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03.08.2026
13:02 Uhr

Volk in Isolation, Elite im Champagnerrausch: Faucis Tagebücher entlarven die Doppelmoral der Corona-Jahre

Es gibt Dokumente, die keine großen Enthüllungen brauchen, um zu erschüttern. Sie sprechen einfach für sich. Die nun von US-Senator Rand Paul veröffentlichten privaten Aufzeichnungen des früheren US-Chefimmunologen Anthony Fauci gehören in diese Kategorie. Wer sie liest, erkennt schnell: Während der Rest der Welt in Wohnzimmern eingesperrt war, Sterbende ohne Angehörige verstarben und Kinder mit Masken im Klassenzimmer saßen, feierte eine kleine Kaste ihre eigene Bedeutsamkeit.

69.000 Tote – und ein Eintrag über einen Liebesroman

Der 5. Mai 2020. Die Vereinigten Staaten hatten gerade die Schwelle von 69.000 Corona-Toten überschritten. Was notierte der Mann, der zum Gesicht der amerikanischen Pandemiepolitik geworden war? Er sei begeistert darüber, dass eine Journalistin bereits Jahre zuvor einen Roman geschrieben habe, dessen erotischer Hauptdarsteller angeblich auf ihm basiere. Ein Kolumnist habe ihm trocken bestätigt, die Ähnlichkeit sei erkennbar. Man muss diesen Satz zweimal lesen, um seine ganze Kälte zu erfassen.

Ein paar Wochen später, am 5. Juni 2020, rechnete Fauci in seinem Tagebuch munter aus, wie viele Billionen Dollar seine Fernsehauftritte dem Aktienmarkt beschert hätten – und dass der Präsident ihm demnach drei Billionen schulde. Ein Scherz, gewiss. Doch was für ein Selbstbild offenbart sich hier? Ein Wissenschaftler, der seine Worte als Kursbewegung begreift, während draußen Existenzen zerbrachen.

Vom Brieffreund der Folksängerin zur Gala im Bezos-Palast

Es folgt eine Aneinanderreihung von Namen, die sich wie eine Gästeliste des Weltwirtschaftsforums liest. Briefwechsel mit Joan Baez. Ein langes Telefonat mit Barbra Streisand, die nicht wusste, was Alexa ist. Und dann, am 11. November 2022, der Höhepunkt: eine Gala im Washingtoner Anwesen von Jeff Bezos, einer umgebauten Museumsvilla, die laut Faucis eigenen Worten kein Ende zu nehmen schien. A-Klasse-Gästeliste. Ein Sternekoch, der ihm ein privates Vier-Augen-Dinner kochen wollte. Und Hillary Clinton, die ihm versicherte, sie denke täglich an ihn.

Sie sangen Loblieder auf mich und wir hatten ein sehr elegantes Abendessen.

So beschrieb Fauci die Verleihung der Pasteur-Medaille in der Residenz des französischen Botschafters – ein „Fest der Liebe“, wie er es selbst nannte. Im Anschluss reiste ein deutscher Star-Fotograf an, um ihn in den eigenen vier Wänden und am Arbeitsplatz exklusiv zu porträtieren. Man ehrte sich selbst, während das Volk Abstand hielt.

Das deutsche Kapitel dieser Geschichte

Wer nun glaubt, das sei ein rein amerikanisches Problem, irrt gewaltig. Am 20. Oktober 2020, mitten im rasanten Anstieg der Infektionszahlen, nahm der damalige Bundesgesundheitsminister an einem Fundraising-Dinner in Leipzig teil. Später wurde bekannt, dass mehrere Spenden von jeweils 9.999 Euro an seinen CDU-Kreisverband geflossen seien – exakt einen Euro unter der damaligen Veröffentlichungsschwelle. Zufall? Man darf zumindest die Frage stellen, ob dieser Betrag mit dem Rechenschieber statt mit dem Portemonnaie ermittelt worden sei.

In Großbritannien kostete die „Partygate“-Affäre den Premierminister letztlich das Amt. Polizeiermittlungen, Geldstrafen, ein politischer Absturz. Während Briten auf Beerdigungen verzichteten, floss im Regierungssitz der Wein. In Deutschland hingegen? Keine Rücktritte, keine Aufarbeitung, keine Konsequenzen. Stattdessen wurden jene diffamiert, die von Anfang an unbequeme Fragen stellten.

Warum das mehr als eine Anekdotensammlung ist

Diese Tagebücher sind kein Klatschmaterial. Sie sind ein Sittenbild. Sie zeigen, wie eng Wissenschaft, Politik und Medien in jenen Jahren miteinander verwoben waren – ein Geflecht, in dem Kritik als Verschwörung galt und Nähe zur Macht als Qualitätsmerkmal. Wer damals auf Grundrechte pochte, wurde ausgegrenzt. Wer die Laborthese für erwägenswert hielt, galt als Spinner. Heute steht Fauci vor Senatsanhörungen, in denen es genau um diese Fragen geht.

Die Lektion für den Bürger ist bitter, aber wertvoll: Institutionen, die sich als moralische Autorität aufspielen, verdienen keinen Blankoscheck. Vertrauen muss verdient werden – jeden Tag, mit Transparenz und Rechenschaft. Genau daran fehlte es. Und wer glaubt, aus dieser Erfahrung sei etwas gelernt worden, sollte einen Blick auf die aktuelle Berliner Politik werfen, in der Sondervermögen in Hunderte-Milliarden-Höhe beschlossen werden, während dem Steuerzahler Sparsamkeit gepredigt wird.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis, die weit über Corona hinausreicht: Wer sich auf staatliche Versprechen und institutionelle Wohlwollensbekundungen verlässt, ist verlassen. Eigenverantwortung, Skepsis gegenüber der Macht und die Absicherung des eigenen Vermögens durch Werte, die niemand mit einem Federstrich entwerten kann – etwa physisches Gold und Silber – haben in solchen Zeiten mehr Gewicht als jede Regierungserklärung.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Auffassung unserer Redaktion dar und dient ausschließlich der Information. Er ist keine Anlageberatung, keine Steuer- und keine Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt für seine Entscheidungen die volle Verantwortung. Für Investitionsfragen sowie steuerliche oder juristische Sachverhalte empfehlen wir die Konsultation entsprechend qualifizierter Fachleute.

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