
Vance lässt München links liegen: US-Vizepräsident erteilt Sicherheitskonferenz eine Abfuhr

Die Münchner Sicherheitskonferenz muss in diesem Jahr ohne hochrangige amerikanische Beteiligung auskommen. US-Vizepräsident J.D. Vance hat seine Teilnahme an dem prestigeträchtigen Treffen der internationalen Sicherheitselite überraschend abgesagt. Eine Entscheidung, die in europäischen Hauptstädten für Unruhe sorgen dürfte – und die einmal mehr die wachsende Kluft zwischen Washington und Brüssel offenbart.
Klare Worte, taube Ohren
Noch vor wenigen Tagen hatten diverse Medien berichtet, der Vizepräsident werde im Februar erneut in der bayerischen Landeshauptstadt erwartet. Doch daraus wird nun nichts. Die Gründe für die Absage bleiben offiziell im Dunkeln, doch wer Vances Auftritt im vergangenen Jahr verfolgt hat, kann sich seinen Teil denken.
Bei der Sicherheitskonferenz 2025 hatte Vance den versammelten europäischen Regierungsvertretern gehörig die Leviten gelesen. Mit schneidender Präzision warf er ihnen vor, die Meinungsfreiheit systematisch einzuschränken und unliebsame Stimmen in sozialen Medien zu zensieren. Kritiker würden mit Kampfbegriffen wie „Fehlinformation" und „Desinformation" mundtot gemacht, so der Vorwurf des Amerikaners.
„Wenn Sie vor Ihren eigenen Wählern Angst haben, gibt es nichts, was Amerika für Sie tun kann."
Diese Worte hallten durch den Bayerischen Hof wie ein Donnerschlag. Die Reaktionen der anwesenden europäischen Politiker? Betretenes Schweigen, verlegenes Räuspern, demonstratives Desinteresse. Man hatte offenkundig nicht vor, sich von einem Amerikaner belehren zu lassen – schon gar nicht von einem aus dem Trump-Lager.
Eine Konferenz ohne Substanz?
Die Absage Vances wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der transatlantischen Beziehungen. Während europäische Politiker sich gerne in der Illusion wiegen, auf Augenhöhe mit Washington zu agieren, scheint die amerikanische Seite diese Einschätzung nicht zu teilen. Wozu auch sollte der Vizepräsident der mächtigsten Nation der Welt seine kostbare Zeit mit einer Veranstaltung verschwenden, bei der seine Mahnungen ohnehin auf taube Ohren stoßen?
Die Münchner Sicherheitskonferenz, einst ein Forum für echten strategischen Austausch, droht zur reinen Selbstdarstellungsbühne zu verkommen. Ein teures Stelldichein der politischen Klasse, bei dem man sich gegenseitig auf die Schultern klopft, während die eigentlichen Probleme ungelöst bleiben. Die Sicherheitslage in Europa verschlechtert sich zusehends, die Verteidigungsausgaben der meisten NATO-Partner bleiben weit hinter den Zusagen zurück, und die Abhängigkeit von amerikanischem Schutz ist größer denn je.
Deutschland in der Zwickmühle
Für die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz kommt diese Entwicklung zur Unzeit. Das ohnehin angespannte Verhältnis zu Washington wird durch die aggressive Zollpolitik der Trump-Administration zusätzlich belastet. Die 20-prozentigen Strafzölle auf EU-Importe treffen die exportabhängige deutsche Wirtschaft empfindlich. Und nun auch noch diese diplomatische Ohrfeige.
Man mag von der amerikanischen Außenpolitik halten, was man will – doch eines muss man den Amerikanern lassen: Sie sprechen Klartext. Während in Berlin und Brüssel noch über Formulierungen gefeilt wird, handelt Washington. Ob diese Handlungen immer klug sind, steht auf einem anderen Blatt. Doch die europäische Reaktion, nämlich beleidigt in der Ecke zu schmollen, ist gewiss keine Strategie.
Die eigentliche Botschaft
Vances Absage ist mehr als nur ein Terminkonflikt. Sie ist eine unmissverständliche Botschaft an die europäischen Partner: Macht endlich eure Hausaufgaben. Investiert in eure Verteidigung. Hört auf, euch hinter amerikanischen Sicherheitsgarantien zu verstecken, während ihr gleichzeitig die USA kritisiert. Und vor allem: Nehmt die Sorgen eurer eigenen Bürger ernst, statt sie als Populisten und Extremisten abzustempeln.
Die Frage ist, ob diese Botschaft diesmal ankommt. Die Erfahrung lehrt: wahrscheinlich nicht. Stattdessen wird man in München wieder über die Bedrohung durch Russland diskutieren, über Klimawandel als Sicherheitsrisiko philosophieren und sich in wohlklingenden Absichtserklärungen ergehen. Konkrete Taten? Fehlanzeige.
Vielleicht hat J.D. Vance einfach verstanden, dass seine Zeit besser investiert ist als in einer Veranstaltung, die längst zur Karikatur ihrer selbst geworden ist. Eine bittere Erkenntnis für alle, die noch an den Wert des transatlantischen Dialogs glauben.
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