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Trumps Venezuela-Strategie: US-Kontrolle könnte Jahre andauern

Trumps Venezuela-Strategie: US-Kontrolle könnte Jahre andauern

Die geopolitischen Ambitionen der Trump-Administration nehmen immer deutlichere Konturen an. In einer bemerkenswerten Offenheit erklärte Präsident Donald Trump nun, dass die amerikanische Kontrolle über Venezuela möglicherweise Jahre andauern werde. Eine Aussage, die sowohl Bewunderung für ihre Direktheit als auch erhebliche Bedenken hinsichtlich ihrer völkerrechtlichen Implikationen hervorruft.

Washington diktiert – Caracas protestiert

Die Wortwahl aus dem Weißen Haus lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Pressesprecherin Karoline Leavitt verkündete unmissverständlich, dass die Entscheidungen der venezolanischen Übergangsregierung künftig von den Vereinigten Staaten diktiert würden. Eine Formulierung, die in diplomatischen Kreisen normalerweise vermieden wird – hier jedoch bewusst gewählt scheint.

Die amtierende Präsidentin Delcy Rodriguez, einst Vizepräsidentin unter dem nun inhaftierten Nicolás Maduro, reagierte erwartungsgemäß mit scharfem Widerspruch. Venezuela werde von seiner eigenen Regierung geführt, nicht von ausländischen Agenten, so ihre Stellungnahme. Gleichzeitig forderte sie die Freilassung Maduros, der sich vor einem New Yorker Bundesgericht als politischer Gefangener bezeichnet hat.

Öl als Hebel der Macht

Vizepräsident J.D. Vance machte unterdessen keinen Hehl aus der amerikanischen Strategie. Die USA kontrollierten die Energieressourcen und bestimmten, wem Venezuela sein Öl verkaufen dürfe – nämlich nur dann, wenn es amerikanischen Nationalinteressen diene. Eine bemerkenswert unverblümte Darstellung wirtschaftlicher Machtpolitik, die man in dieser Offenheit selten erlebt.

„Wir werden es auf sehr profitable Weise wieder aufbauen. Wir werden Öl nutzen und Öl nehmen. Wir senken die Ölpreise und werden Venezuela Geld geben, das sie dringend brauchen."

So Trump in einem fast zweistündigen Interview mit der New York Times. Die Aussage offenbart eine transaktionale Sichtweise auf internationale Beziehungen, die durchaus ihre Berechtigung haben mag – schließlich hat jahrzehntelange Entwicklungshilfe ohne Gegenleistung wenig an den Verhältnissen in vielen Ländern geändert.

Drei-Phasen-Plan unter Rubios Führung

Außenminister Marco Rubio hat den Kongressabgeordneten einen detaillierten Drei-Phasen-Plan vorgestellt, der die faktische Übernahme des venezolanischen Ölverkaufs auf unbestimmte Zeit vorsieht. Während republikanische Abgeordnete die Maßnahmen weitgehend unterstützen, warnen Demokraten vor einer langwierigen internationalen Intervention ohne klare rechtliche Grundlage.

Die Situation bleibt fragil. Venezuela ist seit Jahren von politischen Fraktionskämpfen zerrissen, anti-chavistische bewaffnete Gruppen operieren auch vom benachbarten Kolumbien aus. Eine amerikanische Armada vor der Küste unterstreicht die militärische Drohkulisse, die Washingtons Forderungen Nachdruck verleiht.

Ein neues Kapitel amerikanischer Außenpolitik

Was sich hier abzeichnet, ist eine Rückkehr zu einer Außenpolitik, die amerikanische Interessen unverblümt in den Vordergrund stellt. Ob man dies als überfällige Korrektur jahrelanger außenpolitischer Schwäche oder als gefährlichen Interventionismus betrachtet, hängt wohl vom eigenen Standpunkt ab. Fest steht: Die Zeiten diplomatischer Zurückhaltung scheinen unter Trump endgültig vorbei zu sein.

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