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26.05.2026
21:53 Uhr

Umerziehung per Instagram: Wie der SWR den Bürgern beibringen will, Müll und Qualm „richtig" zu sehen

Umerziehung per Instagram: Wie der SWR den Bürgern beibringen will, Müll und Qualm „richtig" zu sehen

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat eine neue Mission gefunden: Er erklärt den Gebührenzahlern, wie sie die Realität in deutschen Parks gefälligst wahrzunehmen haben. Was das Auge sieht, sei nämlich nicht das, was man sehen sollte. Willkommen in der pädagogischen Anstalt der ARD-Anstalten, wo nun selbst die eigene Sinneswahrnehmung unter Korrekturvorbehalt steht.

Ein Format mit Erziehungsauftrag der besonderen Art

Das vom Südwestrundfunk produzierte Instagram-Format „Migratöchter" hat sich nach eigenem Bekunden auf die Fahnen geschrieben, „junge Frauen mit Migrationsgeschichte" zu stärken. Was harmlos klingt, entpuppt sich in einem aktuellen Beitrag als bemerkenswerter Versuch öffentlich-rechtlicher Realitätsumdeutung. Unter dem Titel „Summermaxxing im Park" – das Jugendwort „maxxing" leitet sich vom englischen „maximize" ab und meint die maximale Optimierung einer Aktivität – wird den Zuschauern erklärt, was sie beim Anblick deutscher Parks angeblich falsch verstünden.

Die Macher räumen zunächst ein, „was viele sehen": Großfamilien, Müll, Rauch und Qualm beim Grillen, Shishas. Eine Beobachtung, die jeder Berliner Parkbesucher mühelos bestätigen kann. Doch dann folgt die belehrende Wendung: „Was man eigentlich sehen sollte …" Und siehe da, plötzlich verwandeln sich Müllberge und Qualmschwaden in „Teilhabe am öffentlichen Leben", „Zeit mit der Familie", „Kinder spielen an der frischen Luft" und „Ersatz für Balkon & Garten".

Die Realität sieht anders aus – und sie tut weh

Während der gebührenfinanzierte Sender den Bürgern eine rosarote Brille verordnen möchte, sieht die Realität in der Hauptstadt brachial anders aus. Anfang Mai wurde ein junger Familienvater in Berlin-Friedrichsfelde derart brutal zusammengeschlagen, dass er im Krankenhaus landete. Sein Vergehen? Er hatte einen Mann, der im Hinterhof eines Mietshauses grillte, auf das dort geltende Grillverbot hingewiesen. Mutmaßliche Täter: Angehörige einer Sinti-und-Roma-Familie.

Nur wenige Tage später, ebenfalls Anfang Mai, eskalierte die Situation im Berliner Volkspark Friedrichshain. Eine zehnköpfige Gruppe, die illegal im Park grillte, attackierte einen Polizisten mit Schlägen, Tritten und einer Beißattacke. Anwohner berichten von Müllbergen, meterlangen Rauchschwaden und menschlichen Fäkalien mitten in der Grünanlage. Das ist die „Teilhabe am öffentlichen Leben", die der SWR seinen Zuschauern offenbar schmackhaft machen möchte.

Wenn der Rundfunk zum Realitätsverweigerer wird

Die rhetorische Konstruktion des SWR-Beitrags ist dabei von entlarvender Schlichtheit. Statt sich mit den realen Problemen auseinanderzusetzen, wird die Wahrnehmung der Bürger pauschal als korrekturbedürftig erklärt. Wer Müll sieht, sieht in Wahrheit „Familienzeit". Wer beißenden Qualm einatmet, sollte gefälligst an „Kinder an der frischen Luft" denken. Wer von einer lärmenden Großfamilie in seiner Sonntagsruhe gestört wird, hat schlicht nicht verstanden, dass es sich um „Teilhabe" handelt.

Was hier passiert, ist ein klassisches Manöver moderner Medienpädagogik: Die unbequeme Realität wird nicht etwa benannt und diskutiert, sondern semantisch umverpackt. Aus Verwahrlosung wird Vielfalt, aus Regelverstößen wird Lebensfreude, aus Anwohnerleid wird gesellschaftliche Bereicherung. Die Frage, was eigentlich Müll, Rauch und Krawall mit „Teilhabe am öffentlichen Leben" zu tun haben sollen, bleibt unbeantwortet. Sie wäre wohl auch unbeantwortbar.

Wer zahlt, hat keine Stimme

Besonders pikant: All das geschieht mit den Zwangsbeiträgen der Gebührenzahler. Über 8,5 Milliarden Euro fließen jährlich an ARD, ZDF und Deutschlandradio – Geld, das deutsche Bürger nicht freiwillig spenden, sondern unter Androhung von Strafen entrichten müssen. Und wofür? Für ein Format, das ihnen erklärt, dass ihre eigenen Wahrnehmungen verdächtig seien und dringend einer ideologischen Nachjustierung bedürften.

Der Vorgang reiht sich nahtlos ein in eine ganze Serie ähnlicher Manöver des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mal werden Deutsche in der Tagesschau zu „Nicht-Migranten" umetikettiert, mal werden Aussagen ausländischer Interviewpartner kreativ ins Deutsche übersetzt, mal werden harmlose Fußballbanner als rechtsextrem skandalisiert. Es entsteht das Bild eines Senderverbunds, der weniger informiert als erzieht, weniger berichtet als belehrt.

Das Vertrauen erodiert – und die Quittung wird kommen

Die Berliner Bürger, die sich in ihren eigenen Parks nicht mehr wohlfühlen, brauchen keine Instagram-Kacheln, die ihnen ihre Wahrnehmung absprechen. Sie brauchen Politiker, die endlich handeln, die Regeln durchsetzen und die Lebensqualität in deutschen Städten verteidigen. Stattdessen bekommen sie pädagogische Belehrungen aus dem Funkhaus, finanziert mit ihrem eigenen Geld. Es ist diese Mischung aus Realitätsverweigerung und moralischer Überheblichkeit, die das Vertrauen in die etablierten Medien immer weiter aushöhlt.

Vielleicht sollte der SWR seinen eigenen Slogan einmal überdenken. Denn was die Mehrheit der deutschen Bevölkerung in den Parks sieht, ist eben kein „Summermaxxing" – sondern das sichtbare Ergebnis einer jahrzehntelangen Politik, die die Augen vor offensichtlichen Problemen verschlossen hat. Und keine noch so wohlmeinende Instagram-Grafik wird daran etwas ändern können.

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