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Kettner Edelmetalle
06.02.2026
07:48 Uhr

Vom freien Markt zur staatlichen Kontrolle: Europa verschläft den Eintritt in die neue Wirtschaftsordnung

Während China und die USA längst die Weichen für eine machtpolitisch gesteuerte Ökonomie gestellt haben, verharrt Europa in bürokratischen Grundsatzdiskussionen und ideologischen Grabenkämpfen. Die Frage, ob wir bereits in einer Kriegswirtschaft leben, mag provokant klingen – doch sie trifft den Nerv einer Zeit, in der Effizienz und Globalisierung ihre Unschuld verloren haben.

Der Bruch mit der Friedensökonomie

Der französische Investor David Baverez hat mit seinem Buch „Welcome to the War Economy!" eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen, die viele europäische Politiker noch immer nicht wahrhaben wollen. Seine zentrale These ist so simpel wie erschütternd: Die Welt hat die Friedensökonomie der Nachwendezeit hinter sich gelassen. Nicht mehr Preis, Innovation oder Effizienz entscheiden über Wohlstand und Macht, sondern die Kontrolle strategischer Engpässe – Rohstoffe, Energie, Technologie und industrielle Schlüsselkapazitäten.

In einem vielbeachteten Podcast mit dem deutschen Ökonomen Daniel Stelter legte Baverez dar, wie Staaten wieder handeln wie in Kriegszeiten: mit Industriepolitik, Subventionen, Exportkontrollen und politisch gelenkten Lieferketten. Die Spielregeln haben sich fundamental verändert, doch Europa scheint dies noch nicht begriffen zu haben.

Historische Parallelen – und entscheidende Unterschiede

Der Begriff „Kriegswirtschaft" ist für uns Deutsche historisch vergiftet. Er erinnert an totale Mobilmachung, staatliche Zwangslenkung und die Unterordnung aller wirtschaftlichen Aktivitäten unter militärische Ziele. Der Vierjahresplan unter Hermann Göring ab 1936, in dem Hitler forderte, die deutsche Wirtschaft müsse „in vier Jahren kriegsfähig sein", steht als mahnendes Beispiel im kollektiven Gedächtnis.

Doch Baverez verwendet den Begriff bewusst nicht im historischen, sondern im funktionalen Sinn. Es geht nicht um eine vollständige Kommandowirtschaft, sondern um eine Ordnung, in der sicherheits- und machtpolitische Erwägungen systematisch Vorrang vor Effizienz und globaler Arbeitsteilung erhalten. Der Markt existiert weiterhin – aber er wird zunehmend von strategischen Interessen überformt.

China hat den Paradigmenwechsel längst vollzogen

Spätestens seit dem 20. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas im Jahr 2022 ist die Stoßrichtung Pekings unmissverständlich. Die chinesische Führung denkt Wirtschaft strategisch. Nicht Rendite, sondern Kontrolle über die Engpässe definiert Macht. Seltene Erden, Batterierohstoffe, Halbleiterfertigung, industrielle Automatisierung – wer hier dominiert, setzt die Spielregeln für alle anderen.

Xi Jinping vermied zwar jede offene Abkehr von der „sozialistischen Marktwirtschaft", doch das Leitmotiv seiner Rede war eindeutig: Wirtschaftliche Entwicklung wird konsequent sicherheitspolitisch gerahmt. Lieferketten, strategische Ressourcen und Schlüsselindustrien gelten als schützenswerte Bereiche. Der Markt darf Ressourcen verteilen – aber nur innerhalb klarer politischer Vorgaben der Partei.

Die USA ziehen nach – mit fiskalischer Wucht

Die Vereinigten Staaten haben auf Chinas Strategie reagiert. Milliardenschwere industriepolitische Programme wie der „Inflation Reduction Act" und der „CHIPS and Science Act" unter Präsident Biden markierten den Beginn. Unter seinem Nachfolger Donald Trump wurden Strafzölle, Exportkontrollen und der gezielte Aufbau nationaler Produktionskapazitäten massiv ausgeweitet.

Dass rohstoffreiche Regionen wie Grönland plötzlich zum geopolitischen Brennpunkt werden, ist Ausdruck dieser neuen Logik. Trump machte im Weißen Haus unmissverständlich klar: Die USA müssten Grönland besitzen, um zu verhindern, dass China und Russland das täten. Es geht um Versorgungssicherheit, nicht um kurzfristige Wirtschaftlichkeit.

Europas fatale Selbsttäuschung

Und Europa? In Sonntagsreden wird der Paradigmenwechsel anerkannt. Olaf Scholz sprach nach Beginn des Ukraine-Kriegs von einer „Zeitenwende". Friedrich Merz erklärte in seiner Neujahrsansprache, Deutschland sei „kein Spielball von Großmächten". Doch praktisch dominiert das Beharren auf alten Denkmustern.

Die Annahme, man könne wirtschaftliche Offenheit, klare Handelsregeln und geopolitische Neutralität gleichzeitig bewahren, erweist sich zunehmend als gefährliche Illusion. Während China Produktionsketten integriert und die USA ihre Industrie mit fiskalischer Wucht schützen, ringt Europa um Beihilferegeln, das Verbrenner-Aus und Kompetenzverteilungen zwischen Brüssel und den Mitgliedstaaten.

„Wer weiterhin glaubt, Wirtschaft lasse sich von Machtpolitik trennen, hat die neue Weltordnung nicht verstanden."

Mehr Staat ohne klare Prioritäten

Das deutsche Sondervermögen für die Bundeswehr und steigende Verteidigungsausgaben markieren zweifellos einen Kurswechsel. Doch diese Maßnahmen bleiben fragmentiert. Sie reagieren auf Krisen, ohne eine kohärente industrie- und sicherheitspolitische Gesamtstrategie zu formulieren. Die Folge ist ein hybrides System: mehr Staat, aber ohne klare Prioritäten; mehr Regulierung, aber ohne strategische Bündelung; mehr Geld für Sicherheit, aber ohne gesellschaftliche Debatte über Zielkonflikte.

Die neue Bundesregierung unter Kanzler Merz plant ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur – doch statt strategischer Weichenstellung droht erneut ein bürokratisches Verteilungschaos. Die Inflation wird weiter steigen, Generationen werden auf Jahre hinaus verpflichtet, Zinsen durch Steuern und Abgaben zu finanzieren. All dies, obwohl Merz versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen.

Die hybride Übergangsökonomie

Leben wir also bereits in einer Kriegswirtschaft? Im strengen Sinne: nein. Es gibt keine umfassende Zwangslenkung, keine Priorisierung ziviler Produktion zugunsten militärischer Erfordernisse. Doch ebenso wenig leben wir noch in einer Friedenswirtschaft. Zu zentral sind heute Fragen der Resilienz, der Kontrolle kritischer Technologien und der geopolitischen Abhängigkeiten.

Treffender ist der Begriff einer hybriden Übergangsökonomie. Marktmechanismen gelten zwar weiterhin, werden aber zunehmend von sicherheitspolitischen Erwägungen überlagert. Effizienz wird relativiert durch Redundanz, Kostenvorteile durch Versorgungssicherheit, globale Optimierung durch regionale Kontrolle.

Gold als Anker in unsicheren Zeiten

In einer Welt, in der wirtschaftliche Verflechtungen zur Waffe werden und Staaten um die Kontrolle strategischer Ressourcen ringen, gewinnen physische Edelmetalle als Vermögenssicherung an Bedeutung. Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als krisenfeste Wertanlage bewährt – unabhängig von politischen Systemen und wirtschaftlichen Paradigmenwechseln. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Anlageportfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung gegen geopolitische Risiken und inflationäre Entwicklungen leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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