
UBS ruft 5.400 Dollar aus: Der Dollar verliert, Gold gewinnt

Die Schweizer Großbank UBS traut dem Goldpreis binnen zwölf Monaten einen Sprung auf 5.400 US-Dollar je Feinunze zu. Der entscheidende Treiber ist nach Einschätzung der Analysten nicht die Zinspolitik, sondern ein tektonischer Prozess: die De-Dollarisierung. Staaten und Notenbanken misstrauen dem Greenback – und kaufen stattdessen Metall.
Wenn das Vertrauen in Washington bröckelt
Sorgen um die US-Fiskalpolitik und handelspolitische Unwägbarkeiten treiben immer mehr Akteure dazu, ihre Währungsreserven breiter aufzustellen. Der Dollar-Index DXY habe binnen eines Monats 2,4 Prozent verloren, heißt es in der Analyse. Gold, so das Argument, sei der einzige Wertspeicher, der niemandem politisch verpflichtet ist.
Der Kontext dazu ist beklemmend: Marktberichten zufolge hat die US-Staatsverschuldung im August die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Bemerkenswert dabei – Anleiherenditen und Goldpreis steigen derzeit gemeinsam. Normalerweise schließen sich beide Bewegungen aus. Dass sie zusammenlaufen, gilt Beobachtern als klassisches Symptom eines Vertrauensverlusts.
Notenbanken kaufen, ETFs drehen
Die zweite Säule der These sind die staatlichen Käufer. Nach 289 Tonnen im zweiten Quartal erwartet die UBS für das Gesamtjahr Notenbankkäufe von 750 bis 1.000 Tonnen. Ein deutliches Signal habe die People's Bank of China gesetzt: Im Juli stockte sie ihre Reserven um 20 Tonnen auf – der kräftigste Monatszuwachs seit Oktober 2023.
Parallel dazu hat sich der Wind bei den Gold-ETFs gedreht. Monatelange Abflüsse seien beendet, institutionelles Kapital fließe wieder zurück. Und mit der Aussicht auf moderatere US-Realzinsen sinken die Opportunitätskosten des zinslosen Metalls gegenüber Staatsanleihen.
Die Risiken nennt die Bank selbst
Fairerweise blenden die Analysten Gegenwind nicht aus. Robuste US-Konjunkturdaten, hartnäckig hohe Zinsen oder feste Ölpreise könnten den Kurs zeitweise ausbremsen. Doch die Bank trennt sauber zwischen kurzfristigem Marktlärm und der strukturellen These – und die laute auf Sachwerte.
Ein Jahr der Extreme
Wer 2026 an den Edelmetallmärkten unterwegs war, hat Nerven gebraucht. Chartanalysen zufolge markierte Gold bereits im Januar ein Allzeithoch von rund 5.598 Dollar, ehe eine heftige Korrektur folgte, die manchem Anleger den Schlaf raubte. Erst im August setzte die Erholung ein; Marktberichten zufolge sprang der Kurs zuletzt über 4.600 Dollar.
Genau daran zeigt sich der Unterschied zwischen Spekulation und Vermögenssicherung. Wer physisches Gold als Versicherung gegen Währungsrisiken hält, misst nicht in Wochen, sondern in Jahrzehnten. Die Frage ist nicht, was eine Unze morgen kostet – sondern was ein Euro in zehn Jahren noch wert ist.
Warum das deutsche Sparer angeht
Die De-Dollarisierung ist kein exotisches Analystenthema. Auch in Europa türmen sich Schulden: Das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 werden Kritikern zufolge künftige Generationen über Steuern und Abgaben belasten. Wenn Notenbanken weltweit Gold horten, sollte das jedem Sparer zu denken geben – die Profis stimmen mit den Füßen ab.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Finanzanalyse dar. Kursprognosen sind Einschätzungen Dritter und können sich als falsch erweisen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren, und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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