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18.08.2026
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Zins-Schock: 107.000 Industriejobs vom teuren Geld vernichtet

Zins-Schock: 107.000 Industriejobs vom teuren Geld vernichtet
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Industrie blutet – und diesmal ist nicht nur der Strompreis schuld. Eine am 17. August 2026 veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beziffert erstmals, was die Zinswende der Europäischen Zentralbank den Arbeitsplätzen gekostet hat: Rund 107.000 Stellen gingen zwischen 2022 und 2025 allein deshalb verloren, weil Unternehmen hoch verschuldeter Branchen plötzlich viel teureres Fremdkapital bedienen mussten.

Als der Kredit über fünf Prozent kostete, kippte die Beschäftigung

Die Chronologie ist unerbittlich. Vor 2022 zahlten deutsche Unternehmen für Kredite laut IAB etwas mehr als ein Prozent. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und dem folgenden Energiepreisschub straffte die EZB ihre Geldpolitik radikal – Ende 2023 lagen die Zinsen für Unternehmenskredite über fünf Prozent.

Erst schien die Industrie das zu verkraften. Doch 2024, als die Kreditkosten ihren Höhepunkt erreichten, begann ein Beschäftigungsabbau, der bis heute anhält. 2025 lag die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe fast fünf Prozent unter dem Niveau von 2020. Außerhalb der Industrie stieg sie im selben Zeitraum weiter.

Die Rechnung, die niemand hören will

Die Forscher haben nachgerechnet: Ein um zehn Prozentpunkte höherer Verschuldungsgrad ging 2025 mit einer um 5,4 Prozent niedrigeren Beschäftigung einher. Zwischen Juni 2022 und Juni 2025 fiel der Jobabbau in den stärker verschuldeten Industriebranchen um 4,7 Prozentpunkte höher aus als in den weniger verschuldeten – 3,3 Prozentpunkte davon, also die 107.000 Stellen, ließen sich direkt auf die Schuldenlast zurückführen. Das entspricht laut IAB etwa 70 Prozent der Kluft.

Besonders hart getroffen: Hersteller von Holz- und Korbwaren sowie von Metallerzeugnissen. Wo hohe Verschuldung auf hohe Kapitalintensität trifft, brach die Beschäftigung bis 2025 um mehr als zehn Prozent ein.

„Nicht nur Energiepreise und Zölle setzen der Industrie zu, auch die hohen Kreditkosten wirken sich deutlich negativ auf die Beschäftigung aus. Grund dafür ist die hohe Kapitalintensität sowie die starke Abhängigkeit von kreditfinanzierten Investitionen“, so IAB-Forschungsbereichsleiter Enzo Weber.

Warum die Zinssenkung den Schaden nicht heilt

Der Effekt bleibe auch dann bestehen, wenn man Energieintensität und frühere Branchentrends herausrechne, betonen die Autoren. Außerhalb der Industrie sei der Einfluss der Finanzierungsbedingungen dagegen begrenzt – laut EZB finanziert dort nur gut ein Drittel der Firmen Anlageinvestitionen über Kredite, im verarbeitenden Gewerbe die Hälfte.

Und die Entwarnung? Bleibt aus. Die Kreditzinsen sind bis 2025 auf rund 3,5 Prozent zurückgekommen – historisch teuer. Nach dem Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die EZB im Juni 2026 Medienberichten zufolge sogar wieder angehoben, der Einlagesatz liegt bei 2,25 Prozent. Gestrichene Stellen, verschobene Investitionen, abgebaute Kapazitäten kehren durch eine Zinssenkung nicht zurück.

Zwischen Zinsfalle und Schuldenpolitik

Aus Sicht unserer Redaktion legt die Studie einen wunden Punkt frei: Während der Bund ein 500-Milliarden-Sondervermögen auflegt und Klimaziele ins Grundgesetz schreibt, wird dem Mittelstand das Kapital für die eigene Erneuerung zu teuer. Die IAB-Forscher fordern eine berechenbare Wirtschaftspolitik, die Unsicherheit und Finanzierungskosten senkt – ein Satz, der wie eine höfliche Ohrfeige klingt.

Denn eines zeigt die Analyse überdeutlich: Wer nur auf Fremdkapital baut, ist beim nächsten Zinsschock wehrlos. Substanz und Eigenkapital schlagen Hebelwirkung – für Unternehmen wie für private Vermögen, in denen physische Edelmetalle als krisenerprobter Anker eine sinnvolle Beimischung sein können.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.

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