
Trumps Korridor-Wette: Überlebt Indiens Weg nach Europa den Iran-Krieg?

US-Präsident Donald Trump hat sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York hinter ein Projekt gestellt, das schon fast vergessen schien: den Handelskorridor IMEC von Indien über den Nahen Osten nach Europa. Doch ausgerechnet der Krieg, der das Projekt wieder in die Schlagzeilen bringt, könnte es auch zerstören. Analysten warnen, ohne Umwege um die gefährlichen Nadelöhre am Golf bleibe der Korridor eine Idee auf dem Papier.
Trumps Ansage an die Golfstaaten
Bei einem Treffen mit Staatschefs des Golf-Kooperationsrats und weiteren arabischen Spitzenpolitikern ließ Trump laut Medienberichten keinen Zweifel an seiner Position. Irans Angriffe auf die Handelsschifffahrt hätten gezeigt, dass die Energie-Infrastruktur des Nahen Ostens weg von den iranischen Kontrollpunkten verlagert werden müsse. Deshalb unterstütze seine Regierung den Korridor nachdrücklich, ebenso Pipelines und andere Wege, Öl aus der Region zu bringen.
Die Region stehe kurz davor, jahrzehntealte Probleme zu überwinden, soll Trump außerdem gesagt haben. Das ist ein großes Versprechen, und Washington hat in Nahost schon viele davon gemacht.
Ein Prestigeprojekt mit Baustellen
Vorgestellt wurde der India-Middle East-Europe Economic Corridor im September 2023 auf dem G20-Gipfel in Neu-Delhi. Damals verkündeten Indiens Premier Narendra Modi und Trumps Vorgänger Joe Biden das Vorhaben gemeinsam. Es sollte als westliche Antwort auf Chinas milliardenschwere Neue Seidenstraße dienen.
Zum Kreis der Unterstützer gehören Indien, die USA, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Israel und die EU. Auch Deutschland, Frankreich und Italien sind dabei. Der Plan ist gewaltig:
- Seeweg von Indien in die Emirate
- Bahnstrecken quer durch Saudi-Arabien und Jordanien bis zu Israels Mittelmeerküste
- Weiter per Schiff nach Europa
- Dazu Energieleitungen, Stromnetze und Datenkabel
Die Wirklichkeit sieht nüchterner aus. Zwar existieren Teile der Route bereits, doch zentrale Bahnverbindungen und Häfen sind noch im Bau. Nach dem Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 und dem Gaza-Krieg verlor das Projekt stark an Fahrt, weil die geplante Annäherung zwischen Saudi-Arabien und Israel ins Stocken geriet.
Die Achillesferse heißt Hormus
Wie verwundbar die Seewege sind, hat die Welt zuletzt mehrfach erlebt. 2024 griffen die Huthi-Milizen Handelsschiffe im Roten Meer an. Laut Analysen brach der Verkehr durch den Suezkanal auf dem Höhepunkt der Krise um rund 90 Prozent ein. Reedereien mussten den langen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen.
Nun steht die Straße von Hormus im Fokus. Durch die schmale Meerenge fließt etwa ein Viertel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls. Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist sie zum Schauplatz geworden. Für Indien, den drittgrößten Ölimporteur der Welt, geht es damit um die eigene Versorgung. Der IMEC beginnt zudem ausgerechnet in den Emiraten, also direkt neben diesem Pulverfass.
Stark auf dem Papier, schwach in der Praxis
Beobachter sehen hier einen Widerspruch. Die Krise liefert das beste Argument für einen alternativen Korridor. Gleichzeitig zeigt sie, dass eine Route nur so sicher ist wie die Institutionen und Sicherheitsgarantien, die dahinterstehen. Genau daran fehle es dem IMEC bislang, kritisieren Analysten.
Was das für Deutschland bedeutet
Für die Exportnation Deutschland ist das keine abstrakte Geopolitik. Jede Störung an Suez oder Hormus treibt Frachtraten, Energiepreise und Inflation nach oben und belastet Industrie und Verbraucher. Berlin sitzt zwar mit am Tisch, eine eigene Strategie für sichere Handelswege ist aus Sicht von Kritikern aber kaum zu erkennen. Die Bundesregierung verteilt Sondervermögen im Inland, während um die großen Handelsrouten der Welt längst gekämpft wird.
Wenn Lieferketten reißen und sich Krisen häufen, suchen viele Sparer nach Werten, die von keiner Meerenge abhängen. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenschutz bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie gerade in solchen Zeiten sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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