre.

Dramatische Zahlen, die für sich sprechen

Die Bilanz, die Berlins Krankenhäuser nun ziehen, ist verheerend. Der kommunale Klinikkonzern Vivantes verzeichnete zwischen 20 und 30 Prozent mehr Verletzungen als im Vergleichszeitraum. Beim Johannesstift Diakonie explodierten die Patientenzahlen nach Glätteunfällen regelrecht auf das Sechsfache des Normalwerts. Verletzte mussten in andere Häuser verlegt werden, weil schlicht kein Platz mehr war. Die Charité – immerhin Europas größte Universitätsklinik – behandelte allein in gut zwei Wochen zwischen Mitte Januar und Anfang Februar 630 Patienten wegen Sturzfolgen. Bis zu zehn zusätzliche Operationen täglich in der Unfallchirurgie. Ein eigens eingerichteter OP-Saal lief nahezu rund um die Uhr.

Geplante Eingriffe? Verschoben. Kapazitäten? Am Anschlag. Personal? Völlig überlastet.

Löschfahrzeuge statt Rettungswagen – ein Armutszeugnis

Besonders der 30. Januar dürfte als schwarzer Tag in die jüngere Berliner Krankenhausgeschichte eingehen. Die Lage war derart angespannt, dass die Feuerwehr Verletzte kurzerhand mit Löschfahrzeugen in die Kliniken brachte. Selbst Polizeifahrzeuge wurden zu Krankentransportern umfunktioniert. Man stelle sich das einmal vor: In einer Stadt, die Milliarden für ideologische Prestigeprojekte ausgibt, reichen im Ernstfall nicht einmal die Rettungswagen aus, um gestürzte Bürger zu versorgen.

Ungeräumte Gehwege als tödliche Falle

Die Ursache dieses Desasters liegt nicht etwa in einer unvorhersehbaren Naturkatastrophe. Es war schlicht Winter. Schnee und Eis – Phänomene, die in unseren Breitengraden seit Jahrhunderten auftreten und eigentlich niemanden überraschen sollten. Doch die Berliner Stadtreinigung räumte zwar pflichtbewusst Hauptstraßen und Radwege, ließ aber Nebenstraßen und die allermeisten Gehwege unberührt. Ausgerechnet dort also, wo Fußgänger – insbesondere ältere Menschen – unterwegs sind, passierte: nichts.

Verschärft wurde die Situation durch einen eklatanten Mangel an Streumitteln. Beim Streusalz zeigten sich erhebliche Versorgungsprobleme, begleitet von einem politischen Hickhack, das an Absurdität kaum zu überbieten war. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder brachte es mit gewohnt spitzer Zunge auf den Punkt: In Bayern habe man auf Brezeln mehr Salz als Berlin auf seinen Straßen. So bitter dieser Spott auch sein mag – er trifft ins Schwarze.

Die Rechnung zahlt am Ende der Bürger

Die finanziellen Folgekosten dieser politischen Versäumnisse sind enorm. Nach Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verursacht ein einzelner Arbeitsunfall durchschnittlich Kosten zwischen 10.000 und 20.000 Euro – durch Behandlung, Rehabilitation und Produktionsausfall. Hochgerechnet auf die Hunderte zusätzlicher Fälle allein in Berlin ergibt sich eine Schadenssumme in Millionenhöhe, die letztlich von der Allgemeinheit getragen werden muss.

Es ist ein Trauerspiel, das symptomatisch für den Zustand dieser Stadt – und in gewisser Weise für den Zustand des gesamten Landes – steht. Während die Politik sich in ideologischen Debatten verliert, scheitert der Staat an seinen elementarsten Aufgaben: der Daseinsvorsorge für seine Bürger. Straßen räumen, Gehwege sichern, Streusalz bevorraten – das sind keine Raketenwissenschaften. Das sind Grundlagen kommunaler Verwaltung, die offenbar nicht mehr beherrscht werden. Vielleicht sollte man in Berlin weniger über Gendersternchen und Klimaneutralität diskutieren und stattdessen dafür sorgen, dass die eigenen Bürger im Winter nicht reihenweise auf vereisten Gehwegen stürzen und sich die Knochen brechen.

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