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Kettner Edelmetalle
20.02.2026
19:35 Uhr

Volkswagen am Abgrund: Wie Deutschlands Industriekrone zu Grabe getragen wird

Was sich derzeit bei Volkswagen abspielt, ist weit mehr als eine gewöhnliche Unternehmenskrise. Es ist das Symptom einer schleichenden Deindustrialisierung, die Deutschland seit Jahren erfasst – und die von der Politik nicht nur ignoriert, sondern aktiv befeuert wurde. Der Wolfsburger Konzern hat ein radikales Sparprogramm angekündigt, das die globalen Kosten bis Ende 2028 um ein Fünftel senken soll. Ein Fünftel. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen.

Der Einbruch in nackten Zahlen

Die Zahlen, die CEO Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz Mitte Januar intern präsentiert haben sollen, lesen sich wie ein wirtschaftliches Trauerspiel. Nach drei Quartalen sei der operative Gewinn (EBIT) um rund 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf etwa 9,9 Milliarden Euro eingebrochen. Die EBIT-Marge – jene Kennzahl, die über die tatsächliche Profitabilität eines Unternehmens Auskunft gibt – sei von 5,87 auf magere 3,05 Prozent gefallen. Der Umsatz stagnierte bei rund 324 Milliarden Euro, während die Fahrzeugverkäufe mit etwa neun Millionen Einheiten um 0,5 Prozent zurückgingen.

Besonders dramatisch: Der freie Cashflow sei um 90 Prozent auf nur noch 514 Millionen Euro kollabiert. Damit fehlt dem Konzern schlicht das Geld für Forschung, Entwicklung und Werksinvestitionen. Wer kein Geld hat, kann nicht investieren. Wer nicht investiert, verliert den Anschluss. Eine Abwärtsspirale, die sich mit erschreckender Geschwindigkeit dreht.

35.000 Arbeitsplätze – einfach weg

Bis 2030 sollen allein in Deutschland 35.000 Stellen abgebaut werden. Von derzeit rund 130.000 Beschäftigten der Kernmarke VW würde damit mehr als jeder vierte Arbeitsplatz verschwinden. Zwar beteuert der Konzern, den Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen über Abfindungen und Altersteilzeit abwickeln zu wollen – doch was bedeutet das in der Praxis? Weniger junge Fachkräfte, weniger Dynamik, weniger Zukunft. Die Werke in Wolfsburg und Zwickau stünden unter besonderem Effizienzdruck, strukturelle Produktionsverlagerungen an günstigere Standorte wie Ungarn seien bereits im Gange.

Die meisten Investitionen fließen mittlerweile nach China, gefolgt von Mexiko, Brasilien und den USA. Im Werk Chattanooga, Tennessee, werden SUVs wie der Atlas und der Passat sowie der elektrische ID.4 produziert. Signifikante Produktionsausweitungen in Deutschland? Stehen nicht mehr auf der Agenda. Man muss sich das vergegenwärtigen: Deutschlands größter Industriekonzern investiert lieber überall auf der Welt als in der eigenen Heimat.

Die wahren Schuldigen sitzen nicht in Wolfsburg

Natürlich hat Volkswagen eigene Fehler gemacht. Der Dieselskandal, die weitgehend gescheiterte Transformation zur Elektromobilität, die Unterschätzung der chinesischen Konkurrenz – all das hat seinen Anteil an der Misere. Doch wer ehrlich ist, muss den Blick weiten. Die exorbitanten Energiekosten, ausgelöst durch eine ideologisch getriebene Energiewende, die Brüsseler Regulierungswut und Deutschlands aggressive Klimavorschriften haben ein Umfeld geschaffen, in dem industrielle Wertschöpfung schlicht nicht mehr konkurrenzfähig betrieben werden kann.

Jahrelang hat die Politik – allen voran die grün-ideologische Fraktion – den Industriestandort Deutschland mit immer neuen Auflagen, CO₂-Zielen und Verboten belastet, als wäre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ein lästiges Relikt vergangener Zeiten. Das Ergebnis liegt nun offen zutage: Ein Konzern, der einst Inbegriff deutscher Ingenieurskunst war, wird zum globalen Symbol für den Niedergang des Labels „Made in Germany".

Der Mittelstand blutet mit

Die Krise bei Volkswagen ist dabei keineswegs auf den Konzern selbst beschränkt. VW drängt seine Zulieferer massiv zu Kostensenkungen, was den deutschen Mittelstand – das eigentliche Rückgrat der deutschen Wirtschaft – schwer trifft. Tausende Zulieferer und kommunale Kämmerer müssen zusehen, wie die traditionellen Automobilregionen rund um Stuttgart und Wolfsburg vor fiskalischen Herausforderungen stehen, die sich mit Sondervermögen allenfalls vorübergehend kaschieren lassen. Ganze industrielle Ökosysteme drohen zu verschwinden, Wissen und Kapital folgen den Unternehmen ins Ausland.

Panzer statt Autos? Eine absurde Idee

Besonders bemerkenswert ist die offenbar in Regierungskreisen kursierende Vorstellung, verlorene Industriekapazitäten durch Rüstungsproduktion ersetzen zu können. Die Idee, zivile Automobilfertigung einfach in Panzerproduktion umzuwandeln, ist nicht nur naiv – sie ist geradezu grotesk. Hochwertige zivile Produktion lässt sich nicht durch Subventionen oder staatliche Intervention in militärische Fertigung umwandeln. Wer so denkt, hat die Grundlagen industrieller Wertschöpfung nicht verstanden.

Der Niedergang von Volkswagen sollte das volle Ausmaß der politischen Fehlentscheidungen in Deutschland und Europa deutlich machen. Innerhalb des aktuellen ideologischen Rahmens reichen Reformen nicht aus.

Was es bräuchte, wäre eine grundlegende Neubewertung der Agenda 2030 und des Green Deal, um die wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen abzumildern, die Deutschland bevorstehen. Doch ob die neue Große Koalition unter Friedrich Merz den Mut aufbringt, diesen Kurs tatsächlich zu korrigieren, darf bezweifelt werden. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur klingt zunächst nach Aufbruch – doch es bedeutet vor allem eines: noch mehr Schulden, die kommende Generationen über Steuern und Abgaben werden finanzieren müssen.

Ein Weckruf, der verhallen könnte

Volkswagen ist kein Einzelfall. Stellantis, Opel, zahllose Mittelständler – die Liste der Unternehmen, die unter dem Druck der deutschen und europäischen Regulierungspolitik ächzen, wird immer länger. Deutschland hat seinen technologischen Vorsprung und seine Energiesicherheit einer destruktiven politischen Ideologie geopfert, nur um die Wertschöpfung dann hastig an billigere Standorte wie China zu verlagern. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet jenes Land, das einst die Welt mit seiner Ingenieurskunst beeindruckte, nun seine industrielle Basis Stück für Stück ins Ausland verschenkt.

Für den deutschen Bürger bedeutet das: weniger Arbeitsplätze, weniger Wohlstand, weniger Zukunftsperspektiven. Und während die politische Klasse über Gendersternchen und Klimaneutralität debattiert, wandert die reale Wertschöpfung still und leise ab. In Zeiten solcher wirtschaftlicher Unsicherheit erweisen sich übrigens physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung – eine Beimischung, die in jedem breit gestreuten Portfolio ihren festen Platz haben sollte.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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