
Venezolanisches Öl auf Schleichfahrt: Dutzende Tanker entkommen US-Blockade Richtung China

Während die Weltöffentlichkeit gebannt auf das Gerichtsdrama um den abgesetzten venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro in New York blickt, vollzieht sich auf den Weltmeeren ein bemerkenswertes Schauspiel der anderen Art. Etwa ein Dutzend mit venezolanischem Rohöl beladene Tanker haben sich in den vergangenen Tagen aus venezolanischen Gewässern davongestohlen – im sogenannten "Dark Mode", also mit abgeschalteten Ortungstranspondern.
Sanktionierte Schiffe durchbrechen die Blockade
Sämtliche dieser Schiffe stehen unter US-Sanktionen, wie Berichte internationaler Nachrichtenagenturen bestätigen. Die erfolgreichen Abfahrten dürften für Venezuelas staatlichen Ölkonzern PDVSA eine erhebliche Erleichterung darstellen. Das Unternehmen hatte infolge der im vergangenen Monat verhängten US-Blockade einen gewaltigen Bestand an schwimmendem Lagerbestand angehäuft, während die Ölexporte des Landes praktisch zum Erliegen kamen.
Der maritime Überwachungsdienst TankerTrackers.com machte als erster auf die "abtrünnigen" Tanker aufmerksam. Mindestens vier der ausgelaufenen Schiffe verließen venezolanische Gewässer demnach über eine Route nördlich der Insel Margarita, nachdem sie kurz nahe der Seegrenze des Landes gestoppt hatten. Satellitenbilder dokumentieren die Fluchtbewegungen eindrücklich.
China als Hauptabnehmer des schwarzen Goldes
Die Tanker steuern nun auf die größten Abnehmerländer Venezuelas zu – allen voran China. Peking, das sich bekanntlich wenig um westliche Sanktionsregime schert, wird von den Lieferungen profitieren. Die sogenannten "Teapot-Raffinerien" – kleinere, unabhängige chinesische Verarbeitungsbetriebe – sind dabei die Hauptleidtragenden etwaiger Lieferausfälle, da sie etwa die Hälfte der chinesischen Importe aus dem südamerikanischen Land beziehen.
"Der Verlust venezolanischer Barrel trifft die Teapots am härtesten", erklärt Michal Meidan, Direktorin des China Energy Program am Oxford Institute for Energy Studies.
Gigantische schwimmende Lagerbestände als Puffer
Chinesische Käufer können sich vorerst auf beträchtliche Reserven stützen. Nach Angaben des Datenanalyseunternehmens Kpler befinden sich derzeit fast 82 Millionen Barrel auf Tankern in Gewässern vor China und Malaysia. Mehr als ein Viertel davon stammt aus Venezuela, der Rest aus dem Iran – einem weiteren Staat, der sich amerikanischen Sanktionen widersetzt.
Die identifizierten Tanker tragen die Namen AQUILA II, BERTHA, VERONICA III und VESNA. Drei von ihnen wurden auf einem einzigen Satellitenbild des europäischen Copernicus-Programms erfasst, wie sie Venezuelas wichtigsten Ölhafen verlassen und nordostwärts steuern.
Verwirrung um US-Sanktionspolitik
Mit Maduros Absetzung und seiner Überstellung in US-Gewahrsam herrscht eine gewisse Verwirrung darüber, ob Washington seine Haltung zum vollständigen Ölembargo gegen Venezuela möglicherweise bereits angepasst hat. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass parallel zu den China-Lieferungen auch ein von Chevron gechartertes Schiff mit venezolanischem Rohöl derzeit auf dem Weg zur US-Golfküste sein soll.
Diese Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie fragil internationale Sanktionsregime in der Praxis sind – und wie geschickt Staaten wie China und deren Handelspartner diese zu umgehen verstehen. Für Anleger, die in Zeiten geopolitischer Unsicherheit nach stabilen Werten suchen, unterstreicht dies die Bedeutung krisenfester Vermögenswerte wie physischer Edelmetalle zur Absicherung des eigenen Portfolios.
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