
Wenn der Dollar fällt: Warum Notenbanken weltweit auf Gold setzen
Die Rekordjagd beim Goldpreis ist kein Zufall – sie ist ein Symptom. Ein Symptom für eine Weltwirtschaftsordnung, die an ihren Fundamenten wankt. Der renommierte US-Ökonom Peter Schiff hat in einem aufsehenerregenden Interview mit Fox News eine Warnung ausgesprochen, die man nicht leichtfertig abtun sollte: Das gelbe Edelmetall steige nicht einfach, weil Anleger nervös seien. Vielmehr kündige sich ein tektonischer Bruch im globalen Finanzsystem an – einer, der die Krise von 2008 in den Schatten stellen könnte.
Das Ende einer Illusion namens Dollar-Dominanz
Was Schiff beschreibt, dürfte vielen Beobachtern der internationalen Finanzmärkte bekannt vorkommen, auch wenn es in den Mainstream-Medien gerne verschwiegen wird: Die Zentralbanken dieser Welt trennen sich in atemberaubendem Tempo von US-Staatsanleihen und Dollar-Reserven. Stattdessen füllen sie ihre Tresore mit physischem Gold. China, Indien, die Türkei – sie alle haben in den vergangenen Monaten massiv zugekauft. Und das aus gutem Grund.
Denn die Vereinigten Staaten haben sich in eine Abhängigkeit manövriert, die ihresgleichen sucht. Eine konsumgetriebene Kreditwirtschaft, die nur deshalb funktioniert, weil der Rest der Welt bereit ist, amerikanische Schulden zu finanzieren. Doch diese Bereitschaft schwindet – und zwar rapide. Schiff formuliert es mit entwaffnender Klarheit: Die Welt ziehe den USA den Boden unter den Füßen weg.
Inflationszahlen als Potemkinsche Dörfer
Besonders brisant ist Schiffs Vorwurf, die offiziellen Wirtschaftsdaten der US-Regierung seien geschönt. Die tatsächliche Inflation werde systematisch unterschätzt, das Wirtschaftswachstum hingegen übertrieben dargestellt. Wer sich an die Jahre vor dem Zusammenbruch des Subprime-Hypothekenmarktes erinnert, dem dürfte bei solchen Parallelen ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Auch damals ignorierten Politiker und Notenbanker die Warnsignale – bis es zu spät war.
Und genau hier liegt die erschreckende Parallele zur heutigen Situation. Die systemischen Risiken werden erneut heruntergespielt. Mainstream-Politiker auf beiden Seiten des Atlantiks beteuern, alles sei unter Kontrolle. Doch die Märkte sprechen eine andere Sprache. Gold auf Rekordniveau. Silber im Aufwind. Der Dollar unter Druck.
Was bedeutet das für Deutschland?
Für deutsche Sparer und Anleger sind diese Entwicklungen von unmittelbarer Relevanz. Denn wenn der Dollar tatsächlich seinen Status als Weltreservewährung einbüßt, werden die Schockwellen auch Europa erreichen. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ohnehin bereits die Weichen für eine weitere Schuldenexplosion gestellt. Sollte gleichzeitig das globale Vertrauen in Papierwährungen erodieren, stehen wir vor einer Situation, in der die Kaufkraft des Euro dramatisch sinken könnte.
Schiff prognostiziert, dass es für den Goldpreis keine Obergrenze geben werde – schlicht deshalb, weil der Dollar keine Untergrenze habe. Eine Aussage, die man als Übertreibung abtun kann. Oder als nüchterne Analyse eines Mannes, der die Finanzkrise von 2008 vorhergesagt hat, als die meisten noch in Euphorie schwelgten.
Gold als Anker in stürmischen Zeiten
Die Botschaft ist unmissverständlich: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind in Zeiten, in denen das Vertrauen in Papierwährungen und Staatsanleihen schwindet, nicht bloß eine Anlageoption unter vielen – sie sind ein unverzichtbarer Baustein zur Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio nicht mit physischen Edelmetallen absichert, setzt darauf, dass diesmal alles anders wird. Die Geschichte lehrt uns: Das tut es selten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, vor Investitionsentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Überlegungen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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