
404 Attacken auf Politiker in Sachsen: Die AfD trifft es am hÀrtesten

Beleidigt, bedroht, verletzt: Sachsens Polizei hat fĂŒr das Jahr 2025 insgesamt 404 politisch motivierte Straftaten gegen Politiker, AmtstrĂ€ger, Parteimitglieder, ParteibĂŒros und öffentliche GebĂ€ude erfasst. Das steht in einer 39 Seiten langen Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Carsten HĂŒtter. Am hĂ€ufigsten traf es die AfD.
Eine Liste, die nachdenklich macht
Die AfD-Landtagsfraktion hat die FÀlle nach Parteien ausgezÀhlt. Nach ihrer Rechnung ergibt sich folgendes Bild:
- AfD: 115 FĂ€lle
- CDU: 73 FĂ€lle
- GrĂŒne: 61 FĂ€lle
- Linke: 47 FĂ€lle
- SPD: 46 FĂ€lle
- BSW: 7 FĂ€lle
Die Liste reicht von verbotenen Symbolen und Beleidigungen ĂŒber Drohungen bis zu Körperverletzungen. Dabei fĂ€llt ein Muster auf. Taten gegen AfD-Vertreter ordnet die Polizei fast immer dem linken Spektrum zu, Taten gegen Linke-Politiker meist dem rechten. Bei den GrĂŒnen ist das Bild gemischt. Die beschĂ€digten GrĂŒnen-BĂŒros in Leipzig sollen allerdings ĂŒberwiegend auf linke TĂ€ter zurĂŒckgehen.
Riesa: Der Tag, an dem es eskalierte
Ein einziges Datum macht mehr als sechs Prozent aller FÀlle aus. Am 11. Januar 2025 begann in Riesa der AfD-Bundesparteitag. Medienberichten zufolge hatten damals Tausende Demonstranten versucht, das Treffen mit Blockaden zu stören.
Die Polizei zĂ€hlte an diesem Tag sachsenweit 25 Straftaten, die meisten in und um Riesa. Alle 25 stuft sie als links motiviert ein. Darunter sind 19 Nötigungen, zwei gefĂ€hrliche Körperverletzungen und ein gefĂ€hrlicher Eingriff in den StraĂenverkehr. Unter den Betroffenen waren mehrere MandatstrĂ€ger aus Landtag und Bundestag. Ob alle Taten mit dem Parteitag zusammenhĂ€ngen, lĂ€sst die Antwort allerdings offen.
Sprengstoff und Feuer gegen die CDU
Körperverletzungen sind die Ausnahme. Doch auch hier liegt die AfD vorn: Von 13 solchen Delikten richteten sich sieben gegen ihre Mitglieder. Elf Menschen wurden verletzt, alle leicht. Ungewöhnlich ist ein Fall aus Dresden-Prohlis im Juni. Dort wurde ein AfD-Bundespolitiker angegriffen, und die Polizei ordnet die Tat dem rechten Spektrum zu.
Bei der CDU stechen zwei FÀlle heraus. Im April erfasste die Polizei in Dresden-Steinbach ein Sprengstoffdelikt nach § 308 StGB gegen einen CDU-Bundespolitiker, im November eine Brandstiftung gegen einen CDU-Politiker in Leipzig. In beiden FÀllen gibt es bis heute keinen TatverdÀchtigen.
SerientÀter und leere Spalten
Manche Adressen werden regelrecht zum Ziel. AfD-RĂ€ume in der Chemnitzer Innenstadt wurden im Oktober innerhalb von zwei Wochen viermal beschĂ€digt. Bei der SPD im Leipziger Zentrum-Ost passierte es rund um den 1. Mai dreimal in drei Tagen, beim BSW in der Görlitzer SĂŒdstadt im FrĂŒhjahr ebenfalls dreimal.
Und die AufklĂ€rung? Dazu schweigt das Ministerium. Weil viele Verfahren noch liefen, lasse sich eine AufklĂ€rungsquote derzeit nicht sachgerecht berechnen. Bei SachbeschĂ€digungen bleibt die Spalte fĂŒr ermittelte TatverdĂ€chtige jedoch meist leer. Ein Rechtsstaat, der TĂ€ter nicht findet, ermutigt die nĂ€chsten.
HĂŒtter verurteilt nach eigenen Worten jeden Angriff:
âJeder Angriff â ganz egal, ob er die AfD trifft oder die GrĂŒnen â ist zu verurteilen.â
MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer und Innenminister Armin Schuster (beide CDU) wirft er vor, sie kĂ€men ihrer Pflicht nicht nach, fĂŒr Sicherheit und Ordnung zu sorgen.
Bundesweit: Zwei Statistiken, zwei Wahrheiten
Mit anderen LĂ€ndern lĂ€sst sich Sachsen kaum vergleichen, weil dort nur Taten gegen Amts- und MandatstrĂ€ger gezĂ€hlt werden. Brandenburg meldet einen RĂŒckgang von 406 auf 367 FĂ€lle, Mecklenburg-Vorpommern von 139 auf 86. Das BKA zĂ€hlte bundesweit 5.797 Straftaten gegen Amts- und MandatstrĂ€ger, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Behörde betont aber, das Niveau sei hoch, und rechnet mit einer erheblichen Dunkelziffer.
Eine Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage zeigt dagegen einen Anstieg. Danach stiegen die Straftaten gegen ParteireprĂ€sentanten und Parteimitglieder von 3.690 auf 5.140, ein Plus von 39 Prozent. Die Gewaltdelikte nahmen von 157 auf 193 zu. Der Unterschied dĂŒrfte daran liegen, dass beide Statistiken verschiedene Personengruppen erfassen.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigen die Zahlen vor allem eins: Wer ParteibĂŒros beschmiert, WahlkĂ€mpfer bedroht oder Parteitage mit Gewalt verhindern will, greift die Demokratie an, ganz gleich, welche Partei es trifft. Neue Zahlen fĂŒr das Jahr 2026 will das sĂ€chsische Innenministerium erst im zweiten Halbjahr 2027 vorlegen.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fĂŒrs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld Àndert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













