
Trump droht Fed-Chef Powell mit Entlassung – Machtkampf um die US-Notenbank eskaliert

Was sich seit Monaten wie ein schwelender Konflikt zwischen dem Weißen Haus und der Federal Reserve anfühlte, hat nun eine neue Eskalationsstufe erreicht. Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit Fox Business unmissverständlich klargemacht: Sollte der amtierende Fed-Vorsitzende Jerome Powell nach der Bestätigung seines Nachfolgers nicht freiwillig seinen Posten als Gouverneur der Notenbank räumen, werde er ihn kurzerhand entlassen.
Ein Präsident, der „unkontrovers" sein will – und gleichzeitig mit der Axt regiert
Die Worte des Präsidenten entbehren nicht einer gewissen Ironie. „Ich habe mich zurückgehalten, ihn zu feuern. Ich wollte ihn feuern, aber ich hasse es, kontrovers zu sein. Ich will unkontrovers sein", erklärte Trump mit jener entwaffnenden Selbstverständlichkeit, die seine politischen Gegner zur Weißglut treibt und seine Anhänger begeistert. Dass ausgerechnet der Mann, der internationale Handelsordnungen mit Strafzöllen von 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren torpediert, sich als Freund der Zurückhaltung inszeniert – das ist politisches Theater in Reinform.
Powells Amtszeit als Vorsitzender der Federal Reserve endet am 15. Mai. Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger nominiert. Doch hier wird es kompliziert: Powell hat noch zwei weitere Jahre als Gouverneur der Notenbank vor sich. Und anders als die meisten seiner Vorgänger, die nach dem Ende ihrer Amtszeit als Vorsitzende stillschweigend das Feld räumten, hat Powell bislang offengelassen, ob er bleiben wird.
Renovierungsskandal als politische Waffe
Der eigentliche Sprengstoff liegt jedoch nicht nur im persönlichen Machtkampf zwischen Trump und Powell. Eine laufende Untersuchung zur Renovierung des Fed-Hauptquartiers hat sich zu einem veritablen politischen Minenfeld entwickelt. Die US-Staatsanwältin für den District of Columbia, Jeanine Pirro, versuchte bereits, Powell per Vorladung zur Herausgabe von Informationen über das Bauprojekt zu zwingen – wurde jedoch von einem Richter abgewiesen. Sie kündigte Berufung an.
Trump selbst bezeichnete die Vorgänge rund um die Renovierung als „wahrscheinlich korrupt" und sprach von „Inkompetenz", die man der Öffentlichkeit zeigen müsse. Gleichzeitig blockiert der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina die Nominierung von Warsh im Bankenausschuss des Senats, bis die Untersuchung abgeschlossen sei. Powell wiederum erklärte, er werde so lange im Amt bleiben, bis die Ermittlungen beendet und ein Nachfolger bestätigt sei. Ein klassisches Patt – mit dem Potenzial, die Unabhängigkeit der mächtigsten Zentralbank der Welt nachhaltig zu beschädigen.
Der Fall Lisa Cook als Präzedenzfall
Dass Trump es mit seinen Drohungen ernst meint, zeigt ein weiterer Fall. Bereits im vergangenen Jahr versuchte der Präsident, Fed-Gouverneurin Lisa Cook wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Hypothekengeschäften ihres Amtes zu entheben. Der Fall liegt mittlerweile beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und wartet auf eine Entscheidung. Sollte das Supreme Court zugunsten des Präsidenten urteilen, wäre dies ein historischer Dammbruch – und würde die seit Jahrzehnten als sakrosankt geltende Unabhängigkeit der Federal Reserve fundamental in Frage stellen.
Niedrigere Zinsen um jeden Preis?
Trumps eigentliches Ziel ist dabei so transparent wie eh und je: niedrigere Zinsen. Der Präsident wiederholte seine Forderung nach einer lockereren Geldpolitik und zeigte sich überzeugt, dass Warsh diese auch liefern werde. Für die Finanzmärkte ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits könnten niedrigere Zinsen kurzfristig die Wirtschaft ankurbeln. Andererseits droht eine politisch gesteuerte Geldpolitik die Inflation weiter anzuheizen – mit verheerenden Folgen für Sparer und den Mittelstand.
Wer die Geschichte der Geldpolitik kennt, weiß: Immer wenn Regierungen die Kontrolle über die Notenpresse übernahmen, endete es für die Bürger schlecht. Von der Weimarer Republik bis zu den Hyperinflationen in Südamerika – die Muster sind erschreckend ähnlich. In solchen Zeiten politischer Unsicherheit und drohender Geldentwertung erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Sie sind weder von Zentralbankentscheidungen noch von politischen Machtspielen abhängig und haben über Jahrtausende ihren Wert bewahrt.
Die Unabhängigkeit einer Zentralbank ist kein Luxus – sie ist die letzte Verteidigungslinie gegen die Versuchung der Politik, sich auf Kosten künftiger Generationen zu bereichern.
Was auch immer in den kommenden Wochen in Washington geschieht: Der Machtkampf um die Federal Reserve ist weit mehr als ein Personalstreit. Er ist ein Lackmustest für die institutionelle Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Demokratie – und ein Warnsignal für Anleger weltweit, ihre Vermögensstrategie auf Krisenfestigkeit zu überprüfen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keinerlei Haftung.

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