
35 Stunden unter Beton: Frau lebend geborgen – Kolumbien trauert

Ein Wunder im Chaos: In der kolumbianischen Stadt Pereira haben Rettungskräfte in der Nacht zum Mittwoch eine 32-jährige Frau lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes geholt. Mehr als 35 Stunden hatte sie unter Beton überlebt. Zugleich steigt die Zahl der Todesopfer des Erdbebens vom Montag auf über 250 – die Regierung hat drei Tage Staatstrauer angeordnet.
Ein Anruf, der alles änderte
Nachrichtenagenturberichten zufolge trugen die Helfer die Überlebende in eine blaue Decke gehüllt aus dem Schuttfeld. Ihre Mutter habe geschildert, die Familie habe die Hoffnung bereits aufgegeben, als der Anruf kam.
Solche Momente sind selten. Denn die Bilanz ist verheerend: Mehr als 250 Tote, über 1.600 Verletzte, mehr als 1.000 zerstörte Häuser. Der neue Präsident Abelardo de la Espriella hatte zunächst von 181 Toten und 2.595 Verletzten gesprochen – Zahlen, die sich im Stundenrhythmus verschieben.
195 oder 4.000 Vermisste? Die Zahl, die niemand kennt
Besonders beklemmend ist die Ungewissheit über die Verschütteten. Offiziell werden 195 Menschen gesucht. Aus privat betriebenen Vermisstenlisten gehe laut Agenturberichten dagegen eine Zahl von bis zu 4.000 hervor – eine Lücke, die erahnen lässt, wie überfordert der Katastrophenschutz eines Landes selbst mit 50 Millionen Einwohnern in solchen Stunden sein kann.
Das Beben erschütterte Kolumbien am Montag um 7.34 Uhr Ortszeit mit einer Stärke von 7,4. Das Epizentrum lag nach Angaben von Erdbebendiensten im Departement Chocó, in großer Tiefe von rund 100 Kilometern – weshalb die Erschütterungen bis nach Panama, Ecuador und Venezuela zu spüren waren. Besonders schwer getroffen: Cali, Pereira, Manizales und Quibdó. Am Universitätsklinikum Del Valle in Cali stürzten Teile des Gebäudes ein. Mehr als 100 Nachbeben wurden seither registriert.
Kolumbiens seismisches Erbe
Für das Andenland ist das kein Ausnahmefall, sondern ein Dauerrisiko. Fachdiensten zufolge war es das stärkste Beben seit dem Tumaco-Erdbeben von 1979. Und 1999 starben beim Beben von Armenia rund 1.000 Menschen – eine Erinnerung daran, dass Bausubstanz über Leben und Tod entscheidet.
Zwei Millionen Euro aus Brüssel – 15,5 Millionen Dollar aus Washington
Die Europäische Kommission stellte nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zwei Millionen Euro Nothilfe bereit und aktivierte das Satellitenprogramm Copernicus, um Einsatzkräften Luftbilder aus dem Krisengebiet zu liefern. Das US-Außenministerium kündigte laut Agenturberichten Hilfen von 15,5 Millionen Dollar an.
Ein Verhältnis, das Beobachter aufhorchen lässt: Während Brüssel Milliarden für Klimaprogramme und Verwaltungsapparate bewegt, wirkt die europäische Soforthilfe im Vergleich zur amerikanischen bescheiden. Symbolik statt Substanz? Die Frage darf man stellen.
Menschen schlafen im Park – aus Angst
Viele Betroffene übernachten aus Furcht vor Nachbeben unter freiem Himmel. Ein 23-jähriger Vater, der mit Frau und Kind in einem Park in Pereira campiert, sagte einem brasilianischen Nachrichtenportal:
„Wir haben alles verloren, aber wir sind am Leben.“
Präsident de la Espriella sagte bei einem Besuch in Pereira finanzielle Hilfen für Menschen zu, die ihr Zuhause verloren haben. An öffentlichen Gebäuden und Botschaften wehen die Flaggen auf halbmast.
Was bleibt, ist eine unbequeme Lehre – auch für Europa: Krisen kommen ohne Vorwarnung. Wer vorbereitet ist, verliert weniger. Das gilt für Notvorräte und Katastrophenschutz ebenso wie für Vermögen, das in physischer Form – etwa in Gold und Silber – unabhängig von Banken, Netzen und Behörden greifbar bleibt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser trifft Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

Der große Der große Das große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.
Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

ErnstWolff

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

Bankeninsider(anonym)
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















