
VW am Abgrund: Wie deutsche Industriepolitik einen Weltkonzern in die Knie zwingt

Es sind Bilder, die niemand in diesem Land sehen wollte: Vor dem Markenhochhaus in Wolfsburg formieren sich Hunderte IG-Metaller, während drinnen im Sitzungssaal über die Zukunft von Zehntausenden Familien entschieden wird. Der Aufsichtsrat des einst stolzesten deutschen Industrieflaggschiffs tagt – und die Nervosität ist mit Händen zu greifen. Bis zu 100.000 Stellen könnten dem Vernehmen nach wegfallen, vier Werke stünden vor dem Aus. Willkommen in der Realität einer Wirtschaftsnation, die sich selbst systematisch abschafft.
Vom Exportweltmeister zum Sanierungsfall
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Volkswagen, das Sinnbild deutscher Ingenieurskunst, der Motor der niedersächsischen Wirtschaft, ringt ums Überleben. Konzernchef Oliver Blume habe angekündigt, "jeden Stein umzudrehen", um die Kosten in den Griff zu bekommen. Doch was bedeutet das übersetzt? Wenn ein deutscher Manager über Kosteneinsparungen spricht, dann meint er meist eines: Deutschland. Genauer gesagt jene Standorte, die über Jahrzehnte hinweg den Wohlstand ganzer Regionen getragen haben.
"Wenn VW jetzt nicht eine grundlegend neue Struktur schafft, die langfristig tragbar ist, dann reden wir in zwei, drei Jahren tatsächlich über die Abwicklung von VW." – Stefan Bratzel, Center of Automotive Management
Die Abwicklung von VW. Lassen Sie diesen Satz einen Moment wirken. Ein Experte spricht offen über das mögliche Ende eines Konzerns, der Generationen von Deutschen ernährt hat.
Die Hausgemachten Wurzeln der Krise
Doch wie konnte es so weit kommen? Die Antwort möchten uns die politisch Verantwortlichen nur ungern liefern. Es waren nicht allein Trumps Zölle oder die neuen Wettbewerber aus China, die VW in diese Bredouille manövriert haben. Es war eine jahrelange Verkehrs- und Industriepolitik, die dem Verbrennungsmotor den Krieg erklärte und die gesamte Branche in eine Elektro-Zukunft zwang, die der Markt schlicht nicht in dem erhofften Tempo annehmen wollte. Milliarden wurden in Batterietechnologie gepumpt, während der einstige Kernkompetenz der Rücken gekehrt wurde.
Die Automobilexpertin Helena Wisbert von der Ostfalia Hochschule bringt es nüchtern auf den Punkt: Der europäische Markt sei gesättigt, das Vorkrisen-Niveau von 2019 werde voraussichtlich nie wieder erreicht. Überkapazitäten, die abgebaut werden müssten, "zum Teil wahrscheinlich auch Werke schließen".
Wenn Politik "unsozial" wird
Besonders bemerkenswert ist die Wortwahl von Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie. Den Handlungsbedarf zu leugnen, sei "unsozial". Doch die eigentliche soziale Frage stellt sich an anderer Stelle: Ist es nicht vielmehr unsozial, eine Industrie durch ideologische Vorgaben, überbordende Bürokratie und explodierende Energiekosten so lange zu drangsalieren, bis am Ende nur noch der Kahlschlag bleibt?
Emdens Oberbürgermeister und die Landräte aus Aurich, Wittmund und Leer richteten einen eindringlichen Appell an VW und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies: "Stehen Sie zu Ihrem Wort, erhalten Sie das VW-Werk in Emden!" Ein Hilferuf aus der Provinz, der die ganze Tragik dieser Entwicklung offenbart.
Das "Weihnachtswunder", das keines war
Erinnern wir uns: Ende 2024 feierte die IG Metall den mühsam ausgehandelten Tarifkompromiss noch als "Weihnachtswunder". Die Kosten seien seitdem an den großen Standorten um rund 20 Prozent gesunken, bestätige VW selbst. Und doch – es reicht offenbar nicht. Das Wunder erwies sich als frommer Wunsch mit erschreckend kurzer Halbwertszeit. Die Welt habe sich weitergedreht, heißt es. Doch Deutschland, so scheint es, dreht sich vor allem im Kreis.
Was bleibt dem Sparer?
Für den deutschen Bürger ergibt sich aus dieser Entwicklung eine unbequeme Erkenntnis: Selbst die größten und vermeintlich sichersten Konzerne dieses Landes sind vor dem Niedergang nicht gefeit. Wer sein Vermögen ausschließlich in Aktien, Fonds oder ETFs deutscher Industriewerte gebunden hat, sollte die aktuellen Ereignisse als Weckruf verstehen. Papierwerte können über Nacht an Substanz verlieren, wenn die zugrundeliegenden Unternehmen ins Straucheln geraten.
In Zeiten, in denen selbst Industrieikonen wanken, gewinnt der Gedanke der breiten Streuung und der handfesten Vermögenssicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von der Wettbewerbsfähigkeit einzelner Konzerne oder den Launen politischer Entscheider ihren Wert behalten. Als solide Beimischung zu einem gesunden, breit gestreuten Portfolio können sie ein sinnvoller Anker in stürmischen Zeiten sein.
Ein Richtungsentscheid – und viele offene Fragen
Ob der Aufsichtsrat heute konkrete Ergebnisse liefert, bleibt ungewiss. Angesichts der Macht der Arbeitnehmerseite und des Landes Niedersachsen im Gremium rechne kaum jemand mit sofortigen Kündigungen oder Werksschließungen. Doch der Weg ist vorgezeichnet. Was Deutschland jetzt braucht, ist keine weitere ideologische Bevormundung, sondern eine Politik, die endlich wieder für den Industriestandort und für die Menschen arbeitet, die hier Tag für Tag ihre Arbeit verrichten. Diese Auffassung teilt nicht nur unsere Redaktion, sondern ein wachsender Teil der deutschen Bevölkerung, der die Geduld mit der Selbstdemontage dieses Landes längst verloren hat.
Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung sollte auf Grundlage eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für getroffene Anlageentscheidungen und deren Ergebnisse übernehmen wir keinerlei Haftung. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich.
- Themen:
- #Aktien
- #Insolvenzen
- #Energie
- #Gold
- #Silber

Deutschland am AbgrundDeutschland am AbgrundDas große Live-Webinar am 29. Juli – wie Sie Ihr Vermögen schützen, ohne auszuwandern
Live mit Marc Friedrich, Peter Hahne, Philip Hopf, Gerald Grosz & Kay Gottschalk – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.
Die Stimmen des Abends

MarcFriedrich

PeterHahne

PhilipHopf

GeraldGrosz

KayGottschalk
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik

















