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Kettner Edelmetalle
09.03.2026
15:56 Uhr

Weißer Phosphor über Wohngebieten: Schwere Vorwürfe gegen Israel im Südlibanon

Während die Welt gebannt auf die Eskalation zwischen Israel und dem Iran blickt, gerät ein anderer Schauplatz zunehmend in den Fokus internationaler Menschenrechtsorganisationen. Human Rights Watch (HRW) erhebt schwere Anschuldigungen gegen das israelische Militär: Am 3. März soll in der südlibanesischen Stadt Yohmor Artilleriemunition mit weißem Phosphor über einem Wohngebiet zum Einsatz gekommen sein. Ein Vorwurf, der es in sich hat – denn der Einsatz dieser Brandwaffe gegen zivile Ziele verstößt klar gegen das humanitäre Völkerrecht.

Verheerende Bilder aus Yohmor

Die Menschenrechtsorganisation stützt ihre Erkenntnisse auf verifizierte und geolokalisierte Aufnahmen aus sozialen Medien. Mindestens zwei explodierende Phosphorgranaten seien über Wohnhäusern zu sehen gewesen. Die charakteristische Rauchwolke entspreche der typischen Signatur eines 155-Millimeter-Artilleriegeschosses der M825-Serie – ein Munitionstyp, der in westlichen Armeen weit verbreitet ist. Weitere Fotos des örtlichen Katastrophenschutzes dokumentieren demnach Einsatzkräfte, die Brände auf Hausdächern und an einem Fahrzeug zu löschen versuchten. Ob bei dem Angriff Menschen verletzt oder gar getötet wurden, konnte HRW bislang nicht feststellen.

Auch die staatliche libanesische Nachrichtenagentur ANI bestätigte Angriffe mit Artillerie und Phosphorgranaten auf die grenznahen Orte Chiam und Tal Nahas. Das Bild, das sich zusammenfügt, ist beunruhigend.

Eine Waffe, die unter der Haut brennt

Weißer Phosphor ist keine gewöhnliche Munition. Die Substanz entzündet sich bei Kontakt mit Sauerstoff und brennt mit einer Intensität, die schwerste Verbrennungen verursacht – Verbrennungen, die bis auf den Knochen reichen können. Doch damit nicht genug: Selbst Überlebende kleinflächiger Verletzungen drohen an Vergiftungen, Infektionen oder Organversagen zu sterben. Es handelt sich um eine Waffe von geradezu mittelalterlicher Grausamkeit, verpackt in moderne Artillerietechnik.

Sein Einsatz als Brandwaffe ist international geächtet. Lediglich zur Erzeugung von Rauchschleiern oder Beleuchtung auf dem Gefechtsfeld gilt er als zulässig. Genau darauf hat sich die israelische Armee in der Vergangenheit stets berufen. Doch HRW hält dagegen: Es existierten längst Alternativen – etwa das israelische Rauchgeschoss M150, das denselben taktischen Zweck erfülle, ohne die Zivilbevölkerung in Gefahr zu bringen. Warum also greift man zur gefährlicheren Variante?

Israel schweigt – HRW fordert Waffenembargo

Das israelische Militär reagierte auf die Vorwürfe zunächst mit Schweigen. Keine Stellungnahme, keine Erklärung. Ramzi Kaiss, Libanon-Experte von HRW, bezeichnete den Einsatz als „äußerst alarmierend" und forderte Israel unmissverständlich auf, dieses Vorgehen sofort einzustellen. Darüber hinaus richtete er einen bemerkenswerten Appell an die Waffenlieferanten – namentlich die USA, Großbritannien und Deutschland: Sie sollten ihre Rüstungsverkäufe an Israel unverzüglich aussetzen.

Hier wird es auch für die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz brisant. Deutschland gehört zu den wichtigsten Waffenlieferanten Israels. Die Frage, ob deutsche Rüstungsgüter möglicherweise bei völkerrechtswidrigen Angriffen auf Zivilisten zum Einsatz kommen, ist keine akademische – sie ist eine zutiefst moralische und politische. Und sie verdient eine ehrliche Antwort, keine diplomatischen Floskeln.

Eskalationsspirale seit den Iran-Angriffen

Der Kontext dieser Entwicklung ist entscheidend. Seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar 2026 hat sich der ohnehin schwelende Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah im Libanon dramatisch verschärft. Die Zahlen sprechen eine erschreckende Sprache: Mindestens 394 Menschen wurden nach Angaben der libanesischen Behörden bei israelischen Angriffen getötet, mehr als eine halbe Million Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

HRW warnte zudem, dass die pauschalen Evakuierungsbefehle des israelischen Militärs für den gesamten Südlibanon den Tatbestand der Zwangsvertreibung erfüllen könnten – ein schwerwiegender Vorwurf, der im Völkerrecht als Kriegsverbrechen eingestuft wird. Es wäre nicht das erste Mal: Bereits im letzten Krieg zwischen Israel und der Hisbollah vor über einem Jahr hatten sowohl HRW als auch Amnesty International den Einsatz von weißem Phosphor im Südlibanon mehrfach dokumentiert.

Doppelte Standards in der westlichen Außenpolitik?

Man muss kein Nahostexperte sein, um die Widersprüche in der westlichen Außenpolitik zu erkennen. Während bei anderen Konflikten – man denke an den Ukraine-Krieg – jeder mutmaßliche Völkerrechtsverstoß sofort zu Sanktionsforderungen und empörten Pressekonferenzen führt, herrscht bei israelischen Verstößen auffällige Zurückhaltung. Diese Doppelmoral untergräbt nicht nur die Glaubwürdigkeit des Westens, sondern auch das Fundament jener regelbasierten Ordnung, die man so gerne beschwört.

Die Zivilbevölkerung im Südlibanon – Familien, Kinder, alte Menschen – zahlt den Preis für geopolitische Machtspiele, an denen sie keinen Anteil hat. Und Europa? Europa schaut zu, liefert Waffen und hofft, dass die Bilder brennender Wohnhäuser nicht allzu lange in den Abendnachrichten laufen. Es ist eine Schande, die man nicht oft genug benennen kann.

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