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Kettner Edelmetalle
31.08.2026
12:54 Uhr
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Baumarkt-Beben: 79 Filialen ohne Zukunft – Obi greift zu

Baumarkt-Beben: 79 Filialen ohne Zukunft – Obi greift zu
Symbolbild: KI-generiert

Die Zerschlagung ist beschlossene Sache. Nach der Insolvenz der Baumarktketten Hellweg und BayWa Bau & Garten steht seit dem 28. August fest: Nur für 35 der insgesamt 114 Filialen zeichnen sich konkrete Fortführungslösungen ab. Für 79 Standorte gibt es bislang keine gesicherte Zukunft – und in den Zentralen in Dortmund und Garching verlieren rund 340 Beschäftigte ihre Arbeit.

Ein Traditionsname verschwindet vom Markt

Mitte Juni 2026 hatten die Unternehmen beim Amtsgericht Essen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt; am 27. August eröffnete das Gericht die Verfahren. Als Ursachen nannte das Management Berichten zufolge Lieferengpässe, geopolitische Unsicherheiten, steigende Mieten, inflationsbedingte Kostensteigerungen – und eine spürbare Kaufzurückhaltung der Kundschaft.

Hellweg beschäftigt rund 2.900 Menschen, bei BayWa Bau & Garten sind es etwa 1.300. Die süddeutsche Kette hatte Hellweg 2012 vom Agrarkonzern BayWa übernommen und durfte sie unter dem alten Namen weiterführen. Nun droht beiden Marken das Aus.

Obi sichert sich die Filetstücke

Der Wettbewerb war schnell. Obi hat den Zuschlag für fünf Standorte erhalten: Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Münster-Gievenbeck, Nördlingen und Wolfratshausen. Rund 250 Beschäftigte sollen mit übernommen werden, der Eigentümerwechsel ist zum 1. Dezember geplant, die Wiedereröffnung nach Umbauten für März 2027 – vorbehaltlich der Freigabe durch das Bundeskartellamt.

Für sieben weitere Märkte gilt Obi als bevorzugter Investor. Insgesamt strebt der Konzern die Integration von bis zu zwölf ehemaligen Hellweg- und BayWa-Standorten an. Auch Bauhaus und Hornbach wurden als Interessenten genannt, haben aber bislang keine vergleichbar detaillierte Liste öffentlich bestätigt. Die Gewerkschaft warnt Medienberichten zufolge vor „Rosinenpickerei“.

Wo die Lichter ausgehen

Die Bilanz ist bitter: Für 50 Hellweg-Filialen und 29 BayWa-Märkte fehlt jede Perspektive. Betroffen sind unter anderem Dortmund-Wambel, Bochum, Lüdenscheid, Wolfenbüttel, Bonn-Beuel, Berlin-Biesdorf und Berlin-Köpenick. In Thüringen stehen vier von fünf Hellweg-Märkten vor dem Aus – nur Schmalkalden hat einen Investor gefunden.

Wie unterschiedlich die Folgen ausfallen, zeigt Niederbayern: In Waldkirchen erhielten die 13 Beschäftigten bereits ihre Kündigung, der Markt soll spätestens Ende November schließen. Im nahen Grafenau übernimmt dagegen der Bayerwald-Profimarkt den kompletten Standort samt Belegschaft und führt ihn als „Bayerwald Bau und Garten“ weiter.

Die Sanierer betonen, die vorsorglichen Kündigungen bedeuteten noch nicht das endgültige Aus. Verhandlungen liefen weiter, Löhne und Gehälter würden bis dahin gezahlt. Doch für rund 4.200 Beschäftigte bleibt die Unsicherheit quälend.

Symptom einer kränkelnden Volkswirtschaft

Aus Sicht unserer Redaktion ist dieser Fall mehr als eine Firmenpleite. Wenn Baumärkte kollabieren, trifft es jene Branche, die vom Häuslebauer, vom Handwerker und vom Heimwerker lebt – also vom klassischen Mittelstand. Hohe Energiepreise, Baukosten, Mieten und eine ausufernde Regulierungsdichte lasten schwer auf dem stationären Handel. Und wer sich Sanierungsauflagen, Zinsen und Inflation gegenübersieht, spart eben zuerst am Baumarktbesuch.

Für Verbraucher bleibt die unbequeme Lehre: Kaufkraft ist verletzlich. Wer sein Vermögen breit streut, denkt deshalb auch über krisenfeste Bausteine nach – physische Edelmetalle können als Beimischung eine sinnvolle Ergänzung zur Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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