
Weimer-Gipfel im Sturzflug: Wirtschaftsministerin Reiche plötzlich nur noch „angefragt"
Die Fassade bröckelt gewaltig beim prestigeträchtigen Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group. Was als exklusives Netzwerktreffen der Wirtschaftselite am Tegernsee verkauft wird, entpuppt sich zunehmend als fragwürdiges Geschäftsmodell mit dem Verkauf von Ministerkontakten. Nun rudert das Unternehmen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer hastig zurück: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, bislang als prominente Teilnehmerin für 2026 angekündigt, wird plötzlich nur noch als „angefragt" geführt.
Rückzugsgefechte am Tegernsee
Die CDU-Politikerin Reiche war jahrelang Stammgast beim alljährlichen Stelldichein der Wirtschaftselite. Doch nachdem investigative Recherchen aufdeckten, dass die Weimer Media Group für satte 60.000 bis 80.000 Euro netto exklusive Abendessen mit Regierungsmitgliedern an zahlungskräftige Lobbyisten verkauft, scheint die Ministerin kalte Füße bekommen zu haben. Ihre Sprecher betonen nun eilig, es habe nie eine verbindliche Zusage für 2026 gegeben.
Besonders pikant: Bei der diesjährigen „Executive Night" im Mai saß Reiche noch ahnungslos am Tisch der zahlenden Wirtschaftsvertreter. Auf die Frage, ob sie von dieser Minister-Vermarktung wusste, ließ sie knapp antworten: „Nein, war es nicht." Eine Aussage, die Fragen aufwirft – wer hat die Ministerin in diese fragwürdige Veranstaltung gelockt, ohne sie über die wahren Hintergründe aufzuklären?
Bayerns Distanzierung wird sichtbar
Noch deutlicher wird die Distanzierung beim Blick auf die Sponsoren-Galerie des Gipfels. Dort prangte bis vor kurzem unter der hochtrabenden Rubrik „Government Participant" das Wappen des Freistaats Bayern samt dem Logo des Wirtschaftsministeriums. Beides ist mittlerweile sang- und klanglos verschwunden – die komplette Rubrik wurde gelöscht. Ein deutliches Signal aus München, wo Ministerpräsident Markus Söder eine „Compliance-Prüfung" eingeleitet hat.
„Das prüfen wir jetzt, ob das stimmt", sagte Söder im Focus-Podcast über die aufgedeckten Lobbygeschäfte. Alle weiteren Entscheidungen über das Amt des Kulturstaatsministers „trifft nur der Bundeskanzler, und der hat sich klar hinter Herrn Weimer gestellt."
Mit diesen Worten schiebt der bayerische Ministerpräsident geschickt die Verantwortung nach Berlin – und geht gleichzeitig auf maximale Distanz zu seinem Parteifreund Friedrich Merz, der sich weiterhin schützend vor seinen Duzfreund Weimer stellt.
Merz' peinliche Realitätsverweigerung
Der Bundeskanzler macht sich mit seiner bedingungslosen Verteidigung Weimers zunehmend zur tragischen Figur. Im ARD-Interview behauptete er allen Ernstes: „Die Vorwürfe, die gegen Wolfram Weimer erhoben worden sind, haben sich alle als falsch erwiesen. Da wird nichts verkauft." Eine Aussage, die angesichts der vorliegenden Beweise und der hastig vorgenommenen Korrekturen auf der Gipfel-Webseite geradezu grotesk wirkt.
Auf Nachfrage, worauf sich diese gewagte Behauptung stützt, versteckt sich das Kanzleramt hinter nichtssagenden Floskeln: „Die Worte des Bundeskanzlers stehen für sich", ließ das Presse- und Informationsamt verlauten. Eine Bankrotterklärung der politischen Kommunikation, die zeigt, wie sehr Merz in der Defensive ist.
Staatsanwaltschaft prüft – Weimer poltert
Während in Berlin die Generalstaatsanwaltschaft vier Strafanzeigen prüft und in München die bayerische Staatsregierung ihre Förderung überdenkt, zeigt sich Weimer selbst völlig uneinsichtig. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte er trotzig: „Ich werde mich den rechten Trollen nicht beugen." Eine bemerkenswerte Wortwahl für einen Staatsminister, der investigative Journalisten als „rechte Trolle" diffamiert, nur weil sie fragwürdige Geschäftspraktiken aufdecken.
Weimer versucht sich als Opfer einer AfD-Kampagne zu inszenieren und bezeichnet sich gar als „Hauptgegner" der Partei. Ein durchschaubares Ablenkungsmanöver, das von den eigentlichen Vorwürfen ablenken soll: dem Verkauf von Ministerkontakten für horrende Summen.
Das System wankt
Was sich am Tegernsee abspielt, ist symptomatisch für eine politische Klasse, die sich zunehmend von den Bürgern entfernt hat. Während normale Deutsche unter Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit leiden, verkauft die Elite Zugang zu Entscheidungsträgern für Summen, die ein Durchschnittsverdiener in zwei Jahren nicht verdient.
Die hastigen Korrekturen auf der Gipfel-Webseite zeigen: Das System gerät ins Wanken. Minister ziehen sich zurück, Sponsoren verschwinden, und selbst treue Verbündete wie Söder gehen auf Distanz. Nur Merz hält eisern zu seinem Kulturstaatsminister – eine Loyalität, die ihm noch teuer zu stehen kommen könnte.
Es bleibt abzuwarten, ob der Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 überhaupt noch stattfinden wird. Eines ist jedoch sicher: Das alte System der Hinterzimmer-Deals und gekauften Ministerkontakte hat seine Unschuld verloren. Die Bürger schauen genauer hin – und das ist auch gut so.
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