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Kettner Edelmetalle
17.09.2026
06:15 Uhr
KI-generiert

Viertes Minusjahr in Folge: Maschinenbau rutscht tiefer in die Krise

Viertes Minusjahr in Folge: Maschinenbau rutscht tiefer in die Krise
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands industrielles Aushängeschild verliert weiter an Boden. Der Branchenverband VDMA hat seine Produktionsprognose für das laufende Jahr zum zweiten Mal gesenkt – von zunächst plus einem Prozent über die schwarze Null auf nun minus zwei Prozent real. Damit schrumpft der deutsche Maschinen- und Anlagenbau das vierte Jahr in Folge.

Die Begründung liefert VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt gleich mit: Die Produktion liege derzeit rund vier Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die technischen Kapazitäten seien deutlich unterausgelastet, so der Volkswirt.

21.500 Stellen weg – in nur sechs Monaten

Was jahrelang als Auslastungsproblem galt, ist längst ein Arbeitsmarktproblem. Allein im ersten Halbjahr strichen die Unternehmen laut Verbandsangaben rund 21.500 Stellen, das entspricht einem Beschäftigungsrückgang von etwa 2,8 Prozent.

Und das ist kein Ausrutscher: Bereits 2025 hatte die Branche nach VDMA-Zahlen rund 22.000 Arbeitsplätze verloren. Zwei Jahre, gut 43.000 Jobs – in einer Branche, die bislang als Rückgrat des deutschen Mittelstands galt.

„Wir spüren die wirtschaftliche Schwäche des Standorts jetzt auch deutlich am Arbeitsmarkt unserer Branche“, sagt Fabian Seus, Arbeitsmarkt-Experte des VDMA.

Das Paradox: Fachkräftemangel trotz Stellenabbau

Besonders bitter: Gut ein Viertel der Beschäftigten ist 55 Jahre oder älter. Wer jetzt in Rente geht, hinterlässt eine Lücke – doch nachbesetzt wird kaum noch. Know-how, über Jahrzehnte aufgebaut, verlässt die Werkshallen für immer.

Der Grund ist banal und brutal zugleich. Seus bringt ihn auf eine Formel: Unternehmen stellten dann wieder ein, wenn sie investierten – doch für Investitionen seien die Kosten am Standort schlicht zu hoch. Energie, Steuern, Sozialabgaben, Bürokratie: Die Rechnung geht in Deutschland für viele Betriebe nicht mehr auf.

Hoffnungsschimmer aus dem Ausland – nicht aus Berlin

Immerhin: Von Januar bis Juli legten die Auftragseingänge real um fünf Prozent zu. Die Impulse kamen jedoch ausschließlich aus dem Ausland, vor allem aus Nicht-Euro-Ländern. Ein Befund, der für sich spricht.

Für 2027 prognostiziert der Verband ein Produktionsplus von drei Prozent – allerdings von einer sehr niedrigen Basis aus. Als Risiken benennen die VDMA-Volkswirte hohe geopolitische Unsicherheit, das erhöhte Zinsniveau und die anhaltend schwache Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Deutliche Worte Richtung Bundesregierung

Der Verband fordert Reformen bei Steuern, Sozialversicherungen und Bürokratie – die Sozialabgaben sollen nach seinen Vorstellungen bei 40 Prozent gedeckelt werden. Viele Unternehmen hätten kein Verständnis mehr für das Zögern der Bundesregierung, wenn doch alle wüssten, was zu tun sei, so Seus. Zentrale Reformen müssten bis Jahresende stehen – auch gegen Widerstände.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das eine schallende Ohrfeige für eine Koalition, die Hunderte Milliarden an Sondervermögen mobilisiert, während dem industriellen Kern die Substanz wegbricht. Schulden ersetzen keine Standortpolitik. Wer Fabriken halten will, muss Kosten senken – nicht Programme auflegen.

Für Sparer und Anleger bleibt die Erkenntnis unbequem: Wenn die Realwirtschaft schrumpft und Staatsschulden wachsen, steigt der Druck auf die Kaufkraft. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle, krisenerprobte Beimischung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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