
Vance macht sich warm: Trumps Vize steht in den Startlöchern für die Machtübernahme
Während der 79-jährige Donald Trump immer wieder mit dem Gedanken einer verfassungswidrigen dritten Amtszeit liebäugelt, bereitet sich sein deutlich jüngerer Stellvertreter JD Vance bereits auf eine mögliche Machtübernahme vor. In einem bemerkenswerten Interview ließ der 41-jährige Vizepräsident durchblicken, dass er jederzeit bereit sei, das höchste Amt der USA zu übernehmen – sollte seinem betagten Chef etwas zustoßen.
Die Altersschere im Weißen Haus
Mit seinen 79 Jahren gehört Trump zu den ältesten Präsidenten, die je den Amtseid ablegten. Sein Stellvertreter Vance hingegen ist mit gerade einmal 41 Jahren der jüngste Vizepräsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Diese Altersdifferenz von fast vier Jahrzehnten wirft unweigerlich Fragen über die Zukunft der amerikanischen Führung auf.
"Wenn es, Gott bewahre, zu einer schrecklichen Tragödie kommt, kann ich mir kein besseres Training am Arbeitsplatz vorstellen als das, was ich in den letzten 200 Tagen erhalten habe", erklärte Vance gegenüber dem Medienhaus USA Today. Eine Aussage, die durchaus als Bewerbungsschreiben für das höchste Amt interpretiert werden könnte.
Der Mann im Hintergrund: Peter Thiels langer Arm
Besonders brisant wird Vances Position durch seine engen Verbindungen zur Tech-Elite, allen voran zu Peter Thiel. Der deutschstämmige Milliardär und Paypal-Mitgründer gilt als Mentor des Vizepräsidenten und hat dessen politischen Aufstieg maßgeblich orchestriert. Thiel, der sich selbst als "Libertär" bezeichnet und das Prinzip von Steuern sowie einen "übergriffigen Staat" ablehnt, investierte satte 15 Millionen Dollar in Vances Senatswahlkampf 2022.
Diese Verflechtung zwischen Silicon Valley und Washington wirft beunruhigende Fragen auf: Wessen Interessen würde ein Präsident Vance tatsächlich vertreten? Die des amerikanischen Volkes oder die seiner Tech-Oligarchen-Freunde?
Vom Trump-Kritiker zum Kronprinzen
Ironischerweise war das Verhältnis zwischen Trump und Vance nicht immer so harmonisch. Erst durch Thiels Vermittlung und ein arrangiertes Treffen in Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago im Jahr 2021 konnte die Beziehung gekittet werden. Heute gilt Vance als designierter Nachfolger der MAGA-Bewegung – eine Rolle, die Trump selbst ihm bereits öffentlich zugeschrieben hat.
Düstere Vorahnungen im Oval Office
Besonders aufschlussreich sind Vances Schilderungen seines ersten Besuchs im Oval Office. Er beschrieb die Atmosphäre als "düster und bedrückend" – ein interessanter Kontrast zu seiner gleichzeitigen Begeisterung für die "Pracht des Raumes". Diese ambivalente Wahrnehmung könnte durchaus symbolisch für die aktuelle Lage der amerikanischen Demokratie stehen.
Politische Beobachter warnen bereits, dass ein Präsident Vance den von Trump eingeschlagenen Kurs noch weiter verschärfen könnte. Seine ultrarechten Ansichten, besonders in der Migrationspolitik, lassen wenig Zweifel daran, in welche Richtung sich Amerika unter seiner Führung bewegen würde.
Die tickende Uhr
Während Vance pflichtschuldig Trumps "unglaublich gute Gesundheit" lobt und beteuert, der Präsident werde seine volle Amtszeit absolvieren, bereitet er sich offensichtlich auf alle Eventualitäten vor. Die Tatsache, dass er so offen über eine mögliche Amtsübernahme spricht, zeigt, wie präsent dieses Szenario in den Köpfen der Beteiligten ist.
Die amerikanische Verfassung sieht klar vor, dass der Vizepräsident im Falle des Todes oder der Amtsunfähigkeit des Präsidenten dessen Nachfolge antritt. Mit einem 79-jährigen Amtsinhaber, der bekanntermaßen einen ungesunden Lebensstil pflegt, ist dieses Szenario alles andere als abwegig.
Was bedeutet das für die Zukunft Amerikas? Ein junger, ehrgeiziger Vizepräsident mit engen Verbindungen zur Tech-Elite wartet nur darauf, die Macht zu übernehmen. Ein Szenario, das sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken birgt – nicht nur für die USA, sondern für die gesamte westliche Welt.
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