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Kettner Edelmetalle
11.06.2026
20:42 Uhr

Wenn ein deutscher Volksvertreter im Bundestag dem Ausland die Daumen drückt

Wenn ein deutscher Volksvertreter im Bundestag dem Ausland die Daumen drückt

Es gibt Momente im politischen Berlin, die die ganze Schieflage der hiesigen Repräsentationskultur in einem einzigen Satz offenbaren. Einen solchen Moment lieferte der Grünen-Abgeordnete Boris Mijatović, als er sich am vergangenen Donnerstag im Hohen Hause zu Wort meldete – und seine Sympathien bei der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft nicht etwa der Mannschaft jenes Landes schenkte, dessen Steuerzahler ihm Monat für Monat üppige Diäten überweisen.

Ein bemerkenswertes Bekenntnis im Plenarsaal

Der in Kassel geborene Abgeordnete wünschte Bosnien-Herzegowina im Bundestag „nicht weniger als den Weltmeistertitel“. Anlass war ausgerechnet eine Debatte über die Verlängerung des Bundeswehrmandats für die EU-geführte Sicherheitsmission EUFOR Althea, jene Operation also, die das fragile Friedensgefüge von Dayton im Heimatland von Mijatovićs Vater absichern soll. Dass ein deutscher Mandatsträger, der über den Einsatz deutscher Soldaten mitentscheidet, in derselben Rede seine Herzensbindung an eine fremde Nationalmannschaft offenbart, ist mehr als nur eine sportliche Marginalie.

Mijatovićs Vater war Ende der 1960er Jahre aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland gekommen. In einem Interview lobte der Abgeordnete einst die doppelte Staatsbürgerschaft, weil sein Vater dank ihr nicht „auf sein Erbe in Bosnien verzichten“ müsse. Ein durchaus aufschlussreicher Satz – denn er zeigt, wo die emotionalen Prioritäten liegen.

Die Frage, die sich jeder Bürger stellen darf

Man muss kein Verfassungsrechtler sein, um die naheliegende Frage zu formulieren: Wie soll ein Politiker glaubwürdig die Interessen des deutschen Souveräns vertreten, wenn er ausgerechnet im Plenarsaal des Bundestages – finanziert und geschützt durch den deutschen Steuerzahler – seine Loyalität so offenkundig in eine andere Richtung lenkt? Es geht hier nicht um die Frage, für welche Mannschaft jemand in seinem Wohnzimmer die Daumen drückt. Das ist Privatsache. Es geht um die Symbolik, wenn dieses Bekenntnis am Rednerpult des höchsten deutschen Verfassungsorgans abgelegt wird.

Erst kommt die Partei, dann das Herkunftsland – und das eigene Land, in dessen Diensten man steht, rangiert irgendwo dahinter. Es ist diese Reihenfolge, die viele Bürger zunehmend ratlos zurücklässt.

Ein Muster, kein Einzelfall

Mijatović steht damit nicht allein. Schon der Fernsehmoderator Ingo Zamperoni sprach zur Europameisterschaft 2012 von einer „inneren Zerrissenheit“, wenn Deutschland gegen Italien antrete. Solche Bekenntnisse mögen menschlich nachvollziehbar sein. Doch wenn sie zum Symptom einer ganzen politischen Klasse werden, die das Wort „Patriotismus“ am liebsten in die rechte Schmuddelecke verbannt, dann offenbart sich ein tieferliegendes Problem.

Denn wie steht es um jene Bürger, die sich ein schlichtes Bekenntnis zu Schwarz-Rot-Gold wünschen? Sie werden in weiten Teilen des grünen Milieus argwöhnisch beäugt. Die deutsche Fahne am Reichstag? Heikel. Der deutsche Stolz auf die eigene Mannschaft? Verdächtig. Doch wenn ein grüner Abgeordneter im Plenum eine fremde Nation hochleben lässt, dann gilt das als weltoffen und tolerant. Dieser doppelte Maßstab ist es, der das Vertrauen in die politische Repräsentation zermürbt.

Vom Wert der inneren Verbundenheit

Es wäre ein Leichtes, die Episode als Lappalie abzutun. Doch sie berührt einen Kern, der gerade in unsicheren Zeiten von wachsender Bedeutung ist: die Frage nach Identität, Loyalität und Heimatverbundenheit. Wer ein Land regiert, sollte dieses Land auch lieben. Diese schlichte Wahrheit, die in fast jeder anderen Nation der Welt selbstverständlich ist, scheint im Deutschland der Gegenwart einer eigentümlichen Verlegenheit gewichen zu sein.

Und genau hier liegt vielleicht die eigentliche Lehre: In einer Welt, in der politische Bekenntnisse beliebig und Loyalitäten austauschbar erscheinen, gewinnt das Beständige an Wert. Wer dem Flüchtigen der Tagespolitik misstraut, sucht nach Verlässlichem – nach Werten, die Bestand haben. Edelmetalle wie Gold und Silber verkörpern seit Jahrtausenden genau dieses Prinzip der Beständigkeit. Sie kennen keine wechselnden Loyalitäten, keine Parteiräson und keine innere Zerrissenheit. Als solide Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie das, was die Politik mancherorts vermissen lässt: einen festen Anker in stürmischen Zeiten.

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