
Zwei Tage vor der Berlin-Wahl: CDU-Basis probt den Aufstand

Berlin wĂ€hlt am Sonntag ein neues Abgeordnetenhaus â und im Konrad-Adenauer-Haus wirkte der angekĂŒndigte âWahlkampf-Schlussspurtâ am Donnerstag eher wie eine verhaltene Abschiedsveranstaltung. Bundeskanzler Friedrich Merz kam, redete, lobte die Hauptstadt. Fragen waren nicht zugelassen. Und ein Parteimitglied aus Steglitz-Zehlendorf sagte laut einem Bericht vom Ort öffentlich, was viele dachten: âDas reicht nicht.â
Kopf-an-Kopf mit der Linken â Hauptgegner links, AfD unerwĂ€hnt
Die Ausgangslage ist fĂŒr eine Partei, die drei Jahre den Regierenden BĂŒrgermeister stellte, bemerkenswert dĂŒnn. Aktuelle Umfragen sehen CDU und Linke bei rund 20 Prozent nahezu gleichauf, die AfD dahinter bei etwa 18 Prozent â doppelt so stark wie bei der letzten Wahl.
Spitzenkandidat Stefan Evers attackierte deshalb vor allem die Linke, die in der Wohnungspolitik âeine Partei, die die Not schafftâ sei. Die AfD erwĂ€hnte er dem Bericht zufolge kein einzige Mal. Merz tat es ihm gleich. Beobachter dĂŒrften das als bemerkenswerte PrioritĂ€tensetzung lesen.
BĂŒrgerĂ€mter als Vorbild fĂŒr die Republik?
Der Kanzler pries die Berliner Verwaltung als Modell: Termine im BĂŒrgeramt gebe es wieder am Folgetag statt erst nach Monaten â âSo etwas kann auch wieder funktionierenâ, soll er gesagt haben. Dieses Prinzip wolle er auf ganz Deutschland ĂŒbertragen.
Dass die Terminvergabe im Amt inzwischen als Regierungserfolg gefeiert wird, sagt aus Sicht unserer Redaktion mehr ĂŒber den Zustand des deutschen Staatsapparats als jede Sonntagsrede.
âRaus aus der Wirtschaftskriseâ â mit EinschrĂ€nkung
Auch konjunkturell gab Merz den Optimisten: Die Wirtschaftsleistung solle 2026 laut Prognosen um 60 Milliarden Euro ĂŒber dem Vorjahr liegen, man sei âraus aus dieser Wirtschaftskriseâ. Wenige SĂ€tze spĂ€ter ruderte er zurĂŒck â endgĂŒltig sei das noch nicht.
Kritiker verweisen darauf, dass ein groĂer Teil des erhofften Wachstums auf schuldenfinanzierten Staatsprogrammen beruht, darunter das 500-Milliarden-Sondervermögen. Ein Aufschwung auf Kredit ist eben kein Aufschwung aus eigener Kraft.
Frust an der Basis: Der Kandidatenwechsel als âBefreiungâ
Einig sind sich die WahlkĂ€mpfer laut dem Bericht nur in einem Punkt: Erst der RĂŒckzug Kai Wegners als Spitzenkandidat im Sommer habe den Wahlkampf gerettet. Der Unterschied bei BĂŒrgergesprĂ€chen davor und danach habe sich âwie eine Befreiungâ angefĂŒhlt.
Doch aus diesem Schwung wurde offenbar kein Endspurt. Statt Mobilisierung gab es eine Podiumsdiskussion ĂŒber Extremismus, die nicht in Gang kam. Der Betriebswirt aus Steglitz-Zehlendorf unterbrach, fragte in die Runde, was eigentlich âmit Merzâ und âmit Wegnerâ laufe â und ging, wie viele andere, vorzeitig.
âDas reicht nichtâ â der Satz eines einfachen Parteimitglieds, der den Abend besser zusammenfasst als jede Rede.
Was er sich wĂŒnsche, sagte der Mann anschlieĂend im GesprĂ€ch mit dem berichtenden Medium: mehr Widerstand, klarere Kante gegen die politischen Gegner, niedrigere Spritpreise durch Steuersenkungen â und in Berlin die Abwehr eines Ăberwachungsstaates, den er im neuen Mietkataster vermutet. FĂŒr eine Minderheitsregierung sprach sich kaum jemand aus; die ZugestĂ€ndnisse an die SPD seien DauerĂ€rgernis.
Was BĂŒrger daraus mitnehmen können
Ob die CDU die Linke noch ĂŒberholt, entscheidet sich am Sonntag. Wer sich unabhĂ€ngig von WahlausgĂ€ngen und Konjunkturprognosen absichern will, setzt traditionell nicht allein auf Versprechen der Politik: Physische Edelmetalle gelten vielen als solide Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung â unabhĂ€ngig davon, wer kĂŒnftig im Roten Rathaus sitzt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenstĂ€ndig recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Entscheidungen selbst.
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