
Trump im "Rachemodus": 13. Nacht in Folge fallen Bomben auf Iran – während der Ölpreis explodiert

Es sind Bilder, die man aus den vergessenen Kapiteln amerikanischer Geschichte kennt. Vietnam, Afghanistan, Irak – und nun offenbar wieder ein Krieg, der als schneller Sieg beginnen sollte und im Sumpf endet. Nach 13 aufeinanderfolgenden Nächten des Bombardements durch das US-Zentralkommando CENTCOM zeichnet sich ein vertrautes Muster ab: Ein amerikanischer Präsident glaubte, mit militärischer Gewalt binnen Wochen ein diplomatisches Ergebnis erzwingen zu können – und findet sich Monate später in einem Konflikt wieder, der seine Präsidentschaft zu verschlingen droht.
Der Friedensvorstoß, der keiner war
Am Donnerstagabend berichteten westliche Medien breit über eine angebliche Friedensinitiative aus Washington. Wenige Stunden später zerplatzte die Hoffnung wie eine Seifenblase. Das Büro des irakischen Premierministers dementierte einen Bericht der New York Times, wonach Teheran ein über den irakischen Regierungschef übermitteltes Waffenstillstandsangebot abgelehnt habe. Das Veröffentlichte sei "vollkommen unbegründet" und habe "keinerlei Bezug zur Realität", hieß es aus Bagdad.
Die Wahrheit dürfte unbequemer sein: Teheran will Trump schwitzen sehen. Man wolle ihm ökonomische und politische Kosten aufbürden – ausgerechnet vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November, bei denen sich die republikanischen Abgeordneten den Wählern stellen müssen. Der iranische Parlamentspräsident höhnte offen: Man habe Iran bestrafen wollen, stattdessen habe man sich selbst mit dreistelligen Ölpreisen bestraft.
Nacht für Nacht: Ein Ritual der Zerstörung
Das Pentagon vermeldete Angriffe auf militärische Kommandozentren, Drohnenlager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsanlagen. Iranische Staatsmedien berichteten von schweren Explosionen in Khorramabad, Jask, Ahvaz, Bandar Abbas und auf der strategisch bedeutsamen Insel Qeshm. Allein in Ahvaz, einem wichtigen Industrie- und Verkehrsknotenpunkt, soll ein US-Raketenangriff vier Tote und fünf Verletzte gefordert haben.
"Kopfloser Aggression" werde nur dazu führen, dass Trump einen "höheren Preis" für ein Kriegsende zahle, warnte der iranische Außenminister.
Die iranische Vergeltung läuft derweil in gleichmäßigem Takt weiter. Bahrains Militär meldete das Abfangen "mehrerer heimtückischer iranischer Luftangriffe" und verurteilte Teherans "systematisches feindseliges Vorgehen". Auch Ziele in Jordanien, Kuwait und im Nordirak gerieten ins Visier – nahe der US-Basis beim internationalen Flughafen Erbil waren Explosionen zu hören.
Die amerikanische Heimatfront bröckelt
Und während in konservativen US-Medien beinahe genüsslich über die nächsten Bombenziele fabuliert wird, zeigt eine hauseigene Umfrage ein ganz anderes Bild: 56 Prozent der Amerikaner lehnen das anhaltende Militärvorgehen gegen Iran ab, 40 Prozent sogar "entschieden". Die Zustimmung zu Trumps Iran-Politik erreichte im Juli einen Rekord-Tiefstand. Fast zwei Drittel der Wähler rechnen damit, dass der Konflikt mindestens ein Jahr andauern werde.
Das Wall Street Journal förderte zutage, was für jeden aufmerksamen Beobachter längst offensichtlich war: Trump sei zunehmend frustriert, dass ein Krieg, den er in Wochen beendet glaubte, sich endlos hinziehe. Berater fürchteten, der Konflikt – höhere Preise, sinkende Umfragewerte und der Tod von mehr als einem Dutzend US-Soldaten – verschlinge seine Präsidentschaft. Der Präsident befinde sich, so das Blatt, im "Rachemodus" und sehe keinen anderen Ausweg, als sich weiter durch das Land zu bomben.
Ein Riss durch das konservative Lager
Bemerkenswert ist, dass der Krieg jene Koalition spaltet, über die Trump einst eisern herrschte. Selbst langjährige Weggefährten äußern offen Zweifel. Ein enger Berater soll gesagt haben, Netanjahu habe die USA in einen "schrecklichen, von Lügen durchsetzten Konflikt" geführt – die Menschen sähen mit eigenen Augen, was vor sich gehe. Die Wahrheit bleibt jedoch: Es war Trump selbst, der die Entscheidung traf, obwohl er im Wahlkampf noch eindringlich davor gewarnt hatte, dass neue Nahostkriege zu den törichtsten außenpolitischen Fehlern überhaupt zählten.
Enteignung als gefährlicher Präzedenzfall
Besonders brisant: Trump kündigte an, iranische Vermögenswerte zu beschlagnahmen, um Schäden an US-Basen zu finanzieren. Teheran konterte scharf. Die Beschlagnahmung fremder Staatsvermögen für künftige, sachfremde Ansprüche sei ein brandgefährlicher Präzedenzfall. Wer sich daran bereichere, solle bedenken: Sobald Regierungen Konfiszierung normalisierten, sei niemandes Vermögen mehr sicher.
Und genau hier liegt eine Lehre, die weit über den Nahen Osten hinausreicht. Wenn Staaten beginnen, nach Belieben Vermögen einzufrieren und einzuziehen, wird deutlich, wie fragil das Vertrauen in Papierwerte, Bankguthaben und digitale Konten in Wahrheit ist. In einer Welt aus explodierenden Ölpreisen, geopolitischen Verwerfungen und einem sich abzeichnenden Kriegssumpf gewinnt physisches Gold und Silber seine jahrtausendealte Rolle zurück: als greifbarer, unbeschlagnahmbarer Anker außerhalb des Zugriffs kriegslüsterner Regierungen. Wer sein Vermögen breit streut und einen soliden Anteil an physischen Edelmetallen als Versicherung gegen genau solche Turbulenzen hält, handelt in unsicheren Zeiten mit Weitblick.
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