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Kettner Edelmetalle
26.02.2026
16:29 Uhr

Vance auf Stimmenfang: Republikaner kämpfen um hauchdünne Mehrheit im Repräsentantenhaus

Während die politische Landschaft in den Vereinigten Staaten zunehmend unter Spannung steht, reist US-Vizepräsident J.D. Vance in einen der umkämpftesten Wahlbezirke Wisconsins – ein Zeichen dafür, wie nervös die Republikaner mit Blick auf die Zwischenwahlen im November tatsächlich sind. Der Besuch in Plover, einem Ort im dritten Kongressbezirk Wisconsins, ist weit mehr als eine Routinevisite. Er ist ein strategisches Manöver in einem Schachspiel, bei dem jede einzelne Figur zählt.

Wirtschaftsbotschaft als Wahlkampfwaffe

Vance wird eine Produktionsstätte besichtigen, um die wirtschaftspolitische Agenda von Präsident Donald Trump zu unterstreichen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst wenige Tage zuvor hatte Trump in seiner Rede zur Lage der Nation ein breites Spektrum an wirtschaftlichen Alltagsthemen angesprochen – von Wohnkosten über das Gesundheitswesen bis hin zu Energierechnungen. Doch was er wohlweislich ausließ, dürfte vielen Amerikanern sauer aufgestoßen sein: Ein ehrliches Eingeständnis, dass Millionen Bürger nach wie vor unter den explodierenden Lebenshaltungskosten ächzen, fehlte in seiner Ansprache vollständig.

Und genau hier liegt das Problem. Republikanische Parteistrategen warnen bereits seit Monaten, dass ohne eine überzeugendere Botschaft zum Thema Inflation die knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus auf dem Spiel stehe. Eine Warnung, die man im Weißen Haus offenbar ernst nimmt – sonst würde man kaum den Vizepräsidenten persönlich in einen Bezirk schicken, den der republikanische Abgeordnete Derrick Van Orden 2024 mit weniger als drei Prozentpunkten Vorsprung verteidigen konnte.

Demokraten wittern ihre Chance

Die Demokraten haben den Bezirk längst als verwundbar identifiziert und fahren ihre Ausgaben dort massiv hoch. Wisconsin gehört zu jenen Schlachtfeldstaaten, in denen sich das politische Schicksal Amerikas entscheidet. Trump selbst gewann den Bezirk 2024 zwar mit sieben Punkten Vorsprung – doch bei den Kongresswahlen schrumpfte dieser Puffer auf ein besorgniserregendes Minimum zusammen. Die Diskrepanz zwischen Trumps persönlicher Zugkraft und der Unterstützung für lokale republikanische Kandidaten könnte sich als Achillesferse erweisen.

Parallelen zur deutschen Wirtschaftspolitik

Was sich in den USA abspielt, sollte auch hierzulande aufhorchen lassen. Die Inflation als politischer Sprengstoff – dieses Phänomen kennen wir in Deutschland nur allzu gut. Während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen plant, das die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben wird, kämpfen auch amerikanische Politiker mit der unbequemen Wahrheit, dass schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme die Preise nicht senken, sondern langfristig befeuern. Die Parallelen sind frappierend: Hier wie dort werden Wahlversprechen gemacht, die sich mit der ökonomischen Realität nur schwer vereinbaren lassen.

Vances Reise nach Wisconsin ist bereits sein zweiter Besuch in dem Bezirk. Im August war er nach La Crosse gereist, um Trumps Steuer- und Ausgabengesetz zu bewerben. Dass der Vizepräsident nun erneut persönlich erscheint, unterstreicht die Dringlichkeit der Lage. Später in dieser Woche wird Trump selbst nach Texas reisen, um dort Energie- und Wirtschaftsthemen in den Vordergrund zu rücken.

Die Frage, die sich stellt, ist so alt wie die Demokratie selbst: Reichen Symbolpolitik und Fabrikbesuche aus, um Wähler zu überzeugen, deren Geldbeutel immer dünner wird? Oder braucht es endlich substanzielle Antworten auf die drängendsten wirtschaftlichen Probleme unserer Zeit? Die Zwischenwahlen im November werden darauf eine schonungslose Antwort geben.

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