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Kettner Edelmetalle
08.07.2026
06:08 Uhr

Wadephuls diplomatischer Blindflug: Wenn der Außenminister nicht mehr sieht, was Deutschland seit 33 Jahren verurteilt

Wadephuls diplomatischer Blindflug: Wenn der Außenminister nicht mehr sieht, was Deutschland seit 33 Jahren verurteilt

Es gibt Momente in der Bundespressekonferenz, in denen sich die politische Kaste selbst entlarvt – und der Fall Wadephul ist ein Musterbeispiel dafür. Der amtierende Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat kurzerhand beschlossen, die US-Blockade gegen Kuba schlicht nicht mehr zu erkennen. „Sehe ich nicht“, so seine denkwürdige Antwort bei einem Bürgerdialog. Man reibt sich die Augen: Ausgerechnet jene Blockade, gegen die Deutschland in den Vereinten Nationen seit dem Jahr 1992 unbeirrt Jahr für Jahr votiert.

Ein Widerspruch, der zum Himmel schreit

Seit der Resolution 47/19 vom 24. November 1992 stimmt die Bundesrepublik verlässlich für Beschlüsse, die diese Maßnahmen ausdrücklich als „Blockade“ benennen und deren Ende fordern. Zuletzt geschah dies am 29. Oktober 2025 mit der Resolution A/RES/80/4 – verabschiedet mit einer erdrückenden Mehrheit von 165 zu 7 Stimmen. Und nun tritt der oberste Diplomat des Landes vor die Öffentlichkeit und behauptet, davon nichts zu bemerken? Das ist entweder erschreckende Ahnungslosigkeit oder kalkulierter Opportunismus.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes versuchte die Peinlichkeit mit sprachlicher Akrobatik zu kaschieren. Man müsse, so hieß es, „bei der Terminologie sauber bleiben“ und zwischen „Sanktionspolitik“ und „Blockade“ unterscheiden. Eine bemerkenswerte Feinsinnigkeit – die freilich exakt jener Wortwahl widerspricht, unter der Deutschland selbst in New York seine Stimme abgibt.

Die Kunst, nichts zu wissen

Fast schon grotesk wird es bei der Frage, ob Berlin bei der UN-Generaldebatte zu Tagesordnungspunkt 38 seiner jahrzehntelangen Linie treu bleiben werde. Die Antwort des Sprechers: Man habe „keine Kenntnis“ von einer solchen Resolution. Nun ist dieser Tagesordnungspunkt seit Wochen öffentlich einsehbar und wurde vom kubanischen Außenminister persönlich medial angekündigt. Dass ausgerechnet das Auswärtige Amt hier den Ahnungslosen mimt, ist eine Verlegenheitslösung, die ihresgleichen sucht.

Warum stimmt Deutschland seit 33 Jahren in New York für eine Resolution, in deren Titel wörtlich das Wort „Blockade“ steht – wenn der Außenminister in Berlin erklärt, eine solche sehe er nicht?

Deutsche Unternehmen zahlen die Zeche

Was diese Wortklauberei besonders zynisch macht: Es sind handfeste deutsche Interessen, die auf dem Spiel stehen. Die Commerzbank musste satte 1,5 Milliarden US-Dollar Strafe an US-Behörden abführen. Die Bayer AG beendete unter Washingtoner Druck ihre Handelsbeziehungen mit Havanna. Die Reederei Hapag-Lloyd zog sich aus dem Kuba-Geschäft zurück, nachdem eine Executive Order des US-Präsidenten die extraterritoriale Reichweite der Blockade weiter ausdehnte.

Hier zeigt sich das eigentliche Drama deutscher Außenpolitik: Statt entschlossen für die Interessen der eigenen Wirtschaft und der eigenen Bürger einzutreten, kuscht man vor dem großen Bruder jenseits des Atlantiks. Souveränität sieht anders aus. Die EU-Verordnung Nr. 2271/96, die europäische Akteure eigentlich vor genau solcher extraterritorialer Anwendung fremder Gesetze schützen soll, erwähnt man in Berlin lieber gar nicht erst.

Ein diplomatisches Armutszeugnis

Es bleibt ein kaum auflösbarer Widerspruch zwischen dem, was Deutschland in New York tut, und dem, was es in Berlin sagt. Der Bürger fragt sich zu Recht: Wofür bezahlen wir eigentlich einen Außenminister, der die Realität nach politischer Opportunität aus- und einschaltet? Diese Regierung, die sich einst „Verantwortung für Deutschland“ auf die Fahnen schrieb, offenbart einmal mehr, wie wenig Rückgrat sie besitzt, wenn es darauf ankommt.

Am Ende steht die ernüchternde Erkenntnis, dass verlässliche Prinzipientreue in der deutschen Diplomatie zur Rarität geworden ist. Wer heute etwas verurteilt und es morgen nicht mehr sehen will, macht sich international zum Gespött – und schwächt das Ansehen unseres Landes weiter.

Was bedeutet das für den Anleger?

Die politische Unberechenbarkeit, die dieser Fall exemplarisch aufzeigt, ist symptomatisch für eine Zeit, in der auf staatliche Verlässlichkeit immer weniger Verlass ist. Wo Regierungen ihre eigenen Positionen je nach Wetterlage wechseln und wirtschaftliche Interessen dem politischen Wind opfern, gewinnt die Frage nach der eigenen Absicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte hinweg als stabiler Anker bewährt – unabhängig von politischen Launen und diplomatischen Kehrtwenden. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, das eigene Vermögen gegen die Turbulenzen einer immer sprunghafteren Politik zu schützen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen in Eigenverantwortung zu treffen. Für etwaige Verluste wird keine Haftung übernommen.

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