
Atomkraft aus dem Bohrloch: US-Startup will Reaktoren zwei Kilometer tief in die Erde versenken
Während Deutschland seine letzten Kernkraftwerke im April 2023 in einem Akt ideologischer Selbstverstümmelung vom Netz nahm, geht man in den Vereinigten Staaten einen diametral entgegengesetzten Weg. Das amerikanische Startup Deep Fission hat im Bundesstaat Kansas mit einer spektakulären Tiefenbohrung begonnen, die den Grundstein für eine völlig neue Generation von Kernreaktoren legen könnte – versenkt in knapp zwei Kilometer Tiefe unter der Erdoberfläche.
Erkundungsbohrungen statt Ideologie
In der Kleinstadt Parsons dreht sich seit kurzem ein Bohrer in die Tiefe. 6.000 Fuß – rund 1.830 Meter – soll er in den Untergrund vordringen. Es ist die erste von insgesamt drei Erkundungsbohrungen, die das Unternehmen an diesem Standort durchführt. Noch geht es nicht um den Bau eines Reaktors selbst. Die Bohrlöcher haben einen Durchmesser von lediglich 20 Zentimetern und dienen ausschließlich der geologischen Datenerhebung. Deep Fission will herausfinden, wie tragfähig das Gestein in dieser Tiefe ist, wie sich Grundwasser bewegt und welche Temperatur- und Druckverhältnisse dort herrschen.
Diese Daten sind entscheidend. Denn erst wenn belastbare Erkenntnisse über die geologischen Bedingungen vorliegen, lässt sich überhaupt beurteilen, ob ein deutlich breiterer Schacht für einen echten Reaktoreinsatz technisch machbar wäre. Pragmatismus statt Wunschdenken – ein Ansatz, der in der deutschen Energiepolitik seit Jahren schmerzlich vermisst wird.
Das Prinzip: Die Erde als natürlicher Schutzschild
Die Grundidee hinter dem Konzept ist bestechend einfach. Ein sogenannter Small Modular Reactor (SMR) – ein Druckwasserreaktor – soll in ein breites Bohrloch abgesenkt und in rund zwei Kilometern Tiefe betrieben werden. Der enorme Umgebungsdruck in dieser Tiefe erlaubt es, den Reaktor deutlich kompakter zu konstruieren als vergleichbare Anlagen an der Oberfläche. Gleichzeitig übernimmt das umgebende Erdreich einen erheblichen Teil der Strahlungsabschirmung, was den technischen und finanziellen Aufwand oberirdisch drastisch reduzieren könnte.
Klingt revolutionär? Ist es auch. Doch wo Innovation lockt, lauern auch Risiken. Ein Reaktor in dieser Tiefe entzieht sich jeder konventionellen Wartung. Niemand kann dort unten mal eben eine Schraube nachziehen oder ein Ventil austauschen. Sämtliche kritischen Prozesse – von der Inbetriebnahme über das Erreichen der Kritikalität bis hin zur späteren Entnahme spaltbaren Materials – müssten vollständig ferngesteuert ablaufen. Das ist technisches Neuland, und Deep Fission muss beweisen, dass diese Fernsteuerung unter extremen Bedingungen zuverlässig funktioniert.
15 Megawatt pro Bohrloch – Skalierung als Herkulesaufgabe
Der einzelne Tiefenreaktor soll eine Leistung von 15 Megawatt erbringen. Für einen SMR ist das durchaus beachtlich, doch im Vergleich zu konventionellen Großkraftwerken wirkt diese Zahl geradezu bescheiden. Um die Leistung eines einzigen modernen Kernkraftwerks zu erreichen, bräuchte man rechnerisch rund 100 solcher unterirdischen Reaktoren – in ebenso vielen Bohrlöchern.
Damit wird die eigentliche Herausforderung sichtbar: Nicht der einzelne Reaktor ist das Problem, sondern die massive Skalierung. Jede zusätzliche Anlage erfordert neue Bohrungen, neue Sicherheitsprozesse, neue Überwachungssysteme und eine immer komplexere Materiallogistik. Wer hier an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit denkt, liegt nicht falsch – aber möglicherweise unterschätzt er den Ehrgeiz der Investoren.
Milliarden-Interesse und politischer Rückenwind
Denn an Geld und Zuversicht mangelt es offenbar nicht. Private Investoren hätten sich bereits Leistungen von mehr als 12 Gigawatt gesichert, was rechnerisch etwa 800 kleinen Tiefenreaktoren entspräche. Auch das US-Energieministerium unterstützt das Projekt. Seit Mai 2025 dürfen Reaktortests in den USA zudem auch außerhalb der nationalen Labore stattfinden – eine regulatorische Erleichterung, die unter der Trump-Administration durchgesetzt wurde und den Weg für innovative Projekte wie dieses ebnet.
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Während in Washington Bürokratie abgebaut wird, um Kernenergie-Innovationen zu beschleunigen, diskutiert man in Berlin noch immer darüber, ob Windräder nicht vielleicht doch die Lösung aller Energieprobleme seien. Die Vereinigten Staaten investieren in die Zukunft der Kernkraft, Deutschland investiert in den Rückbau seiner letzten Meiler. Der Kontrast könnte kaum schärfer sein.
Was Deutschland daraus lernen sollte
Das Projekt von Deep Fission mag noch in einem frühen Stadium stecken. Die geologischen Daten müssen erst ausgewertet, die Fernsteuerungstechnik erst entwickelt und die Skalierbarkeit erst bewiesen werden. Doch allein die Tatsache, dass ein solches Vorhaben in den USA nicht nur möglich ist, sondern aktiv gefördert wird, sollte hierzulande zu denken geben. Deutschland hat sich mit dem Atomausstieg in eine energiepolitische Sackgasse manövriert, aus der es mit Windrädern und Solarpanelen allein kaum herausfinden dürfte – schon gar nicht, wenn die Dunkelflauten kommen und die Industrie nach bezahlbarem Strom schreit.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht, doch von einer ernsthaften Debatte über die Rückkehr zur Kernenergie ist man in Berlin noch meilenweit entfernt. Stattdessen werden Generationen mit Schulden belastet, die durch Steuern und Abgaben finanziert werden müssen – für eine Energiewende, deren Erfolg alles andere als gesichert ist.
Während andere Nationen die Kernkraft der Zukunft entwickeln, zementiert Deutschland seinen ideologisch motivierten Sonderweg – und riskiert damit nicht nur seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch seine Versorgungssicherheit.
Es bleibt abzuwarten, ob Deep Fission seine ambitionierten Pläne tatsächlich in die Realität umsetzen kann. Die technischen Hürden sind gewaltig, die Risiken real. Doch der Mut, neue Wege zu gehen und Technologie nicht aus ideologischen Gründen von vornherein auszuschließen, verdient Respekt. Es ist genau dieser Pioniergeist, der einst auch Deutschland zu einer führenden Industrienation gemacht hat. Ob wir ihn jemals wiederfinden werden, steht in den Sternen.

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