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Kettner Edelmetalle
25.03.2026
18:24 Uhr

Washingtons doppeltes Spiel: US-Treibstoff für Kubas Privatsektor – während die Insel im Dunkeln versinkt

Es ist eine jener geopolitischen Finessen, die man der Trump-Administration durchaus zutrauen darf: Während die Vereinigten Staaten Kuba mit einer beispiellosen Ölblockade in die Knie zwingen wollen, fließt gleichzeitig amerikanischer Treibstoff auf die Karibikinsel – allerdings ausschließlich an private Unternehmen. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als kalkulierte Strategie mit weitreichenden Konsequenzen.

30.000 Barrel für den freien Markt – ein Tropfen auf den heißen Stein

Seit Jahresbeginn 2026 hätten US-amerikanische Lieferanten rund 30.000 Barrel Treibstoff an Kubas Privatsektor verschifft, wie aus Dokumenten und Schifffahrtsdaten hervorgehe. Das klingt zunächst nach einer beachtlichen Menge – doch die Realität ist ernüchternd. Diese Menge entspricht gerade einmal einem Zehntel der Kapazität eines mittelgroßen Tankschiffs. Kuba benötigte bis vor Kurzem täglich etwa 100.000 Barrel importierten Treibstoff, um seine Kraftwerke zu betreiben und den regulären Bedarf von Fahrzeugen und Flugzeugen zu decken.

Die Botschaft aus Washington könnte kaum deutlicher sein: Der kommunistische Staatsapparat soll verdursten, während der private Sektor – so klein er auch sein mag – gezielt gestärkt wird. US-Außenminister Marco Rubio formulierte es unmissverständlich: Die Genehmigung dieser Treibstoffexporte füge sich in eine umfassendere Politik der Trump-Administration ein, die „vollständig darauf ausgelegt" sei, den Privatsektor und einzelne kubanische Bürger, die weder mit der Regierung noch mit dem Militär verbunden seien, in eine „privilegierte Position" zu bringen.

Die Blockade zeigt Wirkung – und das ist gewollt

Seit der Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro im Januar haben die USA venezolanische Öllieferungen an Kubas Regierung unterbunden und jedem anderen Land mit Strafzöllen gedroht, das es wagen sollte, Treibstoff auf die Insel zu verschiffen. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel räumte vergangene Woche ein, dass die Insel seit drei Monaten keinerlei Treibstoff erhalten habe. Wohlgemerkt: Er erwähnte die Lieferungen an den Privatsektor mit keinem Wort.

Man muss kein Freund kommunistischer Regime sein, um die menschliche Dimension dieser Strategie zu erkennen. Der öffentliche Nahverkehr liegt am Boden, die Stromversorgung ist katastrophal, der Tourismus – einst eine der wenigen Devisenquellen – bricht zusammen. Und doch: Wer die Geschichte des 20. Jahrhunderts kennt, weiß, dass kommunistische Systeme selten durch Wohlstand, sondern fast immer durch wirtschaftlichen Druck von außen und innere Erosion zu Fall gebracht wurden.

Containerschiffe als Lebensadern des freien Unternehmertums

Die Logistik hinter dieser Operation ist bemerkenswert. Insgesamt hätten 61 Containerschiffe mit verschiedensten Produkten – darunter eben auch Treibstoff – in kubanischen Häfen entladen, wobei sie zwischen kubanischen, US-amerikanischen, europäischen und karibischen Häfen pendelten. Der Großteil der Schiffe habe im Hafen von Mariel westlich von Havanna angelegt. Zwei weitere Schiffe seien aus Spanien und Jamaika unterwegs.

Besonders aufschlussreich: Lieferungen aus dem US-Golf, insbesondere aus dem Southwest Pass in Louisiana – einem zentralen Energiekorridor –, nehmen zu. Die meisten US-Containerschiffe nach Kuba starteten allerdings von Florida aus, was angesichts der geografischen Nähe und der historischen kubanisch-amerikanischen Verbindungen in Miami kaum überraschen dürfte.

Bäcker, Lebensmittelhändler und Online-Shops als Nutznießer

Die frischen Treibstofflieferungen hätten es einigen Unternehmen ermöglicht, ihren Betrieb trotz der erdrückenden Blockade aufrechtzuerhalten. Seit Anfang Februar, als die Exporte begannen, sei Treibstoff nach und nach bei privaten Unternehmen angekommen, die zunächst durch die Blockade paralysiert gewesen seien. Unter den importierenden Firmen befänden sich private Bäckereien, Großhändler, die Waren an kleine Privatmärkte in städtischen Gebieten verteilen, sowie größere Online-Shops wie der Lebensmittellieferant Supermarket23.

Letzterer hatte seinen Kunden im Februar mitgeteilt, keine Bestellungen mehr annehmen zu können. Inzwischen habe das Unternehmen Treibstoff importiert und seinen Lieferservice wieder aufgenommen. Ein kleines, aber vielsagendes Beispiel dafür, wie marktwirtschaftliche Strukturen selbst unter widrigsten Bedingungen funktionieren können – wenn man sie nur lässt.

Strenge Kontrollen gegen Missbrauch

Washington lässt keinen Zweifel daran, dass es bei diesem Programm keinen Spielraum für Tricksereien gibt. Die privaten Unternehmen implementierten strenge Kontrollen, um sicherzustellen, dass die Intention des US-Programms nicht verletzt werde. Ein kommerzieller Weiterverkauf sei nicht gestattet – der Treibstoff dürfe ausschließlich von den importierenden Parteien selbst genutzt werden.

Der importierte Treibstoff komme hauptsächlich in ISO-Tanks an, die jeweils etwa 21.600 Liter fassen und für den sicheren Transport auf Containerschiffen konzipiert seien. Rund 200 solcher ISO-Tanks seien bislang in Kuba entladen worden. Die überwältigende Mehrheit der Importe bestehe aus Diesel; lediglich ein Prozent der Tanks enthielten Benzin. Dies habe praktische Gründe: Benzin sei leichter entzündlich als Diesel und erfordere bei Lagerung und Verteilung deutlich mehr Vorsicht – auf einer Insel mit kaum moderner Infrastruktur ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

Ein geopolitisches Lehrstück mit offenem Ausgang

Rubio machte im Februar unmissverständlich klar, was passiere, wenn die Regeln gebrochen würden: Sollte der Privatsektor dabei erwischt werden, Treibstoff an das Regime oder an militärische Unternehmen umzuleiten, würden die Lizenzen sofort entzogen. Eine Drohung, die man in Washington erfahrungsgemäß ernst meint.

Was wir hier beobachten, ist nichts Geringeres als der Versuch, ein kommunistisches System von innen heraus zu transformieren – nicht durch militärische Intervention, sondern durch die gezielte Förderung privatwirtschaftlicher Strukturen bei gleichzeitiger Strangulierung des Staatsapparats. Es ist eine Strategie, die an die Endphase des Kalten Krieges erinnert, als wirtschaftlicher Druck und die Förderung zivilgesellschaftlicher Kräfte letztlich zum Zusammenbruch der Sowjetunion beitrugen.

Ob dieser Ansatz auf Kuba funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass freie Märkte und privates Unternehmertum langfristig stärker sind als jede staatliche Planwirtschaft. Dass ausgerechnet die Trump-Administration – von ihren Kritikern so oft als isolationistisch gescholten – hier einen derart differenzierten außenpolitischen Kurs fährt, dürfte manchen europäischen Beobachter überraschen. Vielleicht sollte sich auch die deutsche Außenpolitik gelegentlich an solch strategischer Klarheit orientieren, statt sich in moralischen Allgemeinplätzen zu verlieren.

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