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Kettner Edelmetalle
26.05.2026
06:01 Uhr

Vom „Tiefpunkt der Republik" zum Vize-Außenminister: Wie Merz sein nächstes Wahlversprechen entsorgt

Es gibt politische Kunststücke, die selbst hartgesottene Beobachter sprachlos zurücklassen. Friedrich Merz beherrscht mittlerweile eine besondere Disziplin: das geräuschlose Entsorgen seiner eigenen Wahlkampfaussagen. Jetzt setzt der Kanzler zum nächsten Salto an – und ausgerechnet sein einstiger Erzfeind Olaf Scholz soll davon profitieren.

Die Wahlkampf-Schwüre? Schon Schnee von gestern

Man erinnere sich: Mitte Dezember 2024 erklärte Merz in der Rheinischen Post mit kerniger Stimme, eine Zusammenarbeit mit Scholz sei „in jeder denkbaren Konstellation" am 23. Februar beendet. Im Bundestag warf er dem damaligen Kanzler vor laufenden Kameras hin: „Sie können es nicht." Und für ganz Vergessliche schob er nach, Scholz sei in 75 Jahren Bundesrepublik schlicht der „Tiefpunkt" gewesen.

Markige Worte, die jeden CDU-Wähler in dem Glauben wiegen sollten, mit der Union komme wirklich ein Bruch mit der ruinösen Ampel-Politik. Eineinhalb Jahre später entpuppt sich diese Versicherung als das, was sie offenbar von Anfang an war: politisches Marketing mit kurzer Halbwertszeit.

Die Nord-Süd-Kommission – ein politisches Trojanisches Pferd

Wie nun durchsickerte, soll Scholz die Leitung der im Koalitionsvertrag verankerten Nord-Süd-Kommission übernehmen. Klingt staubtrocken, ist aber alles andere als ein bürokratisches Schattendasein. Das Gremium, laut Tagesspiegel mit zwanzig Mitgliedern aus dem globalen Süden und Norden bestückt, soll Empfehlungen erarbeiten, wie Deutschland seine Beziehungen zu Entwicklungsländern „neu ausrichten" könne.

Übersetzt aus dem Politik-Sprech bedeutet das: Es geht um Milliarden an Steuergeldern, die in Richtung sogenannter Entwicklungshilfe fließen sollen. Ein zig Milliarden Euro schwerer Haushaltsbereich, in dem Scholz künftig faktisch wie ein Vize-Außenminister agieren dürfte. Das mediale Echo dieser Position wird im Mainstream beträchtlich sein – die Inszenierung als deutscher Willy Brandt der Gegenwart steht bereits im Drehbuch.

Warum noch wählen, wenn alles verschmilzt?

Hier offenbart sich die Krux der bundesdeutschen Politik im Jahr 2026: Wozu noch ein monatelanger, mit Hunderten Millionen finanzierter Wahlkampf, wenn die vermeintlichen Kontrahenten anschließend wieder gemeinsam am Trog Platz nehmen? Wer Scholz im Februar 2025 wegwählte, weil er ihm nichts mehr zutraute, darf nun erleben, wie ausgerechnet dieser Mann von Merz mit einem prestigeträchtigen Posten belohnt wird.

Die SPD, mit mageren zwölf Prozent ins Parlament gewählt, regiert Deutschland wie ein Mehrheitsbeschaffer. Die Union liefert dafür treu die Posten und brichst dabei in atemberaubender Geschwindigkeit nahezu jedes Versprechen, das sie ihren Wählern gegeben hatte: keine neuen Schulden, harter Migrationskurs, keine Kooperation mit Scholz. Alles dahin.

Das Kumbaya-Singen der „bürgerlichen Mitte"

Was hier geschieht, ist mehr als ein weiterer politischer Treppenwitz. Es ist die zementierte Verschmelzung jener Parteien, die sich seit Jahrzehnten gegenseitig die Macht zuschanzen – flankiert von einer wohlwollenden Hofberichterstattung, die das Schauspiel als „Pragmatismus" und „staatspolitische Verantwortung" verkauft. Dass dabei die demokratische Vielfalt zermahlen wird wie Korn zwischen zwei Mühlsteinen, scheint niemanden in den Berliner Salons zu stören.

Der Wähler hingegen sieht zu, wie ihm seine Stimme abhandenkommt. Wer für eine echte Wende votierte, erhält stattdessen die alte Garde in neuer Uniform. Und so wundert sich Merz womöglich bald wieder über erodierende Umfragewerte – während er gleichzeitig genau die Politik macht, die seine Wähler eigentlich abgewählt hatten.

Eine Frage des Anstands

Bleibt am Ende die simple Frage: Wie kann man einen Mann, den man monatelang öffentlich als unfähig brandmarkte, anschließend mit einem hochrangigen Posten betrauen? Entweder war das damalige Urteil eine Lüge – oder die heutige Personalentscheidung ist eine. Beides ist verheerend, weil es das verbleibende Vertrauen in die politische Klasse weiter zertrümmert.

Während die Bürger mit explodierenden Energiepreisen, steigender Kriminalität und einer galoppierenden Schuldenlast kämpfen, beschäftigt sich die Berliner Blase mit der Versorgung abgewählter Kanzler. Es ist genau diese Form der Selbstbedienungsmentalität, die das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen aushöhlt – und sie ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern findet sich quer durch alle Bevölkerungsschichten wieder.

Edelmetalle als Anker in stürmischen Zeiten

In einer Zeit, in der politische Verlässlichkeit zur Mangelware wird und Wahlversprechen den Wert von Konfetti haben, suchen immer mehr Bürger nach Möglichkeiten, sich vor den Folgen dieser Politik zu schützen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässliche Bausteine eines breit gestreuten Vermögens bewährt – unabhängig davon, welche Kommission gerade welcher Altkanzler leitet und wie viele Milliarden in den globalen Süden transferiert werden.

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