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Kettner Edelmetalle
01.07.2026
06:35 Uhr

Volkswagen im freien Fall: Wie aus 35.000 gestrichenen Jobs plötzlich 140.000 wurden – und die Politik nur zuschaut

Volkswagen im freien Fall: Wie aus 35.000 gestrichenen Jobs plötzlich 140.000 wurden – und die Politik nur zuschaut

Es begann mit einer Zahl, die schon damals erschreckte. Nun ist sie zur Fußnote einer noch weit größeren Katastrophe geworden. Was sich derzeit bei Volkswagen abspielt, ist keine gewöhnliche Umstrukturierung mehr, kein routinemäßiges Sparprogramm eines Großkonzerns. Es ist der schleichende Rückzug der deutschen Industrie aus ihrem eigenen Land – live und in Zeitlupe.

Ende 2024 einigten sich VW, IG Metall und Betriebsrat noch auf den vermeintlich kontrollierten Abbau von mehr als 35.000 Stellen an deutschen Standorten bis 2030. Klingt nach viel? War es auch. Doch es war erst der Anfang. Kurz darauf war konzernweit von rund 50.000 Jobs die Rede. Ende Juni folgten Berichte über bis zu 100.000 mögliche Streichungen weltweit. Und dann, als hätte jemand die Schleusen geöffnet, kursierten interne Planungen, wonach bis zu 140.000 Arbeitsplätze ins Wanken geraten könnten.

Vom Sparprogramm zum Standortproblem

Man muss diese letzte Zahl mit Vorsicht genießen – bestätigt ist sie nicht. Sie beschreibt nach bisheriger Quellenlage den Kreis der Stellen, die in internen Szenarien überhaupt berührt sein könnten. Doch allein die Tatsache, dass in Wolfsburg offenbar in solchen Dimensionen gerechnet wird, spricht Bände. Wenn ein Konzern intern durchspielt, wie er sich um fast eine Viertelmillion Beschäftigte kümmert, dann ist das keine Feinjustierung mehr. Das ist Krisenmodus im Endstadium.

Der Ausgangspunkt war die Vereinbarung „Zukunft Volkswagen“. Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen sollten vermieden werden – so das Versprechen. Doch das Grundproblem blieb ungelöst: hohe Kosten, aufgeblähte Strukturen und eine Modellpalette, die schlicht nicht mehr zur Realität passt. Der alte Traum, in Deutschland teuer zu entwickeln und zu produzieren, um weltweit mit fetten Margen zu verkaufen, ist ausgeträumt.

An einem Zukunftsplan für eine umfassende Neuaufstellung werde gearbeitet, erklärte der Konzern. Genau diese Formulierung sei entscheidend – denn eine „Neuaufstellung“ greife nicht nur in Kostenpositionen ein, sondern in Werke, Marken, Modelle und die Beschäftigung selbst.

Die Ansteckung greift um sich

Es wäre naiv zu glauben, VW sei ein Einzelfall. Auch bei Audi, Porsche und der Software-Tochter Cariad laufen Sparprogramme. Standorte wie Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm sollen mittelfristig gefährdet sein. Und dann sind da noch die anderen Riesen: Mercedes prüft längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich und schiebt tarifliche Sonderzahlungen auf. BMW bereitet Gespräche über weitere Sparmaßnahmen vor. Bei rund 150.000 Beschäftigten können schon wenige Prozent Rückgang mehrere Tausend Existenzen bedeuten.

Und die Politik? Sie hält Reden

Hier liegt der eigentliche Skandal. Während der industrielle Kern Deutschlands wegbricht, beschränkt sich die Politik auf Appelle, Gipfelrunden und wohlklingende Standortbekenntnisse. Hohe Energiepreise, erdrückende Bürokratie, ideologische Regulierung, schwache Nachfrage und die erdrückende Konkurrenz aus China treffen gleichzeitig auf Unternehmen, deren Kostenbasis längst nicht mehr trägt. Und was passiert? Nichts. Keine erkennbare Wende bei Energiepreisen, keine spürbare Entlastung bei Abgaben, keine Entbürokratisierung.

Wer glaubt, die neue Bundesregierung unter Kanzler Merz habe hier den großen Befreiungsschlag geliefert, wird bitter enttäuscht. Statt die Wurzeln des Übels – überzogene Klimavorgaben, verfehlte Energiepolitik, wuchernde Bürokratie – anzupacken, versenkt man lieber 500 Milliarden Euro in einem Sondervermögen und verankert Klimaneutralität im Grundgesetz. Wer soll das bezahlen? Die kommenden Generationen, über Steuern, Abgaben und schleichende Inflation.

Ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte

Der Stellenabbau bei Volkswagen ist längst mehr als eine Konzernmeldung. Er ist ein Stresstest für den Wirtschaftsstandort Deutschland – und dieser Test läuft gerade dramatisch schief. Was einst als „Transformation“ verkauft wurde, entpuppt sich als das, was viele Bürger längst befürchtet haben: weniger Beschäftigung, weniger Fertigungstiefe, weniger Wohlstand. Der industrielle Rückzug hat begonnen, sichtbar und spürbar.

Was bedeutet das für den Anleger?

Wenn selbst die Kronjuwelen der deutschen Wirtschaft ins Wanken geraten, stellt sich für jeden Sparer die Frage nach der Krisenfestigkeit des eigenen Vermögens. Aktien einzelner Konzerne unterliegen genau jenen Turbulenzen, die wir hier beobachten – heute Rekordkurs, morgen Massenentlassungen. Wer sein Vermögen absichern möchte, sollte über eine breite Streuung nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in Krisenzeiten seit Jahrtausenden ihren Wert bewahrt und eignen sich hervorragend als solides Fundament und zur Beimischung in ein gesundes, breit gestreutes Portfolio – unabhängig von der nächsten Konzernkrise und der nächsten politischen Fehlentscheidung.

Hinweis: Dieser Artikel gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist selbst verpflichtet, ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen eigenständig. Ziehen Sie im Zweifel einen qualifizierten Berater hinzu.

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